Nachricht
Der Kampf gegen den unsichtbaren Feind
Volksbund in aller Welt – heute: Bericht aus Frankreich
28. März 2020

In Deutschland herrscht Krisenstimmung. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus? Seitdem sich die Schlagbäume gesenkt haben, dringen weniger Informationen zu uns durch. Wir haben deshalb Mitarbeiter des Volksbundes in vielen Ländern gebeten, aus ihrer Heimat zu berichten. Heute: Carole Novy, Leiterin der Volksbundgeschäftsstelle in Metz.

In seiner Ansprache vom 16. März 2020 erklärte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron, wir befänden uns "im Krieg" gegen die Pandemie des Covid-19.

Es ist für uns seltsam, dieses Wort "Krieg" zu hören, denn obgleich wir es in unserer Arbeit im Volksbund täglich gebrauchen, so doch immer nur in einer Vergangenheitsform. Jetzt ist er also hier, der Feind, ohne Nationalität. Er ist unsichtbar, unberechenbar, heimtückisch, er schlägt zu, er tötet, setzt uns außer Gefecht, egal wo und egal wann. Unsere Teams werden zu Soldaten, die uns in aller Dringlichkeit organisieren, umorganisieren müssen, damit wir unsere Aufgabe in aller Sicherheit weiterführen können: den Unterhalt der deutschen Kriegsgräberstätten in Frankreich. Unsere Gärtner sind an der Front, um diese wunderbaren Friedensorte Instand zu halten. Unsere Verwaltungsmitarbeiter navigieren das Schiff von ihrem Wohnzimmer, ihrer Küche, ihrem Büro aus, das Auge immer auf die neuesten Anweisungen der Regierung und des Arbeitsministeriums gerichtet, allzeit bereit, eine neue Anweisung des "Stabs" entgegenzunehmen. Die Regierungsanweisungen werden umgesetzt und je nach Entwicklung der Situation angepasst. Die 110 Mitarbeiter des Volksbunds in Frankreich blicken nach vorn, die Front ist wachsam. Supertruppen - ihnen sei gedankt.

Unsere Kriegsgräberstätten sind für den Publikumsverkehr geschlossen, immer im Hinblick auf den Sicherheitsaspekt. Doch die Vögel singen, die Bäume blühen, der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die Hoffnung auf bessere Tage, die Hoffnung auf einen Sieg in diesem unsichtbaren Krieg und darauf, in naher Zukunft erneut die wärmende, hoffnungsspendende Sonne genießen zu dürfen.

Bleiben Sie gesund.

Carole Novy