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Dachschaden auf der Kriegsgräberstätte
Renovierung im belgischen Lommel
09. Mai 2019

Das Dach ist undicht – so lautet das fachmännische Urteil des Referats Bau des Volksbundes bezüglich der Krypta auf der deutschen Kriegsgräberstätte im belgischen Lommel. Dieser Schaden wird nun behoben, was auch zu kleineren Einschränkungen der Besucher führen wird. Doch dies ist nur der Anfang. Wie auch bei vielen anderen der insgesamt 832 Kriegsgräberstätten des Volksbundes stehen hier in Lommel künftig noch weitere Arbeiten auf der langen Renovierungsliste.

Von hier aus hatte man immer den besten Überblick. Wer sich jemals über die Treppe in der Krypta von Lommel auf die kupferblechbeschlagene Dachterrasse der Kriegsgräberstätte Lommel begab, den erwartete ein ebenso beindruckender wie erschütternder Anblick: Viele tausende Kreuze erstrecken sich wortwörtlich so weit das Auge blickt. Der Besuch dieser Terrasse hatte für viele Menschen immer auch einen gewissen pädagogischen Charakter, einen Lerneffekt. Denn dort oben wurde es sichtbar, der Schrecken des Krieges, der so viele Tote verschuldete, dass man ihre Zahl kaum begreifen kann. Doch der erhöhte Blick über eine der großen Kriegsgräberstätten wie in Lommel, macht schnell deutlich, worum es geht – und wie viele Menschenleben ein Krieg kostet. Danach sieht man klarer. 

Diesen Moment der Erkenntnis, der sich bei den meisten Besuchern ganz unmittelbar beim Besuch an diesem authentischen Ort der Geschichte einstellte, gilt es nun durch die kommenden Bauarbeiten zu bewahren.

Dazu sollen in der ersten Phase der Krypta-Sanierung noch in diesem Jahr die Terrassenabdichtung und auch die Abdichtung des Sockels der Kreuzgruppe mit Kosten von etwa 35.000 Euro erfolgen. Die belgische Denkmalschutzbehörde übernimmt dabei einen Teil der Kosten. Ohnehin werden die deutschen Kriegsgräberstätten in Belgien besonders von der flämischen Regionalregierung regelmäßig gefördert und unterstützt.

Die Arbeiten in Lommel werden am 19. August 2019 starten und je nach Witterung etwa drei Wochen dauern. Das Ende der Arbeiten ist für den 6. September erwartet. Besucher können den Friedhof sowie die angrenzende Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) weiterhin besuchen, die Terrasse der Krypta ist dann allerdings gesperrt. Das Mosaik und die Skulptur "toter Soldat" von Franz Mikorey im Erdgeschoss sollen weiterhin zugänglich bleiben. In der zweiten Phase der Bauarbeiten, ab voraussichtlich 2020, wird dann mit der aufwändigen Sanierung des Mosaiks begonnen.

Maurice Bonkat

Maurice Bonkat
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