Aktion
An den Volksbund...
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13. August 2020

In loser Folge veröffentlichen wir Schreiben, die den Volksbund aus den unterschiedlichsten Kreisen und auf verschiedenen Kanälen erreichen. Egal, ob Sie Mitglied, Spenderin oder Spender oder dem Volksbund einfach nur zugeneigt sind  wir freuen uns über Ihre Worte!
Kontakt 

Annemarie Hommel aus Kassel stand dem Volksbund als Zeitzeugin des Zweiten Weltkrieges für ein Interview zur Verfügung. Im Anschluss schreibt sie:

Liebe Frau Dr. Dodenhoeft,

in Zeiten von Coronakrise möchte ich Ihnen und Frau Schmid einen Sonnenstrahl aus Worten schicken. Alles im Leben geht vorüber und dies gilt auch für schwierige Zeiten! Es gibt im Leben Berge, über die man hinweg muss, sonst geht der Weg nicht weiter.
Aber es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur suchen, ihn finden und mutig, voller Hoffnung und Zuversicht weitergehen! Ohne schwere Zeiten würden wir die guten nicht schätzen!
Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Darum atme, lächle und leg los! Ein Lächeln ist ein Geschenk, das sich jeder leisten kann.
Bleiben Sie gesund, geduldig und zuversichtlich, denn der größte Reichtum ist Frieden und Gesundheit!

Herzlich grüßt Sie
Ihre Annemarie Hommel
(Brief vom 20.11.2020)

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Das Team des Metallbaubetriebs Theurer in Schömberg schreibt uns:

Guten Morgen Frau Deuse,

wir sind der ausführende Metallbaubetrieb, in dem der Gedenkkranz zum Volkstrauertag beziehungsweise der Stahlring hergestellt wird. Ihr Projekt ist klasse und unser ganzer Betrieb ist mit allen Mitarbeitern mit großem Enthusiasmus an dem Projekt beteiligt.

Wir freuen uns sehr, dass wir einen kleinen Teil dazu beitragen dürfen, ein Symbol für Frieden zu erstellen, das über die Grenzen Deutschlands hinaus Beachtung findet. Ein Symbol, das nicht nur an das Leid und die Not erinnert, die Krieg mit sich bringt, sondern auch in Erinnerung rufen soll, wie wertvoll es ist, in Frieden und Freiheit leben zu dürfen.

Liebe Grüße vom ganzen Team Metallbau Theurer

(Mail vom 21.10.2020)

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Konrad Nickel schreibt uns:

"Liebe Frau Dr. Christiane Deuse,

Vielen Dank für Ihre Mitteilung, es ist immer wohltuend, die Mitteilungen vom Volksbund zu lesen und all die Bemühungen, die dahinter stecken, zu bewundern.

Es sind schon über 77 Jahre vergangen, seit mein Vater in Russland gefallen bzw. an Fleckfieber in einem Hauptlazarett gestorben ist. Wenn auch die Grablege nicht mehr besteht, da der Friedhof nicht mehr existent ist, bleibt die Erinnerung an den Vater auch Dank des Volksbundes noch immer bestehen. Auch mein Schwiegervater ist im gleichen Jahr in Russland im Mittelabschnitt gefallen.

So lesen meine Frau und ich Ihre Veröffentlichungen immer mit großem Interesse. Ja, das dürfen wir ganz ehrlich sagen: Wir sind dankbar, dass es den Volksbund gibt mit seinen vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich für diese Sache einsetzen. (...)

Mit freundlichen Grüßen aus Sandhausen,
Ihr Konrad Nickel. "

(Mail vom 15.10.2020)


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Felix Evers schreibt uns:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

danke für die vielen Bemühungen, Ihre Workcamps auch unter den Bedingungen der Pandemie fortzuführen. Die Versöhnung von Jugendlichen über den Gräbern dort, wo man sich früher mit Waffen gegenüberstand, bewirkt auf unüberbietbar niveauvolle Weise Frieden und Völkerverständigung im Heranwachsendenalter.

Ich bin jetzt bald 50 Jahre alt und habe im Bereich der Friedenspädagogik noch nichts Besseres gefunden als diese Workcamps. Hier beten wir mit Jugendlichen aus Ländern, die früher unsere Kriegsgegner waren, gegen die wir die Waffen gezückt haben, Hand in Hand an den Gräbern. Sie zeigen uns ihre Kultur, Familien und ihre Gastfreundschaft, und es werden Freunde, die früher Feinde waren. Diese Workcamps sind für mich heute ein Zauberschlüssel dafür, wie ich junge Menschen motivieren kann, Frieden und Versöhnung konkret zu leben.

Zugleich antworten sie auf hochaktuelle Streitfragen wie die „Cancel Culture“: Wer Denkmäler stürzt, mit dem Wissen von heute Kunstwerke wie Gemälde, Filme, Opern oder Romane schwärzt bzw. korrigiert, historische Personen auf ein biographisches Detail reduziert, missliebige Straßennamen entfernt, missbraucht Macht, ja übt ideologisch motivierte Gewalt aus; zudem berauben solche Bilderstürmer nachwachsende Generationen um niveauvolle Bildungsarbeit, die  wie vom Volksbund geleistet  sich gerade aus ambivalenten Biographien speist.

Mit freundlichen Grüßen
 
Pfarrer Felix Evers"

(Mail vom 2.10.2020)

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Eva-Maria Abdel-Rahman schreibt uns:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Volksbundes!

Mit besonders großem Interesse habe ich den Bericht über die Reise von Fritz Wepper zur Gedenkstätte seines Vaters gelesen (FRIEDEN, 2/2019 - Anm. d. Red.). Nun - dieser Ort ist ja gut erreichbar. Ich möchte Ihnen kurz schildern, wie es mir ergangen ist, als ich mutterseelenalleine zur Ruhestätte meines Vaters (an den ich keinerlei Erinnerung habe) nach Baku geflogen bin. Mein Vater war Hubert Lachotta.

Dank Ihrer Hilfe betreute mich Dr. Bagirow. Ich hatte schon Angst, dass er nicht ins Hotel kommt, doch er kam pünktlich mit seiner Tochter. Er brachte mich mehrmals zur Ruhestätte. So etwas hatte ich nicht erwartet! Es war ein richtiger Friedhof mit Grabsteinen. Ich denke noch täglich daran.  Auch waren die Hütten da, in denen die Gefangenen gelebt haben. Dr. B. hat sich (...) toll um mich gekümmert. Er hat mit mir eine Rundfahrt mit dem Schiff gemacht und mich mit zu seiner Familie genommen. All dieses war das schönste Erlebnis meines Lebens! Ich möchte es noch einmal machen, aber ich bin 81 und nicht mehr fit genug

Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre weltweite Fürsorge und den unermüdlichen Einsatz und bin
mit herzlichen Grüssen aus München,

Ihre Eva-Maria Abdel-Rahman

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Jutta Schneider schreibt uns:

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor mir liegt die Fördererkarte 2020 meines Vaters Albert Wocher. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass mein Vater (geb. 2.5.1928) am 28.3.2020 gestorben ist.

Er war jahrzehntelang Mitglied beim Volksbund, Spender und hat viele Jahre Haussammlungen in seiner Gemeinde für den Volksbund durchgeführt. In seinen Unterlagen finden sich noch Listen und eine Gesamtaufstellung der Einnahmen der Haussammlungen aus den Jahren 1980-2002 mit einer großen Gesamtsumme!

Sein Engagement für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge war wirklich beachtlich und mit Sicherheit darauf zurückzuführen, dass er zwei Tage vor seinem 17. Geburtstag, also am 30.4.1945, in französische Kriegsgefangenschaft geraten und nach Südwest-Frankreich gebracht worden war.

Er blieb insgesamt drei Jahre in Frankreich (ein Jahr als Freiarbeiter). Er hat überlebt und war zeitlebens dankbar dafür; wieviele hatten nicht dieses Glück... Ein gleichaltriger Kamerad aus seiner Gemeinde ist im November 1945 im Lager in Frankreich gestorben. Und gerade jetzt  nach 75 Jahren Ende des Zweiten Weltkrieges  erinnern wir uns an all das Schreckliche, das passiert ist.

Und dennoch: Mein Vater hatte das Glück, in Frankreich Menschen kennenzulernen, die zum Teil  auch trotz schlimmer Erfahrungen als Kriegsgefangene in Deutschland  an Versöhnung dachten und bereit waren zu freundschaftlicher, menschlicher Verbundenheit! Diese Freundschaften haben sein Leben bereichert  auch meines, da ich seit fast 40 Jahren auch mit diesen Freunden in Frankreich verbunden bin (und war einige sind schon gestorben).

Durch meinen Vater bin ich seit vielen Jahren Mitglied im Volksbund.

Alles Gute und freundliche Grüße
Jutta Schneider