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Budaörs: 160 Soldaten nachträglich identifiziert
19 Jahre nach der Umbettung findet Volksbund-Mitarbeiter eine Liste im Archiv
03. Juni 2020

Archivarbeit ist es zu verdanken, dass der Volksbund nachträglich 160 Soldaten identifizieren kann, die am 11. Februar 1945 in Budapest gefallen sind. Der ungarische Mitarbeiter vor Ort, Gabor Kohlrusz, hat im Archiv der Komunalverwaltung Budapest im 12. Bezirk eine Liste entdeckt, die das möglich macht.

Die Gefallenen waren bei Kriegsende auf dem Kommunalfriedhof Budapest 10 begraben und namentlich oder mit der Nummer ihrer Erkennungsmarke auf einer Liste erfasst worden. 2001 hatte der Volksbund die Toten exhumiert und auf der Kriegsgräberstätte Budaörs bei Budapest im Block 1 eingebettet.

Die jetzt entdeckte Liste verzeichnet 60 Soldaten mit Namen und 100 mit Erkennungsmarken-Nummer. Nur zwei der Soldaten finden sich aktuell in der Gräbersuche-Online des Volksbundes als „vermisst”; zehn weitere Namen stehen in der Vermisstenbildliste des Deutschen Roten Kreuzes, ergaben die Recherchen von Gabor Kohlrusz.

Mit den Unterlagen, die der Gräberdienst des Volksbundes jetzt aus Ungarn erhalten hat, sind weitere Schritte möglich: Der Volksbund kann Angehörige benachrichtigen, die eine Suchanfrage gestellt haben. Er kann die Datenbank der "Gräbersuche Online" mit derzeit über 4,8 Millionen Einträgen ergänzen. Und er kann dafür sorgen, dass in Budaörs im Block 1 künftig die Namen zu lesen sind.

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