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Eine Freude und eine Ehre
Jānis Raciņš mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
05. Dezember 2018

Oberst a. D. Jānis Raciņš erhielt für sein außerordentliches Engagement als Landesbeauftragter für Lettland im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete Raciņš auf Vorschlag des Bundesministers des Auswärtigen Amtes am 27. Juli 2018 aus. Zusätzlich wurde Raciņš am 25. November 2018 von Rolf Schütte, dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Lettland geehrt. 

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf über 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten. 59 befinden sich auf dem Territorium der Republik Lettland. Jānis Raciņš hat diese Aufgabe als Landesbeauftragter „entscheidend geprägt […] und wesentlich zur weiteren Stärkung der bilateralen deutsch-lettischen Beziehungen beigetragen“, betonte Botschafter Schütte in seiner Laudatio.

Nachdem Raciņš seine militärische Laufbahn, u.a. als Verteidigungsattaché in Deutschland und Österreich 2006 beendet hatte, übernahm er in seinem Ruhestand die Aufgaben des ehrenamtlichen Volksbund-Beauftragten für Lettland. Die Pflege bereits bestehender Kriegsgräberstätten und die Identifizierung neuer Stätten hat er gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Pflegereferats vorangebracht. Jedes Jahr werden auf Initiative des Volksbundes Pflegeeinsätze durch Workcamps von Jugendlichen und Erwachsenen sowie Reservisten durchgeführt, 2019 auch in Lettland. 

Außerdem unterstützt Raciņš die Arbeit des Deutschen Riga-Komitees vor Ort, z.B. bei Gedenk- und Erinnerungsreisen von Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsstädte. Besonders wichtig ist seine verbindende Rolle zum lettischen “Brüderfriedhofkomitee“.

„Versöhnung über den Gräbern bringt eine tiefe Erkenntnis in sich, wodurch wir unsere Geschichte besser verstehen und Verständnis für unsere gemeinsame Zukunft aufbringen. Es ist für mich eine Ehre und Freude, für diese Organisation arbeiten zu dürfen“, sagte Raciņš während seiner Dankesrede in der Residenz des deutschen Botschafters.

Der gebürtige Lette ist nicht nur außerordentlich engagiert, er hat auch eine beeindruckende militärische Laufbahn aufzuweisen. Seine Ausbildung hat Raciņš in Daugavpils, Moskau und später bei der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg erhalten. Während seiner Dienstzeit in den Streitkräften des wieder unabhängigen Lettland war Raciņš zuletzt von 1999 bis 2006 als Verteidigungsattaché in Deutschland und Österreich eingesetzt. Im Jahr 2006 kehrte er nach Lettland zurück und ging ein Jahr später in den Ruhestand – in dem er sich jetzt für den Volksbund engagiert.

Simone Schmid
Referentin Kommunikation/Social Media
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