Nachricht
Agnes Müller war für Kriegsgräberfürsorge unterwegs
Spendensammeln so erfolgreich wie nie
20. Februar 2019
  • Rheinland-Pfalz

Quelle: Rhein-Zeitung Kreis Ahrweiler vom Dienstag, 11. Dezember 2018, Seite 23

Niederzissen. Ihre Bemühungen waren so erfolgreich wie noch nie, konnte Agnes Müller doch erstmals die 1000-Euro-Marke knacken. Auch in diesem Jahr hat sich Müller in Wassenach trotz ihrer gesundheitlichen Beschwerden wieder auf den Weg gemacht, um zum 15. Mal seit 2003 für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu sammeln. Exakt 1007,40 Euro kamen in Wassenach für den Erhalt und die Neuanlage von Kriegsgräbern zusammen.

Es darf nie vergessen werden, dass Millionen deutscher Soldaten von den Schlachtfeldern der Weltkriege im vergangenen Jahrhundert nicht zurückkehrten. Waren im Ersten Weltkrieg in Frankreich die meisten Opfer zu beklagen, so waren es im Zweiten Weltkrieg die Schlachten an der Ostfront, welche die größten Opfer forderten. Danach verhinderte der „Eiserne Vorhang“ im gesamten Osten für viele Jahre eine geordnete Umbettung und somit das Anlegen von Friedhöfen für die gefallenen deutschen Soldaten. Erst seit dem Zusammenbruch der alten Machtstrukturen im Osten ist es der Deutschen Kriegsgräberfürsorge möglich, auch dort Friedhöfe für die Gefallenen anzulegen.

Mit ihren Spenden tragen die Wassenacher Bürger dazu bei, dass nach mehr als 70 Jahren diesen Menschen, die durch den unseligen Krieg sterben mussten, eine würdige Ruhestätte gegeben werden kann. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und der damit verbundenen gesundheitlichen Beschwerden wird die bald 80-Jährige in den kommenden Jahren die Sammlung allerdings nicht mehr durchführen können. Es bleibt daher zu hoffen, dass sich jemand findet, der die Spendenbereitschaft der Bevölkerung demnächst genauso wecken kann, wie dies Agnes Müller und zuvor ihr schon 2002 verstorbener Ehemann Werner Müller über Jahrzehnte getan haben. Hier sind rüstige Rentner, pensionierte Bundeswehrsoldaten oder einfach engagierte Mitbürger gefragt, die sich beim Ortsbürgermeister melden sollten. Es wäre schade, wenn dem Volksbund der Beitrag aus Wassenach in Zukunft fehlen sollte. hwk