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Xanten-Gemeindefriedhof

Kriegsgräberstätte Xanten

Hier ruhen 298 Tote des Zweiten Weltkrieges, darunter 18 Fremdarbeiter (1 Däne, Russen und Polen): Soldaten und zivile Bürger; Männer, Frauen und Kinder, die Opfer von Krieg oder Gewaltherrschaft wurden.

Ein erstes Gräberfeld entstand im Krieg unmittelbar neben der Leichenhalle auf dem Gemeindefriedhof. Wehrmachtsangehörige wie auch Bürger der Stadt bestatteten dort ihre Toten. Am 20. November 1942 kamen 43 Menschen, darunter zwei Frauen, bei einem Unglück im Arbeitshaus 4 der Luftwaffenmunitionsanstalt 2/ VI in Xanten ums Leben. Eine Gedenkfeier für diese Opfer fand am 25.11.1942 statt. 23 von ihnen, darunter eine der Frauen, sind auf der Kriegsgräberstätte in Xanten beigesetzt, die anderen in ihre Heimatort überführt worden. Ein Gedenkstein für diese Toten befindet sich in der Hees auf dem ehemaligen Gelände der Munitionsanstalt. 35 Soldaten kostete eine weitere Explosion in der Luftwaffenmunitionsanstalt Hees am 6. Oktober 1944 das Leben. Die Toten wurden in drei Sammelgräbern beigesetzt.

Viele der auf dem Gräberfeld des Gemeindefriedhofes ruhenden Soldaten, zivilen Bürger und ausländischen Mitbürger sind Opfer der schweren Bombenangriffe vom 10. und 13. Februar 1945. Beim Bombenangriff am 10. Februar kam auch der Xantener Dombaumeister Johann Schüller ums Leben (Grab-Nr. 138). Ganze Familien wurden bei den Bombenangriffen ausgelöscht. So starben beim Angriff am 13. Februar allein 10 Mitglieder der Familie Merissen (Grab-Nr. 99 - 104), darunter der 3-jährige Karl Josef.

Am 21. Februar, einem hellen Frühlingstag, sank der Xantener Dom in Trümmer. Das Dach ist weggefegt, die Gewölbe eingestürzt, der Nordturm ein Stumpf, die Mauern geborsten, der Kreuzgang zerfallen: ein Anblick des Grauens, so lesen wir in einer Chronik. Im März 1945 lag Xanten in Schutt und Asche. Ein Bombenangriff am 25. Februar forderte weitere Opfer und Zerstörungen.

Für die ab April aus der Evakuierung heimkehrende Bevölkerung galt es zunächst, das tägliche Überleben zu sichern. Unvergessen bleibt das Engagement von Walter Bader, dem späteren Landeskonservator, der es verstand, viele Xantener Frauen und Männer für den Wiederaufbau des Domes zu begeistern. Ihre Tatkraft und viele Spenden sowie finanzielle Unterstützung von Bund und Land ermöglichten den Wiederaufbau des geschichtsträchtigen Xantener Domes. 1957 begann die Neugestaltung der Kriegsgräberstätte in Xanten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leistete der Stadt Hilfestellung und übertrug Gartenarchitekt Willi Tapp, Düsseldorf, diese Aufgabe.

Die Leichenhalle neben der Kriegsgräberstätte wurde abgerissen und eine neue an anderer Stelle errichtet. Von Ende Januar bis Mitte März 1960 erfolgten 129 Graböffnungen zum Zwecke der Identifizierung und Umbettung der Toten innerhalb der Anlage. Die Arbeiten waren schwierig, weil die Toten seinerzeit - vor allem in den letzten Kriegstagen - oft nur in aller Eile bestattet werden konnten. Gelang eine nachträgliche Identifizierung, so erhielt der Tote ein Einzelgrab, nicht identifizierte Tote verblieben in Sammelgräbern. Die Einzelgräber bekamen Grabkreuze aus Ruhrsandstein. Auf einigen Kreuzen stehen keine Daten der Toten, da der Platz hierfür nicht ausreicht. Deshalb finden wir zwischen diesen Kreuzen Steinplatten mit den Namen der Bestatteten. Aber nicht in allen Fällen kann die genaue Lage der Toten angegeben werden.

Heutiger zentraler Punkt der Kriegsgräberstätte ist das Hochkreuz mit einem kleinen Gedenkplatz. Links vom Kreuz sind auf liegenden Metallplatten die Namen der Gefallenen der Stadt Xanten aus beiden Weltkriegen zu lesen. Weiter links vom Hochkreuz, etwas abgesetzt an einem Weg, befindet sich die Anlage mit den Gräbern der Fremdarbeiter, von denen einige willkürlich getötet worden waren. Die Inschrift auf dem Gedenkstein, den die Stadt 1996 aufstellte, erinnert an ihr Schicksal.

Die Kriegsgräberstätte wurde am 19. November 1961 (Volkstrauertag) durch Regierungspräsident Kurt Baurichter, Düsseldorf, eingeweiht und in die Obhut der Stadt Xanten gegeben.

Eine weitere Kriegsgräberstätte befindet sich auf dem Friedhof des Franziskanerklosters in Xanten-Mörmter. Die im Krieg beim Truppenverbandsplatz Gamerschlagshof bestatteten Toten wurden in den 50er Jahren zur Kriegsgräberstätte nach Kamp-Lintfort überführt.

Bilder von Xanten-Gemeindefriedhof

Xanten-Gemeindefriedhof_Xanten1.jpg

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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