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Einheit, Freude, Frieden? Ja, aber nicht in dieser Reihenfolge
Eine Diskussion zu 30 Jahre Zwei-plus-Vier-Vertrag mit Lothar de Maizière
14. September 2020

Es war am 12. September 1990, dass in Moskau der Vertrag zwischen den beiden deutschen Staaten sowie den vier Hauptsiegermächten des Zweiten Weltkriegs unterzeichnet wurde. Einer der Signatare war der DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière.

Die wichtigste Unterschrift meines Lebens

Jetzt, 30 Jahre später, berichtete er in einem Gespräch, das Volksbund-Abteilungsleiterin Dr. Heike Dörrenbächer moderierte, was damals geschah – und was beinahe noch schief gegangen wäre. Zuerst galt es, den Frieden zu garantieren und das hieß, auch die polnische Westgrenze klar anzuerkennen und das von Seiten Deutschlands auf ABC-Waffen verzichtet wurde, dann kam die Einheit – dann war Zeit für Freude, die Lothar de Maizière dann neben Erschöpfung auch verspürte. Aber er sagte auch: „Das war die wichtigste Unterschrift meines Lebens.“

Der Leiter der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes, Dr. Andreas Görgen, erläuterte die deutsche Europapolitik seit der Vereinigung. Zum ersten Mal in eineinhalb Jahrhunderten sei es gelungen, Deutschland so in das europäische Staatenkonzert einzubinden, dass es von niemandem als Bedrohung empfunden werde. Auch wir Europäer sollten uns nicht dauernd von anderen bedroht fühlen. An die PEACE LINE-Teilnehmerinnen und Teilnehmer wandte sich Görgen mit der Aufforderung, bei allen Problemen auch Freude über unsere Gemeinsamkeit zu empfinden.

Eigentlich sollte der 12. September 2020 auch der Auftakt der Jugendbildungsreisen des Projekts PEACE LINE sein, was aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich war. Darauf wies Volksbund-Präsident Schneiderhan in seinem Grußwort hin. Der 12. September wäre ein guter Ausgangspunkt gewesen, so Schneiderhan, „denn hier kommen historisch und auch völkerrechtlich Vergangenheit und Zukunft zusammen.“

Die Aufzeichnung des interessanten Gesprächs findet man hier