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Siegen - Gosenbach

Nach den Rückzugskämpfen der Wehrmacht im Westen im Winter 1944 / 45 standen amerikanische Truppen Ende März 1945 vor den Toren des Siegerlandes. Am 30. März wurden Siegen und Eiserfeld besetzt. Tagelang wurde erbittert um die Höhenstellungen westlich von Siegen und Weidenau, um den Kreuzberg bei Netphen und andere Orte gekämpft. Besonders schwer war auch Gosenbach von den Kampfhandlungen betroffen. Anfang April 1945 rückten die amerikanischen Truppen in den Ort Gosenbach vor. Mehrere Tage lag der Ort unter starkem Artilleriefeuer, bis am 8. April 1945 der heftige Kampf um Gosenbach zu Enge ging.

Nach Beendigung der Kämpfe wurden die im Orte Gefallenen auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt, wo eine Gedenkstätte ausgebaut werden sollte. 29 Opfer der Kämpfe, darunter 3 Zivilisten und eine Mutter mit ihrem Kind, fanden dort ihre Ruhestätte. Bis zum Frühjahr 1952 wurden diese Gräber von der Bevölkerung, besonders aber von Schulkindern, gepflegt.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsverband Gosenbach, hatte bereits seit Jahren überlegt, wie man in Gosenbach eine würdige Gedenkstätte ausbauen könne. Die Gemeinde Gosenbach, ein inzwischen arm gewordener Industrieort, konnte keine Mittel zur Verfügung stellen. So stellte im Januar 1948 der Ortsvorsitzende des Volksbundes den Antrag auf Ausbau einer Ehrenstätte auf dem Gemeindefriedhof in Gosenbach an den Landesverband NRW des Volksbundes, dem stattgegeben wurde.

Wiederholte Ortsbegehungen und Beratungen des Landesverbandes führten jedoch zu dem Ergebnis, dass der Vorplatz des Kriegerdenkmals von 1914 / 1918 eine geeignetere Stelle zur Errichtung eines Soldatenfriedhofes sei. Da nun der neu gefundene Platz die Möglichkeit bot, mehr Kriegstote aufzunehmen, wurde beschlossen, alle im Kreisgebiet verstreut liegende Kriegstote nach Gosenbach zu überführen, um so die Gräber besser pflegen zu können und vor allem das dauernde Ruherecht zu gewährleisten.Nach Freigabe des Geländes durch die Gemeindeverwaltung wurde am 14. Oktober 1951 mit den Ausbauarbeiten begonnen. Große Erdbewegungen waren notwendig, um das Gelände zu einer würdigen Anlage herzurichten. Viele Verhandlungen wurden geführt, um die Voraussetzungen für die Umbettungen zu schaffen. Alle im Kreisgebiet verstreut liegenden Gräber wurden festgestellt. Darüber hinaus musste mit den einzelnen Kreis-, Gemeinde-, Amts- und Kirchenbehörden verhandelt werden. Dabei wurden die Gefallenen-Nachweise sowie die Anschriften von den Angehörigen der Gefallenen, die zum Teil in Österreich, Polen und im Gebiet der ehemaligen DDR wohnten, eingeholt.

Aus etwa 50 Gemeindebezirken im Kreisgebiet Siegen wurden 162 Kriegstote, darunter 24 unbekannte deutsche Soldaten, nach Gosenbach umgebettet. Die Umbettungsaktion nahm im Mai 1952 ihren Anfang und konnte nach ungefähr 3 Wochen beendet werden. Sie wurde unter Mitwirkung eines erfahrenen Umbetters des Volksbundes, Landesverband NRW, mit äußerster Pietät durchgeführt. Dabei konnte eine große Zahl bislang unbekannter Toter identifiziert und deren Angehörige von ihrer jahrelangen Sorge um das Schicksal ihres Lieben befreit werden.Ein Hochkreuz und 81 Grabkreuze ( je ein Kreuz für zwei Kriegstote) aus heimatlicher Grauwacke, dazu das Kriegerehrenmal von 1914 / 1918, wo auf zwei gusseisernen Platten 52 Namen von Gefallenen aus dem I. Weltkrieg zu lesen sind sowie ein Sarkophag, der auf einer Gussplatte 78 Namen von Gefallenen des Ortes aus dem Zweiten Weltkrieg nachweist, kennzeichnen die Kriegsgräberstätte Gosenbach, die man durch ein kunstschmiede-eisernes Tor betritt.Die Kriegsgräberstätte Gosenbach wurde am 30. August 1953 eingeweiht.

Zum 30jährigen Bestehen der Kriegsgräberstätte erhielt die Anlage durch einen zusätzlichen Geländeankauf ihre heutige Gestaltung, reizvoll eingefügt im engen Talgrund des Gosenbachs, beschirmt von dem im Hintergrund aufragenden Wald.

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 162 deutsche Kriegstote des II. Weltkrieges.

Bilder von Siegen - Gosenbach

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Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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