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Besuch einer Ausbettung
Journalistenreise auf den Balkan
09. Oktober 2018

Von Split nach Belgrad – unter diesem Titel bereisen aktuell mehrere Journalisten unter der Begleitung der Volksbund-Pressesprecherin Diane Tempel-Bornett den Balkan. Doch neben den schönen Landschaften ist der Balkan vor allem durch seine bewegte und zumeist kriegerische Geschichte geprägt. Für den Volksbund ist das kein leichtes Arbeitsfeld. Das soll sich ändern: Zurzeit werden drei Kriegsgräberabkommen intensiv verhandelt. Eines davon – das deutsch-serbische Kriegsgräberabkommen steht direkt vor dem Abschluss. 

Der Volksbund vermutet knapp 60.000 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges und etwa 20.000 Tote des Ersten Weltkrieges in der Balkanregion. Mindestens 46.000 Tote müssen noch geborgen werden. Wenn die Kriegsgräberabkommen in Kraft treten, könnten die Toten durch den Volksbund-Umbettungsdienst geborgen und würdig bestattet werden.

Wie so eine Ausbettung vonstatten geht, davon konnten sich die mitreisenden Journalisten heute persönlich überzeugen. Sie besuchten eine bereits vorab genehmigte Ausbettung in Zrtnic, Gemeinde Drinis. Dort erfuhren sie auch, dass es mit der reinen Bergung der Gebeine nicht getan ist. Für eine spätere Identifizierung ist es vor allem wichtig, die gesamte Fundsituation wie auch alle Knochen genauestens zu protokollieren, anhand derer eine überraschend genaue Altersschätzung erfolgen kann. Das eigentliche Ziel der Suche ist neben der würdigen Bergung der Gebeine aber das Auffinden der so wichtigen Erkennungsmarke. Auf diese Weise gibt der Volksbund den Angehörigen einen Ort der Trauer und den Toten ihre Namen zurück.

Maurice Bonkat
Redakteur
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