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Eintrag im Kirchenbuch löst 20-jähriges Rätsel
Deutscher und polnischer Soldat starben wohl am ersten Tag des Überfalls auf Polen
30. Juli 2020


Ein Eintrag im Kirchenbuch war das letzte Puzzleteil, das fehlte, um ein vollständiges Bild zu zeichnen und eine lange Suche zu beenden. Nahe der polnischen Ortschaft Silna (früher Schilln) in der Gemeinde Pszczew (Wojewodschaft Lubuskie) fand der Volksbund die Gebeine eines deutschen Soldaten und eines Polen.

Angehörige hatten sich schon im Jahr 2001 mit ungefähren Angaben zur Grablage an den Volksbund gewandt. Dort fand sich der Name des Vermissten auf einer Liste, nicht aber Konkretes zum Bestattungsort. Knapp 20 Jahre später gaben Einwohner des polnischen Ortes entscheidende Hinweise, die von Gräbern aus dem Zweiten Weltkrieg berichteten. Recherchen führten daraufhin zu einem Eintrag im örtlichen Kirchenbuch – und damit war das Bild komplett.

Nebeneinander begraben
Im Auftrag des Volksbundes sondierte die Suchgruppe Pomost an vorgegebener Stelle und fand nicht nur ein Grab, sondern zwei Gräber direkt nebeneinander. Das des gesuchten deutschen und das eines polnischen Soldaten. Beide sind vermutlich am ersten Tag des deutschen Überfalls auf Polen, am 1. September 1939, gefallen.

Die Gebeine des deutschen Kriegstoten, der sich vorläufig anhand der Reste einer Erkennungsmarke identifizieren ließ,  exhumierte der Volksbund. Sie werden auf dem nächstgelegenen Zubettungsfriedhof eingebettet. Außerdem barg das Team Ausrüstungs- und persönliche Gegenstände.

Polnische Behörden informiert
Die sterblichen Überreste des polnischen Soldaten, der vermutlich dem polnischen Grenzschutz angehörte, beließen die Umbetter in dem Grab und informierten die polnischen Behörden (IPN), die die weiteren Schritte übernehmen.

Christiane Deuse
Redakteurin
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