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Saerbeck-Kriegsgräberstätte

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 34 Kriegstote des II. Weltkrieges.
28 Deutsche
6 ehem. sowjet. Union

Auf dem katholischen Friedhof der Gemeinde Saerbeck erinnern drei Sammelgrabstätten mit insgesamt 34 russischen bzw. sowjetischen und deutschen Soldaten an die Opfer der Weltkriege von 1914 - 1918 und 1939 - 1945. Außerdem befinden sich im Durchgangsbereich des Friedhofseingangs (Mahnmal) die Namen von 65 Gefallenen des Ersten Weltkrieges und 227 Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges. Diese Saerbecker Männer fanden ihre letzte Ruhestätte fernab ihrer Heimat u.a. in Russland, Polen, Holland, Belgien oder Frankreich.

Im Gräberfeld I bekamen sechs russische bzw. sowjetische Kriegsgefangene ein bleibendes Grab. Drei von ihnen starben im Gefangenenlager "Saerbecker Dorffeld" am Lengericher Damm durch Erschießung, Erschöpfung und einen Unfall. Die Gefangenen dieses Lagers mussten - wie damals international üblich - schwerste körperliche Arbeit leisten. Durch Recherchen einer Schülergruppe der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck konnten die Namen der bislang unbekannten Toten festgestellt und 1998 auf einem Grabstein aufgebracht werden. Die drei anderen Toten sind Opfer aus den Jahren 1944 / 45.

Im Gräberfeld II ruhen sechs deutsche Kriegstote. Vier von ihnen waren Jagdflieger, die über Saerbecker Gebiet abgeschossen wurden. Ziel der alliierten Kämpfe war u.a. die Zerstörung der Dämme des Dortmund-Ems-Kanals bei Ladbergen, 6 km südöstlich von Saerbeck. Diese Bombardements forderten zudem 16 zivile, vorwiegend deutsche Opfer in Saerbeck.

Im Gräberfeld III befindet sich die Ruhestätte für 22 Deutsche, die noch in den letzten Kriegstagen fielen. Am frühen Morgen des 1. April 1945 (Ostersonntag) näherten sich britische und kanadische Panzerspähwagen und Panzer, unterstützt von Infanterie, über den Elter Damm dem Ortskern von Saerbeck. Weiße Fahnen am Kirchturm und an vielen Häusern sowie eine Abordnung von Bürgern signalisierten den Alliierten die Kapitulation des Dorfes.Allerdings befanden sich noch Soldaten und Luftwaffenhelfer in Stellungen beim Hof Richter. Die Verschlusskappen der dort für die Fliegerabwehr in Stellung gebrachten Geschütze waren bereits am Tage zuvor gesprengt bzw. vergraben worden, um die Waffen nicht in Feindeshand gelangen zu lassen. Auf Befehl eines Majors, der sich mit seinem versprengten Trupp am Samstagabend in einem Wald hinter den Geschützen in Stellung gelegt hatte, wurden alle noch anwesenden Soldaten und Luftwaffenhelfer zu einem Bodenkampf gegen die anrückenden Alliierten unter Androhung der Exekution gezwungen. Es entbrannte von ca. 10:00 bis 12:00 Uhr ein militärisch sinnloser und völlig aussichtsloser Kampf, in dessen Folge dreizehn 16 bzw. 17 Jahre alte Luftwaffenhelfer und fünf Soldaten ihr Leben verloren.
Nach Zeugenaussagen und Dokumenten haben der oben erwähnte Major und seine Männer durch Beschuss einzelner Deutscher Fahnenflucht verhindern wollen. Nach Einnahme der Stellungen gerieten ca. 60 Soldaten in alliierte Gefangenschaft, wobei einer auf der Flucht erschossen wurde. Die Gefallenen wurden mit anderen Soldaten später hier bestattet.

Die dreigeteilte steinerne Gedenktafel - errichtet vor 1950 - zeigt als Relief den drachentötenden St. Georg mit der Inschrift "Den Helden - Gefallen im Kampf um Saerbeck - 1.4.1945". Es ist somit ein Dokument des damaligen Zeitgeistes.

Diese drei Gräberfelder sollen uns auch an das Schicksal ausländischer Kriegstoter in Saerbeck erinnern. Mit Ausnahme der russischen Toten wurden die anderen zwischen 1945 und 1950 in ihre Heimat überführt oder auf britischen Soldatenfriedhöfen bestattet. Insgesamt fielen in Saerbeck während der Kriege mindestens 45 alliierte Soldaten bei Luft- und Erdkämpfen oder starben als Gefangene bzw. Zwangsarbeiter. So wurde z.B. ein französischer Flieger in Saerbecker Polizeihaft ermordet.

All diese Kriegsopfer mahnen und rufen auf zur Völkerverständigung und Versöhnung über den Gräbern. An die Stelle von Krieg, Hass und Gewalt müssen Frieden, Toleranz und Menschlichkeit treten.

Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck haben diesen Text im Rahmen eines Geschichtsprojektes erarbeitet und die Patenschaft über die Kriegsgräber in Saerbeck übernommen. Die Tafel wurde am 1. April 2001 aufgestellt.

Bilder von Saerbeck-Kriegsgräberstätte

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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