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Tobruk

Hinweis: Zur Zeit finden Bauarbeiten der lybischen Regierung zum Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage in Tobruk statt. Dazu wurden auch am Ehrenmal Gräben entlang gezogen. Da die Meerwasserentsalzungsanlage wegen politischer Schwierigkeiten zurzeit nicht weitergebaut werde, seien die Bauarbeiten an den Gräben eingestellt worden. Zur Zeit ist es mit dem Pkw nur unter erschwerten Bedingungen möglich, das Ehrenmal aufzusuchen.

Der Volksbund versucht, im Rahmen von Gesprächen, das Thema einer Schutzzone anzugehen. Es wird versucht zu erreichen, dass zumindest eine kleine Mauer um das Ehrenmal herum errichtet wird, um anzudeuten, dass dort ein Schutzbereich besteht.

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Mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung bargen die Mitarbeiter des Volksbunds von November 1951 bis November 1953 bei der Feldgrabsuche 98 Prozent der in Libyen gefallenen deutschen Soldaten aus der Wüste. Die Regierung des damaligen Königreiches Libyen unterstützte die Arbeiten in jeder nur möglichen Weise und gewährte dem Volksbund die kostenlose Ausbeutung von zwei Steinbrüchen.

Der Reisende, der sich vom Osten her der Stadt Tobruk nähert, wird schon von weither auf der Höhe oberhalb der Stadt einen Bau erkennen, der in den Formen und der Farbe seines Mauerwerkes mit dem Charakter der libyschen Landschaft harmoniert. Es ist ein Gebäude von 40 mal 40 Metern Grundfläche und einer Höhe, die – je nach dem Geländeverlauf – zwischen zwölf und 14 Metern beträgt. Die Ecken werden von vier Rundtürmen – mit einem Durchmesser von sechs Metern – flankiert. Hinter den Seitenmauern ruhen in einer Gruft in einzelnen Sarkophagen 6.026 Gefallene des libyschen Kampfraumes.

Von dem schmalen Eingang in der Mitte der Vorderseite tritt der Besucher zunächst in den gewölbten Gedenkraum und erblickt ein drei Meter hohes Kreuz aus Eisenguss. Zu beiden Seiten des Kreuzes steht in Bronzebuchstaben:

Über gezeichnetem Haupt

Die nackte Gewalt des Gestirnes,

Ward der Kampf uns verhängt,

Und wir ertrugen die Glut.

Namen nennen euch hier den Ort,

Wo wir kämpften und fielen.

Wüste heißt dieser Ort,

Erde, spurloser Sand.

Wüstenwind hüllte uns ein,

Die Leiber versengend, die Herzen.

Schicksalsturm löschte das Licht

Unseres irdischen Tags.

Was wir gewesen, ihr seid’s!

Und was nun verhängt war, bedroht euch.

Lernt aus verwehter Spur!

Sorgt, dass die Wüste nicht wächst!

Auf dem Boden vor dem Hochkreuz liegt eine von einem Kranz umrahmte Gedenkplatte mit der Inschrift: "Das deutsche Volk seinen in Libyen gefallenen Soldaten und ihrem Feldmarschall Rommel". Aus diesem Raum führen rechts und links zwei Zugänge in die Arkadenumgänge und damit in den Ehrenhof. In der Mitte des Ehrenhofes liegt die unterirdische Gruft, von drei Seiten von Arkadenumgängen umschlossen, während die vierte Seite Nischen von geringer Tiefe aufweist.

Auf jeder Seite liegen fünf der insgesamt 20 Nischen. Drei der Nischen mit Reliefschmuck zeigen auf Diabasplatten – in altägyptischer Technik stilisiert – jeweils drei Soldaten des ehemaligen Deutschen Afrikakorps, insgesamt also neun Figuren, die gleichsam trauernd vor dem Grabe ihrer Kameraden stehen. 15 Arkaden-Nischen tragen an ihren Rückwänden in Mosaiksetzung die Namen der in der Gruft beigesetzten Gefallenen. Das zentrale Mal besteht aus einer von vier Engeln getragenen Feuerschale. Der Besucher kann über die Treppe in einem der Türme zum oberen Terrassenumgang emporsteigen. Von hier aus hat er einen weiten Blick über die karge Landschaft, die einst Schauplatz der erbitterten Kämpfe um Tobruk war.

Die Kriegsgräberstätte wurde am 20. November 1955 eingeweiht.

Bilder von Tobruk

Tobruk.jpgTobruk+Mosaik.jpgTobruk+Kreuz.jpgTobruk+Kranz.jpgTobruk+Innenhof.jpgTobruk+Blick+auf+Meer.jpg

Karte der Kriegsgräberstätten


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Landesinformation für Libyen

Während des Zweiten Weltkrieges greift Deutschland 1941 zur Unterstützung seines Verbündeten Italien in die Kämpfe in Nordafrika ein. Ziel war auch, den für England wichtigen Seeweg durch den Suez-Kanal abzuschneiden. Als die Kämpfe auf diesem Kontinent am 13.05.1943 endeten, gingen 130.000 Deutsche und ebenso viele Italiener in Gefangenschaft. Zurück blieben viele tausend Gefallene aller am Krieg beteiligte Nationen. Der Volksbund legte für über 20.000 deutsche Gefallene in Ägypten, Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien Kriegsgräberstätten an.

Kriegsgräberabkommen in Libyen

Es existiert kein Kriegsgräberabkommen. Fragen der Gräberfürsorge werden geregelt mit: Verbalnote des Außenministeriums des Königreichs Libyen vom Januar 1965: unter Bezugnahme auf den Schriftwechsel zwischen der libyschen Regierung und der deutschen Botschaft betreffend das Grundstück für das Ehrenmal der deutschen Kriegsgefallenen in Tobruk, insbesondere der Note der Botschaft vom 30. Mai 1964, beehrt sich das Ministerium mitzuteilen, dass die zuständige libysche Behörde genehmigt hat, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das Grundstück, auf dem das Ehrenmal errichtet wurde, für diesen Zweck in Besitz genommen hat. Es ist nicht notwendig, dass das Grundstück in das Eigentum des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge übertragen wird.

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