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Tirana

Im Zweiten Weltkrieg sind in Albanien rund 2 400 deutsche Soldaten gefallen oder vermisst. Etwa 1 800 von ihnen sind namentlich bekannt. Ihre Gräber befinden sich an 87 Orten. Zu den deutschen Verlusten im Ersten Weltkrieg gibt es keine Angaben. Da sich das Land jahrzehntelang abgeschottet hatte, gab es keine diplomatischen Verbindungen zwischen Deutschland und Albanien. Anfang der 90er Jahre, nachdem das Land die Grenzen geöffnet hatte, waren erste Gespräche möglich.

Am 14. April 1994 wurde das Kriegsgräberabkommen zwischen Deutschland und Albanien geschlossen; am 7. Januar 1995 trat es in Kraft. Trotzdem war es wegen politischer Unruhen im Lande noch nicht möglich, für die deutschen Kriegstoten einen würdigen Soldatenfriedhof anzulegen. Nach den dem Volksbund vorliegenden Unterlagen befanden sich in Tirana, Shkodra, Elbasani, Vlora und Korca größere Gräberfelder. Nach Sondierungen durch den Umbettungsdienst wurde jedoch festgestellt, dass die meisten Gebeine wegen Überbettungen und auch wegen baulicher Maßnahmen nicht mehr geborgen werden konnten.

2002 war es dem Volksbund schließlich möglich, auf einer kleinen Fläche inmitten des Stadtparks von Tirana, einen deutschen Soldatenfriedhof einzurichten. Das Gelände wurde von der albanischen Regierung kostenlos zur Verfügung gestellt und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem kleinen Commonwealth-Friedhof und zu einem Denkmal. Hier sollen alle Gebeine deutscher Kriegstoter, die auch noch in den nächsten Jahren aufgefunden werden, eingebettet werden.

Im Zentrum der nur 150 m2 großen und mit einer Natursteinmauer eingefassten Anlage steht ein Gedenkstein aus Granit, auf dem das Symbol des Volksbundes und jeweils ein Gedenktext in deutscher und albanischer Sprache eingraviert sind. Um den Gedenkplatz wurden acht Stelen mit den Namen aller in Albanien gefallenen deutschen Soldaten gesetzt. Die Namen der rund 60 Gefallenen, die auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen, sind durch ein Symbol vor dem Namen kenntlich gemacht.

Landesinformation für Albanien

Die deutschen Verluste im Zweiten Weltkrieg betragen nach Schätzungen 3 600 Kriegstote, von denen 2 400 namentlich registriert sind. Zu den Verlusten im Ersten Weltkrieg gibt es keine Angaben. Das Kriegsgräberabkommen zwischen Albanien und Deutschland wurde am 14. April 1994 unterzeichnet und trat am 07.01.1995 in Kraft. Ein offizieller Ansprechpartner für den Volksbund wurde seitens der albanischen Regierung nicht benannt. Die deutschen Soldatengräber befinden sich in 173 Orten. Soldatenfriedhöfe mit mehr als 50 Toten gab es in acht Orten, in denen etwa die Hälfte aller registrierten deutschen Gefallenen ruhen. Der Wunsch des Volksbundes, eine zentrale Kriegsgräberanlage in Tirana zu schaffen, wurde von albanischer Seite positiv aufgenommen. Der kleine Friedhof konnte am 19.11.2006 eingeweiht werden. Dort sind die Namen aller in Albanien Gefallenen in Namensstelen aus Granit eingelassen. Die Namen der Geborgenen und auf dem Friedhof wieder bestatteten Toten sind mit einem Sonderzeichen auf den Stelen verzeichnet.

Kriegsgräberabkommen in Albanien

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Albanien über die deutschen Kriegsgräber in der Republik Albanien Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und die Regierung der Republik Albanien - in dem Wunsch, für die im Hoheitsgebiet der Republik Albanien liegenden deutschen Kriegsgräber eine endgültige Regelung zu schaffen, in dem Bestreben, die Erhaltung und Pflege dieser Gräber in würdiger Weise und gemäß den Bestimmungen des geltenden humanitären Völkerrechts sicherzustellen sind, wie folgt übereinkommen: Artikel 1 Im Sinne dieses Abkommens bedeuten die Begriffe: a) "deutsche Kriegstote": - Angehörige nach deutschen Streitkräften - diesen nach deutschem Recht gleichgestellte Personen, - sonstige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Krieges 1914/1918 oder des Krieges 1939/1945 gestorben sind; b) "deutsche Kriegsgräber": die im Hoheitsgebiet der Republik Albanien liegenden Gräber deutscher Kriegstoter; c) "deutsche Kriegsgräberstätten":die im Hoheitsgebiet der Republik Albanien noch existierenden, auffindbaren oder neu anzulegenden Friedhöfe oder Teile von Friedhöfen, auf denen deutsche Kriegstote bestattet sind. Artikel 2 (1) Die Regierung der Republik Albanien gewährleistet den Schutz der deutschen Kriegsgräber und das dauernde Ruherecht für die deutschen Kriegstoten in ihrem Hoheitsgebiet und hält die Umgebung der deutschen Kriegsgräberstätten von allen Anlagen frei, die mit der Würde dieser Stätten nicht vereinbar sind. (2) Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland ist berechtigt, die deutschen Kriegsgräber und deutsche Kriegsgräberstätten in der Republik Albanien auf ihre Kosten herzurichten und zu pflegen. Artikel 3 (1) Die Regierung der Republik Albanien überläßt für Vergangenheit und Zukunft kostenlos und auf unbegrenzte Dauer die als deutsche Kriegsgräberstätten dienenden Geländeflächen als dauernde Ruhestätten für die deutschen Kriegstoten. (2) Eigentumsrechte werden durch dieses Abkommen nicht berührt. Für notwendig erachtete Änderungen der Grenzen von als deutsche Kriegsgräberstätten genutzte Geländeflächen werden in gegenseitigem Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien oder den von ihnen bezeichneten Stellen geklärt. Wird im Einvernehmen zwischen den Vertragsparteien ein Gelände ganz oder teilweise nicht mehr für den vorgesehenen Zweck genutzt, so hat diese Änderung für die Regierung der Bundesrepublik Deutschland den Verlust des Nutzungsrechts daran zur Folge. (3) Sollte ein Gelände nach Absatz 1 aus zwingenden öffentlichen Gründen für eine andere Verwendung benötigt werden, so stellt die Regierung der Republik Albanien der Regierung der Bundesrepublik Deutschland ein anderes geeignetes Gelände zur Verfügung und übernimmt die Kosten für die Umbettung der Toten und für die Herrichtung der neuen Gräber. Die Auswahl des neuen Geländes, seine Herrichtung sowie die Durchführung der Umbettung erfolgen in beiderseitigem Einvernehmen. Artikel 4 (1) Die Regierung der Republik Albanien gestattet, ohne daß ihr daraus Kosten entstehen und nachdem ihr ein Plan zur vorherigen Zustimmung vorgelegen hat, der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, die Gräber der deutschen Kriegstoten, deren Umbettung die Regierung der Bundesrepublik Deutschland für notwendig erachtet, zusammenzulegen. Die Ausbettung von deutschen Kriegstoten erfolgt durch von deutscher Seite benannte Kräfte. (2) Über jede Umbettung eines deutschen Kriegstoten wird ein Protokoll angefertigt, in dem die alte und die neue Grablage, die Personalien, die Beschriftung der Erkennungsmarke oder andere Identifizierungsmerkmale genannt sind. (3) Soweit nachweisbar ehemals vorhandene deutsche Kriegsgräberstätten auf albanischem Boden durch zwischenzeitliche infrastrukturelle Veränderungen aufgelassen und die dort bestatteten deutschen Toten nicht mehr zu bergen sind, gestattet die Regierung der Republik Albanien auf deutschen Antrag hin die Errichtung von Gedenkstätten in schlichter und würdiger Form an diesen ehemaligen Standorten. Die Regierung der Republik Albanien stellt hierfür geeignetes Gelände zur Verfügung. (4) Soweit zur Ermöglichung einer endgültigen Bestattung auf einer deutschen Kriegsgräberstätte eine provisorische Bestattung deutscher Kriegstoter, die auf albanischem Boden gefunden werden, erforderlich wird, trifft die Regierung der Republik Albanien Vorkehrungen für deren ordnungsgemäße und würdige provisorische Bestattung und Kennzeichnung der Grabstätten. Artikel 5 Sofern sich auf deutschen Kriegsgräberstätten neben deutschen Kriegsgräbern auch Gräber von Kriegstoten anderer Staaten befinden, ist diese Tatsache bei Entscheidungen über Erhaltung und Pflege dieser Gräber angemessen zu berücksichtigen. Artikel 6 (1) Die Überführung deutscher Kriegstoter aus dem Hoheitsgebiet der Republik Albanien in die Bundesrepublik Deutschland bedarf der vorherigen Zustimmung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland. Die Regierung der Republik Albanien gestattet eine solche Überführung nur bei Vorliegen dieser Zustimmung. (2) Der Zustimmung der Regierung der Bundesrepublik Deutschland bedürfen auch Anträge an die Regierung der Republik Albanien, die eine Überführung deutscher Kriegstoter in Drittländer zum Zweck haben. (3) Alle Kosten und Gebühren für die Ausbettung und Überführung von deutschen Kriegstoten ins Ausland gehen zu Lasten der Antragsteller. (4) Bei der Ausbeutung von deutschen Kriegstoten zur Überführung können Vertreter der Behörden beider Staaten anwesend sein. Artikel 7 (1) Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland beauftragt den "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." (nachstehend " VOLKSBUND" genannt) mit der technischen Durchführung der Aufgaben in der Republik Albanien, die sich aus diesem Abkommen für die deutsche Seite ergeben. (2) Für den Fall, daß die Regierung der Bundesrepublik Deutschland eine andere Organisation beauftragen will, wird hierüber Einvernehmen zwischen den Regierungen hergestellt. Artikel 8 (1) Die Regierung der Republik Albanien gewährt dem VOLKSBUND jede mögliche Unterstützung, insbesondere den Zugang zu den bei allen Behörden und sonstigen Einrichtungen jetzt oder in Zukunft verfügbaren Unterlagen über deutsche Kriegsgräber und verstorbene deutsche Soldaten. Andere Vereinbarungen und Absprachen bleiben unberührt. (2) Zur Durchführung seiner Aufgaben kann der VOLKSBUND Vertreter, Fachkräfte und sonstiges Personal in die Republik Albanien entsenden. Artikel 9 (1) Der VOLKSBUND bedient sich bei der Ausführung der sich bei der Durchführung dieses Abkommens ergebenden Arbeiten nach Möglichkeit örtlicher Arbeitskräfte und örtlichen Materials gemäß den im freien Wettbewerb üblichen Bedingungen. (2) Der VOLKSBUND kann auch aus der Bundesrepublik Deutschland oder einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union Geräte, Transportmittel, Material und Zubehör, die für die Durchführung der in diesem Abkommen erwähnten Arbeiten erforderlich sind, in die Republik Albanien einführen und wieder ausführen. (3) Für die Zollabfertigung dieser Waren gilt folgendes: a) Vorübergehend eingeführte Geräte und Transportmittel werden bei ihrer Einfuhr in die Republik Albanien auf Einfuhr-Ausfuhr-Zollvermerk mit dem Vorbehalt abgefertigt, daß die genannten Geräte und Transportmittel nach Beendigung der Arbeiten wieder ausgeführt werden; b) Material und Zubehör, das für die Errichtung, Ausschmückung oder Pflege der Gräber, Gedenkstätten oder Friedhöfe bestimmt ist, bleibt frei von Eingangsabgaben, wenn den Zollbehörden zusätzlich zur regulären Einfuhrerklärung vorgelegt werden: - eine genaue Aufstellung der eingeführten Waren, - eine von einer dazu ordnungsgemäß befugten Person unterzeichnete Verpflichtungserklärung, die die verpflichtende Zusicherung enthält, daß die genannten Waren nur für die in diesem Abkommen vorgesehenen Zwecke verwendet werden. Artikel 10 (1) Die gemäß Artikel 3 Absatz 1 vereinbarte Überlassung der als deutsche Kriegsgräberstätten dienenden Geländeflächen gibt dem VOLKSBUND die Befugnis, im Rahmen der einschlägigen albanischen Rechtsvorschriften alle Herrichtungs- und Verschönerungsarbeiten auf den Kriegsgräberstätten sowie den Bau geeigneter Zufahrtswege, Aufenthaltsräume und sonstiger Einrichtungen für Besucher unmittelbar auszuführen. (2) Der VOLKSBUND sorgt dafür, daß bei Bauarbeiten alle hygiene- und gesundheitsrechtlichen Anforderungen beachtet werden, die die albanischen Gesetze vorsehen. Er befolgt die einschlägigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften über Friedhofsordnungen. Artikel 11 Dieses Abkommen tritt einen Monat nach dem Tag in Kraft, an dem die Vertragsparteien einander notifiziert haben, daß die erforderlichen innerstaatlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten erfüllt sind. Geschehen zu Tirana am 14. April 1994 in zwei Urschriften, jede in deutscher und albanischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist. Für die Regierung der Bundesrepublik Deutschland Kinkel Für die Regierung der Republik Albanien Serreqi

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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