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Auszeichnung für überzeugten Europäer
Klaus Knoll mit Staufermedaille geehrt
20. Dezember 2018

Baden-Württembergs Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, hat in Stuttgart für die Landesregierung Klaus Knoll aus Bad Buchau die Staufermedaille überreicht. Mit dieser hohen Auszeichnung würdigt das Land das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement von Klaus Knoll für den Volksbund.

Im Beisein von Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan würdigte Guido Wolf die Verdienste von Klaus Knoll mit den Worten: „Die Staufermedaille ist eine der höchsten Auszeichnungen, die das Land Baden-Württemberg verleiht. Sie soll ein langjähriges ehrenamtliches, gesellschaftliches oder bürgerschaftliches Engagement würdigen, das weit über das berufliche Wirken hinausreicht. Sie haben sich mit Ihrer europäischen Friedensarbeit um das Land Baden-Württemberg verdient gemacht, denn: Was Europa dient, was dem Frieden in Europa dient, das dient auch unserem Land!“ Guido Wolf dankte auch Knolls Ehefrau Eva mit Sohn Julius für ihre Unterstützung bei dem großen ehrenamtlichen Engagement.

Das Jugendlager Federsee

Im Jahr 1983 kam Klaus Knoll als junger Teilnehmer im „Jugendlager Federsee“ zum Volksbund. Bereits seit 1962 ist diese Gruppe mit Teilnehmenden aus dem Federseegebiet für den Volksbund aktiv. Waren in den ersten Jahren vor allem Frankreich, die Niederlande und auch Italien die Ziele des Jugendlagers, verschob sich der Einsatzschwerpunkt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ab dem Jahr 1993 in den östlichen Teil Europas.

Damals wurde Klaus Knoll Mitglied im Leitungsteam. Es waren besonders diese bi-nationalen Jugendbegegnungen in Ost- und Südost-Europa, die den Boden für die Akzeptanz der Arbeit des Volksbundes sowie für eine politische und zwischenmenschliche Annäherung bereiteten. Im Lauf der Jahrzehnte wurde das „Jugendlager Federsee“ zu einer Institution im Federseegebiet und darüber hinaus und zeigte, wie kaum eine andere Gruppe des Gesamtverbandes, die Wandlung und Entwicklung in der Jugend- und Bildungsarbeit des Volksbundes. Die Arbeit an den Kriegsgräbern ist nach wie vor wichtiger Bestandteil der Projekte, dazu kommen die Grundsätze der Bildung und der internationalen Begegnung. Wie schon sein Vorgänger Albert Braig hat Klaus Knoll diese Entwicklung wesentlich geprägt. Seit 2003 ist er Leiter der jährlichen Jugendbegegnungen.

“Frieden in Europa ist nichts Selbstverständliches. Der Volksbund trägt mit seiner Jugendarbeit dazu bei, dass sich auch die junge Generation dessen bewusst ist – trotz oder gerade weil wir auf dem Gebiet der Europäischen Union die längste Friedensperiode haben, die es auf unserem Kontinent jemals gegeben hat. Reflektierte Erlebnisse auf Kriegsgräberstätten werden zu Erfahrungen, die Europa weiter zusammen wachsen lassen und damit Frieden und Wohlstand sichern“, betonte Klaus Knoll in seiner Dankesrede. Als aktives Vereinsmitglied leitet Klaus Knoll nicht nur Jugendbegegnungen, er ist auch Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Baden-Württemberg und Vertreter im Bundesjugendausschuss.

In seiner Rede hob Minister Wolf auf die Bedeutung des Engagements für den Volksbund ab: „Dass man in ganz Europa Soldatenfriedhöfe besuchen kann, dass man dort auf würdige Orte der Trauer, des Gedenkens, der Mahnung trifft, das haben wir Menschen wie Ihnen, Herr Knoll, zu verdanken! Bei diesen Reisen in immer andere europäische Länder geht es aber nicht nur um den Erhalt der Kriegsgräber. Es geht auch darum, den Horizont der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu weiten, für das europäische Friedensprojekt und für die Völkerverständigung zu werben; aber auch darum, mit Menschen, mit Jugendlichen vor Ort in Rumänien, in Lettland, in Italien, Frankreich, Polen und vielen weiteren Ländern ins Gespräch, in den Austausch zu kommen!“

Als überzeugter Europäer war es Klaus Knoll ein besonderes Anliegen, das diesjährige „Jugendlager Federsee“ im Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges an dem Ort zu veranstalten, wo einst die Jugendarbeit des Volksbundes begonnen hat. Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Lommel mit Besuch der Europastadt Brüssel war die Gruppe gemeinsam im belgischen Ypern bei der Last-Post-Zeremonie am Menen-Tor, wo sie einen Kranz niederlegten. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch von Notre-Dame-de-Lorette, dem größten Soldatenfriedhof Frankreichs und dem Ring der Erinnerung, einem einmaligen und zukunftsweisenden Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Für 2019 ist eine Jugendbegegnung im Kaliningrader Gebiet geplant.

Heike Baumgärtner