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Bundesverdienstkreuz für Engagement in Slowakei
Dr. Michal Bochin gibt nach über 30 Jahren Amt als Volksbund-Länderbeauftragter ab
28. Juli 2020

Mehr als 30 Jahre engagiertes Wirken für die deutsch-slowakische Völkerverständigung – dafür erhielt Dr. Michal Bochin das Bundesverdienstkreuz. Der Länderbeauftragte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Slowakei nahm es bei einer Feierstunde in kleinem Rahmen in Bratislava aus den Händen des deutschen Botschafters, Joachim Bleicker, entgegen.

Auch hier hatte die Corona-Pandemie die Pläne durchkreuzt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zwar offiziell am 17. Februar an Bochin verliehen, doch zur tatsächlichen Übergabe kam es erst am 22. Juli.

Gratulanten aus Rendsburg und Prešov
Zu den Gästen, die sich bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse der Residenz des deutschen Botschafters in Bratislava einfanden, zählten hochrangige Vertreter des Innen- und des Verteidigungsministeriums sowie Gäste aus Bochins Heimatstadt Prešov in der Ostslowakei, unter ihnen die Oberbürgermeisterin, Andrea Tručanova.

Von deutscher Seite nahmen unter anderem der Militärattaché, Oberstleutnant i.G. Schmidt, und eine Abordnung des Lufttransportgeschwaders 63 aus Rendsburg teil. Soldaten dieses Verbandes leisten seit mehr als zehn Jahren regelmäßig Pflegeeinsätze auf Kriegsgräberstätten in der Slowakei.

Wertvoller Einsatz für Kriegsgräberabkommen
Botschafter Bleicker hob in seiner Laudatio die unermüdliche Tätigkeit des Länderbeauftragten hervor, die schon vor der Gründung der Slowakischen Republik 1993 begonnen hatte und Bochin zum „Gesicht des Volksbundes“ in der Slowakei werden ließ. Zudem verdanke man es nicht zuletzt seinem vehementem Einsatz, dass im August 2000 ein deutsch-slowakisches Kriegsgräberabkommen zustande gekommen sei.

Die Betreuung der deutschen Friedhöfe des Ersten und Zweiten Weltkrieges in der Slowakei würdigte Bleicker als bedeutenden Beitrag zur gegenseitigen Verständigung von Slowaken und Deutschen. Dabei betonte der Botschafter die rege, fruchtbare und zielorientierte Zusammenarbeit zwischen Kommunen, der Verwaltung, der slowakischen Armee, der deutschen Botschaft und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Sichtbarer Ausdruck seien sowohl der vorzügliche Pflegezustand der Friedhöfe, als auch gemeinsame Gedenkveranstaltungen unter anderem der deutschen Botschaft zum Volkstrauertag.

Bundeswehr-Pflegeeinsätze in der Ostslowakei
Gerade den Pflegeeinsätzen deutscher Soldaten in Uniform auf Kriegsgräberstätten etwa in Važec und Hunkovce in der Ostslowakei komme dabei eine überragende Bedeutung zu, da sie die Bundeswehr einer breiteren Öffentlichkeit im Lande näherbrächten. Mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold war Michal Bochin 2016 ausgezeichnet worden.

Mit sichtbarem Stolz nahm Michal Bochin das Bundesverdienstkreuz entgegen und dankte seinerseits mit bewegten Worten. Er verwies dabei auf seinen Vater, der sich bereits unmittelbar nach dem Kriege um die Gräber deutscher Gefallener gekümmert habe. So sei er in gewissem Sinne einer familiären Tradition gefolgt, als er die Aufgabe des Volksbund-Länderbeauftragten in der Slowakei zu Beginn der 1990er Jahre übernommen habe. Eine Aufgabe, die ihm zufolge noch lange nicht abschließend erfüllt sei.

Viele tausend Kriegstote noch nicht geborgen
Denn noch immer gelte es, viele tausend Tote in den Waldgebieten der Ostslowakei zu finden, zu bergen und sie würdig zu bestatten. Hierbei mehr als 30 Jahre lang erfolgreich mitgewirkt zu haben, erfülle ihn mit tiefer Genugtuung. Um so mehr wünsche er seinem Nachfolger, Oliver Liesener, dass er in diesem Sinne zielgerichtet und erfolgreich werde anknüpfen können, damit der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Slowakei weiterhin als ein Garant für Frieden und Völkerverständigung wahrgenommen werde.

Text: Dr. Dirk Reitz
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