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Marianske Lazne / Marienbad

Die während der Kriegszeit auf dem städtischen Friedhof angelegten Soldatengräber blieben über die Jahre hinweg erhalten. Ebenso die Fläche der sogenannten Berliner Gräber bzw. des Berliner Friedhofes, auf dem deutsche Verstorbene aus den Krankenhäusern der Stadt bestattet wurden.

Der erste Bauabschnitt der Gesamtanlage erfolgte in den Jahren 1991 bis 1992. Alle Grabfelder wurden planiert und mit Rasen begrünt, die Soldatengräber durch Granitkreuze gekennzeichnet. Auf den Kreuzen sind die Namen und Daten sowie die Dienstgrade der Gefallenen zu lesen. Im zentralen Mittelpunkt des Grabfeldes steht das Hochkreuz, die Gedenkaussage wurde am Säulentor plaziert. Auf dem Berliner Friedhof wurden bei diesen Ausbauarbeiten die Grabplatten neu versetzt, so dass auch hier eine Rasenfläche entstand. Ein kleiner Gedenkplatz, in dessen Mittelpunkt eine vom akademischen Bildhauer Viteslav Eibel aus Marienbad geschaffene Skulptur in Form einer Trauernden steht, erhielt eine separate Gedenkaussage.

Ein Altan (offenes Friedhofshäuschen) bildet am Friedhofsrand den Übergang von der Kriegsgräberstätte zum Berliner Friedhof.

In einem zweiten Bauabschnitt wurde 1995 der Berliner Friedhof aufgelöst und die Fläche für den Ausbau eines Sammelfriedhofes mit ca. 2.000 Gräbern hergerichtet. Die Grabplatten wurden entfernt und die Gräber der Ziviltoten mit den geborgenen Gefallenen aus West- und Nordböhmen, die ursprünglich nach Cheb (Eger) überführt werden sollten, überbettet. Auf zwei Grabfeldern stehen Granitkreuze mit den Namen und Daten der Toten, ein drittes Grabfeld ist noch nicht belegt. Ein Sammelgrab, das durch Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet ist, erhält Granitpultsteine mit den Namen der hier Ruhenden. Anfang 2001 wurde ein Gedenkbuch mit den Namen der in West- und Nordböhmen nicht geborgenen Toten im Altan montiert und eine Rundstele mit den Namen der unter den Unbekannten in Einzelgräbern Ruhenden aufgestellt.

Der Gedenkplatz des Berliner Friedhofes wurde umgestaltet und die Namen der überbetteten Toten in 12 Bronzetafeln gegossen. Sie rahmen den Gedenkplatz sowie die Skulptur und die Gedenkaussage ein.

Der Altan erhielt einen Orientierungsplan mit integriertem Listenkasten für das Besucherbuch. Die Gedenkaussage wurde erneuert, vom Eingangstor entfernt und dem vorhandenen Hochkreuz zugeordnet.

Ausbaubegleitend entstand im Vorfeld des Stadtfriedhofes ein Park der Versöhnung, in dem der Bürgermeister der Stadt Marienbad, Herr Dr. Ludek Nosek, und der Präsident des Volksbundes, Herr Hans-Otto Weber, eine Linde als Zeichen der Versöhnung pflanzten.

Mit einer Gedenkfeier am 14.10.1995 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen und die Kriegsgräberstätte mit dem Park der Versöhnung seiner Bestimmung übergeben.

Im Rahmen eines Jugendlagers wurde 1997 im Altan eine Informationstafel enthüllt, die an die 30jährige, kontinuierliche Aktivität der Jungendlagerteilnehmer des LV Berlin erinnert.

Auf diesem Friedhof ruhen 2.578 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges.

Die Einweihung fand am 24. Oktober 1992 statt.

Öffnungszeiten:
April - September = 07.00 bis 19.00 Uhr
März/Oktober = 07.00 bis 17.00 Uhr
Nov./Dez./Jan./Febr. = 08.00 bis 17.00 Uhr
01.11. und die Woche davor = 07.00 bis 20.00 Uhr

Bilder von Marianske Lazne / Marienbad

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Wegbeschreibung

Der Friedhof liegt oberhalb des Zentrums, an der Pramenska, am nordwestlichen Stadtrand von Marienbad. Von Cheb (Eger) kommend Richtung Zentrum fahren und hinter dem Hotel "Helvetia" nach links in die Ruska (Schild "P Center") einbiegen. An der orthodoxen Kirche vorbei, der Hauptstraße (Pramenska) nach links folgend und nach ca. 150 m wieder links abbiegend, führt der Weg zum Friedhofsparkplatz, wo eine Infotafel steht. Dem Wegweiser zur Abteilung III folgen (außen entlang der Friedhofsmauer), durch das dritte Tor (Abteilung III) den Friedhof betreten und auf dem Hauptweg zur Kriegsgräberstätte gehen, die durch ein begrüntes Säulentor sichtbar ist.

Karte der Kriegsgräberstätten


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Landesinformation für Tschechische Republik

Als Folge der politischen Situation in Osteuropa ist der Volksbund erst seit 1990 in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Tschechoslowakei (CSSR) offiziell tätig. In 1.635 Gemeinden der heutigen Tschechischen Republik gab es nach den Unterlagen der Deutschen Dienststelle 18.368 Gräber. Die auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei gefallenen Soldaten werden auf mindestens 178.000 geschätzt. Der Volksbund hat in den vergangenen achtzehn Jahren bereits 10 Friedhöfe ausgebaut. Dort ruhen derzeit 26.775 deutsche Kriegstote. Nach dem aktuellen Ausbau der letzten Anlage in Eger werden die Bauarbeiten in der Tschechischen Republik abgeschlossen sein. Der Schwerpunkt der Volksbundarbeit wird sich dann auf die Suche nach den Kriegstoten, ihre Bergung und Bestattung verlagern. Über die Ziviltoten (Vertreibungsopfer) ist dem Volksbund nur wenig bekannt. Seit achtzehn Jahren sucht der Volksbund nach den Gräbern und birgt die Gefallenen. Die frühere tschechoslowakische Regierung hatte zwar die Bestimmungen des humanitären Völkerrechts (Genfer Rot-Kreuz-Abkommen von 1949) durch Unterzeichnung und Ratifizierung formal akzeptiert, - dennoch blieb bis zur politischen Wende die Fürsorge für deutsche Kriegsgräber fast unmöglich. Der Artikel 30 des Deutsch-Tschechoslowakischen Nachbarschaftsvertrages von 1992 enthält die Absichtserklärung beider Regierungen, die Kriegsgräber zu schützen und ihre Erfassung und Pflege zu ermöglichen. Auch die Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997 bezieht die Frage der Renovierung von Grabstätten mit ein. Nach wie vor steht der Abschluss eines bilateralen Kriegsgräberabkommens aus, welches die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Tschechien auf eine gesetzliche und damit für alle Vertragspartner (z.B. Gemeindeverwaltungen) verbindliche Grundlage stellen würde. Erste Verhandlungen wurden Anfang 2001 aufgenommen, jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Volksbund arbeitet seit 1990 mit verschiedenen tschechischen Firmen zusammen, deren Tätigkeit in enger Absprache mit dem tschechischen Außen- und Innenministerium sowie dem Verteidigungsministerium erfolgt. Eingebunden in diese Aufgabe sind die Auslandsausschüsse des Parlamentes und des Senates sowie die kommunalen Verwaltungen.

Kriegsgräberabkommen in Tschechische Republik

27.02.1992 Art. 30 des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen und Slowakischen Republik über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit (BGBI. 1992 II S. 463 ff)

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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