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Volkstrauertag: Von Japan bis Brasilien
Gedenken weltweit auf Kriegsgräberstätten – ein Auslands-Rundblick
20. November 2020

Von Japan bis Brasilien, von Russland bis Südafrika hat der Volkstrauertag am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr Bedeutung. An unzähligen Orten weltweit zeugen Kränze von lebendiger Erinnerung an die Kriegstoten – an die deutschen und die anderer Nationen. 

Frankreich, diese Nation der Erinnerung und des Gedenkens, musste sich entschließen, Veranstaltungen einzuschränken oder abzusagen.“ Was Carole Novy, die Leiterin des Volksbund-Büros in Metz, schrieb, galt überall am 15. November 2020. An Bedeutung hat dieser Tag dadurch nicht verloren, wie viele Beispiele aus aller Welt zeigen.

Noch einmal sei Frankreich als Beispiel genannt: An vielen Orten mit einem deutschen Soldatenfriedhof ist es Ehrensache, der Toten zu gedenken – wie in den Gemeinden Avranches-Mont d'Huisnes, Lesneven-Ploudaniel und Pornichet. Botschafter Hans Dieter Lucas legte einen Kranz auf den deutschen und französischen Soldatenfriedhöfen in Versailles nieder. Besonderer Dank galt den Volksbund-Mitarbeitenden, die Kränze für den Volksbund, aber auch für die Botschaft und einige Konsulate niederlegten – auch das ist beispielhaft.

Vielerorts weltweit gedachten Botschafts- oder Konsularvertreter und Militärattachéstäbe gemeinsam mit dem Volksbund der Kriegstoten:

In Belgien legte der deutschen Botschafter Martin Kotthaus in Lommel, auf der größten deutschen Kriegsgräberstätte Westeuropas, einen Kranz nieder – ebenso wie der Volksbund-Beauftragte für Belgien, Ehrenoberst Erik De Muynck, und Myriam Koonings, Leiterin von 'Huis over Grenzen' im Auftrag der Stadt Lommel.

In Spanien gab es einen Gedenkgottesdienst mit Kranzniederlegung durch die Deutsche Botschaft auf dem Soldatenfriedhof Cuacos de Yuste in der Stadt Caceres, wo 26 deutsche Soldaten aus dem Ersten und 154 aus dem Zweiten Weltkrieg begraben sind.

In Portugal war die Hauptstadt Lissabon der Schauplatz, an dem Botschaftsvertreter der Kriegstoten gedachten. Und in Aljezur an der Algarve legten ein Vertreter deutscher Soldaten der Nato in Portugal und der Honorarkonsul im Namen des Botschafters der Bundesrepublik einen Kranz nieder.

In der Schweiz liegen Kränze auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich. Dort befindet sich ein Ehrenmal für Soldaten, die in den Kriegen verstorben sind. Der neue Botschafter der Bundesrepublik aus Bern, Michael Flügger, leitete die Gedenkstunde

In Italien fanden in Milis und Cagliari  auf Sardinien sowie Cassino und Pomezia Gedenkveranstaltungen in kleinstem Kreis statt. In Cassino etwa waren auch der Ständige Vertreter des Deutschen Botschafters, Klemens Mömkes und der Verteidigungsattaché Achim Hertgens dabei.

In Griechenland legten der Botschafter Dr. Ernst Reichel gemeinsam mit dem Verteidigungsattaché der Botschaft Oberst i.G. Axel Pütz auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Dionysos-Rapentosa bei Athen einen Kranz nieder.

Rumänien: Eine kleine, aber würdige Veranstaltung organisierte die Deutsche Botschaft Bukarest gemeinsam mit der französischen und der bulgarischen Botschaft auf den Bukarester Friedhöfen Pro Patria und Bellu.

In Albanien  gab es eine Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt Tirana. Dort legte Botschafter Peter Zingraf mit Oberstleutnant i.G. Dirk Weber, StFw Marko Dinger vom mit dem Militärattachéstab einen Kranz nieder.

In Mazedonien hatte die Deutsche Botschafterin Anke Holstein in Skopje gemeinsam mit dem französischen Botschafter Cyrille Baumgartner der Kriegstoten gedacht. Beteiligt waren die Militärattachéstäbe beider Nationen, die aus Tirana angereist waren.

Ungarn:  Auf der Kriegsgräberstätte in Budaörs bei Budapest nahmen der deutsche Botschafter Johannes Haindl, der Verteidigungsattaché OTL i.G. Uwe Zvonar, der S3-Offizier OLt Elisabeth Kurz sowie der Büroleiter HptFw Normen Fuchs an einer Gedenkveranstaltung teil. Auch der Volksbund-Länderbeauftragte in Ungarn  VDK, Imre Kovács, legte einen Kranz nieder.

Ukraine: In vergleichsweise großem Rahmen – und streng nach Corona-Vorschriften – kamen diplomatische Vertreter aus 15 Ländern (EU-Länder, USA, Japan, Aserbaijan) und des Volksbundes zusammen. Eingeladen hatte die Deutschen Botschafterin Feldhusen. Die Veranstaltung wurde von einem Militärorchester musikalisch begleitet.

Slowakei: Die zentrale Gedenkfeier fand auf der deutschen Kriegsgräberstätte  in Bratislava-Vrakuňa statt. Die Deutsche Botschafterin, Barbara Wolf, gedachte mit Vertretern der deutschen Botschaft Pressburg, des Karpatendeutschen Vereins, des Volksbundes und Gästen – unter ihnen auch der ehemalige deutsche Botschafter, Dr. Axel Hartmann, der Opfer von Krieg und Gewalt. Für die im Raum Bratislava gefallenen Soldaten ist auf dem Friedhof Ružinov im Stadtteil Bratislava - Vrakuňa ein Sammelfriedhof errichtet worden, auf dem rund 1.000 gefallenen deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges beerdigt sind.

Tschechien: Auch am Grab eines unbekannten deutschen Soldaten in Prag lagen Kränze: auf dem Stadtteilfriedhof Motol, der nicht zu den Kriegsgräberstätten des Volksbundes zählt.

Russische Förderation: Traditionell trugen auf dem Kriegsgefangenenfriedhof in Ljublino am Rande der Hauptstadt Schüler der Deutschen Schule Moskau den Kranz. Die Rede hielt die Ständige Vertreterin, Beate Grzeski, gehalten.  Neben dem deutschen Militärattachéstab unter der Führung von Brigadegeneral Horn waren auch die Verteidigungsattachés weiterer, am Zweiten Weltkrieg beteiligter Nationen vertreten. Auf dem Mitte der 90er Jahre eingeweihtem Friedhof sind 486 deutsche Soldaten in Einzelgräbern bestattet.

Belarus: Zur Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte Tarassowo bei Minsk kamen der deutsche Botschafter Manfred Huterer, Verteidigungsattaché Andreas Leibner mit Vertretern des Volksbundes und des belarussischen Außenministeriums zusammen. Sie gedachten der 1.098 deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, die dort begraben sind, aber auch 14 belarussischer Widerstandskämpfer und Soldaten, sich sich der Besatzungsmacht widersetzt hatten und das mit ihrem Leben bezahlten.

Lettland: Auf dem Sammelfriedhof Beberbeki, 20 Kilometer von Riga entfernt, gedachten sie der Toten des Zweiten Weltkrieges: David Bartels, Geschäftsträger  der Deutsche Botschaft in Riga, Baiba Blodniece als Parlamentarische Staatssekretärin des MVg Lettland und der Volksbund-Beauftragte für Lettland, Janis Racins. Der neue Botschafter Christian Heldt was als Privatperson dabei  - er ist seit dem 17. November im Amt.

Litauen: Im Vingio-Park in der Hauptstadt Vilnius legte das diplomatische Corps mit Botschaftern und  Militärattachés Kränze ab. Vertreten waren die USA, Frankreich, Großbritannien, die Ukraine, Kanada. Teilgenommen hat auch der stellvertretende litauische Verteidigungsminister sowie Kulturwerteschutzdienst und Ehrenwache mit Trompetern der litauischen Armee. Die Organisation lag beim deutschen Verteidigungsattaché Konstantin Bellini.

Finnland: Deutsch-britische Freundschaft, manifestiert in Helskini: Im Anschluss an einen Gottesdienst in der Deutschen Kirche nahm auch der Britische Botschafter, Tom Dodd an  eine Gedenkstunde am Denkmal der 1918 gefallenen Soldaten teil.

Schweden: Nach Gottesdiensten in der britischen und der deutschen Kirche in Göteborg stand das Gedenken mit Kranzniederlegungen an den Gedenksteinen für gefallene britischen und deutsche Soldaten im Zentrum.

Großbritannien: Dreifache Gedenken am britischen Remembrance Day (11. November): Verteidigungsattaché Michael Oberneyer legte einen Kranz bei der Gedenkveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof in Brookwood nieder, die der Militärattachéstab London in jedem Jahr selbst organisiert. In Cannock Chase, der deutschen Kriegsgräberstätte für fast 5.000 Kriegstote beider Weltkriege, legte Luftwaffenattaché Stephan Breidenbach einen Kranz nieder. Marineattaché Mathias Schmidt zollte den Gefallenen bei einer Zeremonie auf dem Soldatenfriedhof in Botley nahe Oxford Respekt.

In Südafrika nahm der Militärattachéstab Pretoria an den Gedenkveranstaltungen in Pretoria und Kapstadt teil: In Kapstadt war unter anderen der Generalkonsul Matthias Hansen dabei, in Pretoria der deutsche Botschafter Martin Schäfer. Auch Vetreter der SA Police Counter Insurgency Unit Veterans League gedachten der Kriegstoten.

Auch in Tunesien rückte der deutsche Botschafter Peter Prügel den Volkstrauertag bei einer Gedenkveranstaltung in Bordj Cedria in den Mittelpunkt.

Ägypten: Auch die Kranzniederlegung in El-Alamein (EGY) fand in kleinstem Rahmen statt. Dabei waren  auch der deutsche Botschafter Dr. Cyrill Nunn, der britische Botschafter Sir Geoffrey Adams, der britische Verteidigungsattaché Steve Deacon und der deutsche Verteidigungsattaché Jan Otte.

Israel: Auf der Kriegsgräberstätte in Nazareth gab es eine Kranzniederlegung in kleinstem Rahmen. Der Volksbund dankte dem Militärattachéstab um Tim Hullmann (stellvertretenden Militärattaché) und Botschafterin Susanne Marianne Wasum-Rainer für ihr Engagement.

Jordanien: Ein Gedenkgottesdienst zum Volkstrauertag fand im deutschen Einsatzkontingent Jordanien in Al-Asrak statt.

Türkei: Mit 50 geladenen Gästen beging die Deutsche Botschaft Ankara auf dem Soldatenfriedhof in der Sommerresidenz des Botschafters, Jürgen Schulz, in Istanbul-Tarabya den Volkstrauertag. Dabei waren auch Vertreter der türkischen Streitkräfte, der Bürgermeister von Sariyer sowie der stellvertretende Bürgermeister von Istanbul.

Irak: Die Kranzniederlegung mit Schutzwesten am Deutschen Soldatenfriedhof in Bagdad fand ohne Zeremonie statt. Botschafter Dr. Ole Diehl und Verteidigungsattaché Christoph Schumann legte Kränze nieder. Der Deutsche Soldatenfriedhof ist für irakische Verhältnisse in exzellentem Zustand und wird von einer Familie instandgehalten. Die Inschriften auf den Grabstellen – teilweise über 100 Jahre alt – sind allesamt lesbar.

Indonesien: Auch in Jakarta beschränkte sich die Zeremonie auf der deutschen Kriegsgräberstätte auf eine stille Kranzniederlegung.

Japan: Der Verteidigungsattaché Oberst i.G. Karsten Kiesewetter legte in Bando, Narashino und Oita  Kränze zum Gedenken an die Soldaten nieder, die in japanischen Kriegsgefangenenlagern nach der Schlacht von Tsing-Tao  1914 verstorbenen sind. Gedenken in Oita war eine Premiere. Presse und Fernsehen berichteten intensiv darüber - unter anderem, weil sich dort auch das Grab seines Urgroßonkels, Julius Paul Kiesewetter, befindet. Darüber hinaus gedachte der Verteidigungsattaché der 1942 bei einer Schiffsexplosion gefallenen deutschen Soldaten auf dem Friedhof in Yokohama.

USA: Auf dem Arlington National Cemetery legte der Heeresattaché vom Militärattachéstab Washington einen Kranz nieder. Oberst i.G. Stephan Lissinna und Stabsfeldwebel Ingo Schulz gedachten am Grab von Oberfeldwebel Anton Hilberath den mindestens 830 deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges, die in den Vereinigten Staaten gestorben sind. Er ist der einzige deutsche Kriegsgefangene, dessen Grab sich auf dem Nationalfriedhof Arlington befindet.

Brasilien: Die Botschaft Kanadas ist die einzige in Brasília mit einer Gedenkstätte für Kriegstote. Der Gesandte der deutschen Botschaft, Marc Bogdahn, legte einen Kranz am Epitaph auf dem Botschaftsgelände nieder – begleitet vom Militärattachéstab. Auch zahlreiche Vertreter anderer Botschaften des Commonwealth, befreundeter Nationen und Brasiliens gedachten der Toten und des Leides zahlreicher Kriege bei dieser Zeremonie.

Argentinien: Der deutsche Friedhof von Chacarita/Buenos Aires war in Argentinien Schauplatz des Gedenkens in kleinem Rahmen, teilte die deutsche Botschaft mit.

Australien: In Tatura legte der Honorarkonsul aus Melbourne, Michael Pearce, im Auftrag des deutschen Botschafters einen Kranz nieder.

Aktion Vergissmeinnicht

Deutsch-britisches Gedenken stand beim Volkstrauertag 2020 im Mittelpunkt. 1.000 Vergissmeinnicht und Mohnblumen (Poppys) schmücken einen Kranz, der aktuell in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht. Vergissmeinnicht sind in Deutschland, Mohnblumen in den Commonwealth-Staaten Symbolblumen für das Gedenken an alle Kriegstoten.

Sie können die Aktion "Vergissmeinnicht" und die Arbeit des Volksbundes mit einer Spende unterstützen – per Überweisung, Bankeinzug oder telefonisch. Seine Arbeit finanziert der Volksbund als gemeinnütziger Verein vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Mehr Informationen finden Sie unter www.volksbund.de/helfen.

Christiane Deuse
Redakteurin
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