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Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Auszeichnung für einen Comic nach einer wahren Geschichte
21. November 2019

Im Rahmen des Empfanges nach der Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 17.11. in Berlin wurden die vier Preisträgerinnen und Preisträger des zweiten Deutsch-Französischen Comicwettbewerbs ausgezeichnet. 

Maureen Osthues, Defne Cetin, Yves Fürst von Sayn-Wittgenstein und Julian Binder aus der 13. Klasse des Martinus-Gymnasiums in Linz am Rhein nahmen die Auszeichnung von Volksbund-Generalsekretärin Daniela Schily entgegen. 

Die Schülerinnen und Schüler wurden von ihrer Lehrerin Stephanie Meurer begleitet, die auch den Anstoß zur Teilnahme am Comicwettbewerb gegeben hatte. Die professionellen Zeichnungen stammen von Maureen Osthues. Die Stiftung Frieden und Gedenken unterstützte den Ersten Preis – nämlich das Berlin-Wochenende für die vier Preisträger. Sophie Hollop, Bildungsreferentin im Landesverband Berlin begleitete das Berlin-Wochenende. Auf dem Programm standen auch der Besuch der Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Plötzensee und der Besuch der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag. Für drei der vier Jugendlichen aus Rheinland-Pfalz war es der erste Besuch dort. 

Der Deutsch-Französische Comicwettbewerb wird vom Volksbund und seiner französischen Partnerorganisation L’office national des anciens combattants et victimes de guerre (ONAC VG) ausgerichtet. „Den Schrecken überwinden. Wiederaufbau und Neuanfang“ war das Thema des Wettbewerbs. 

Eine Geschichte von Flucht und Entbehrung

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ so lautete der Titel des Beitrages der vier Jugendlichen. Der Comic erzählt die Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, das mit ihrer Familie aus Stettin fliehen muss, von den Entbehrungen der Flucht, dem Finden einer neuen Heimat nach einer langen Suche und dem unverhofften Wiederfinden des Großvaters. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. 

Wir fragten die vier Preisträger nach ihrer Motivation, nach der Dauer des Arbeitsprozesses und wie man in einer Gruppe einen Comic zeichnen kann.

„Wie seid ihr denn auf diese Geschichte gekommen?

Es war nicht die erste Idee, die wir dazu hatten. Aber als wir im Geschichtsunterricht bei Frau Meurer die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen behandelten, haben wir uns auf dieses Thema geeinigt.

Wie verlief der Prozess von der Idee zum fertigen Comic?

Zuerst haben wir recherchiert, dann haben wir Interviews mit Zeitzeugen geführt. Das war sehr interessant. Die Geschichte haben wir allerdings ein bisschen verfremdet. Wir haben auch recherchiert, welche Namen damals üblich waren, außerdem welche Fluchtrouten aus Stettin damals häufig genutzt wurden. Und dann haben wir die Route der Zeitzeugen mit Hilfe von Google Maps nachgestellt. 

Wie oft habt ihr euch dafür getroffen – und wie lange hat die Erstellung des Comics gedauert?

Es war ein durchgehender Prozess und wir haben uns regelmäßig getroffen. Natürlich haben wir auch viel per WhatsApp abgesprochen. Aber insgesamt haben wir vier bis fünf Wochen benötigt. Wir haben beispielsweise auch recherchiert, wie die Kleidung zu dieser Zeit aussah und haben das in den Zeichnungen berücksichtigt.

Euer Comic ist wirklich sehr beeindruckend. Ganz herzlichen Glückwunsch! 

Der 3. Comicwettbewerb läuft schon! 

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich – alleine oder in einer Gruppe – künstlerisch mit dem Thema Demokratie auseinanderzusetzen, ist herzlich eingeladen, am 3. Comicwettbewerb teilzunehmen. Bis zum 30. Mai können Beiträge zum Thema: „Setz dich ein – Demokratie lebt durch uns“ eingereicht werden. Mehr Informationen: www.volksbund.de/mediathek/mediathek-detail/flyer-comic-wettbewerb-setz-dich-ein-demokratie-lebt-durch-uns