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Engagement gegen den Einsatz von Kindersoldaten
Düsseldorfer Jugendliche überreichen Ergebnisse der Aktion Rote Hand an Oberbürgermeister Thomas Geisel
23. Mai 2019
  • Düsseldorf

Düsseldorf. Seit die Aktion Rote Hand vor 16 Jahren ins Leben gerufen wurde, wurden in Düsseldorf schon mindestens 1 Millionen Handabdrücke gesammelt, schätzt Günter Haverkamp, Initiator der Aktion. Am 14. Mai wurden die jüngsten Ergebnisse der Aktion im Rathaus an den Oberbürgermeister Thomas Geisel übergeben. Mit dabei war der Leistungskurs Geschichte des Theodor-Fliedner-Gymnasiums aus Kaiserswerth, der die Aktion gemeinsam mit dem Volksbund durchgeführt hatte. Mit der Übergabe der Handabdrücke forderten sie den Oberbürgermeister auf, sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten stark zu machen. Neben dem Kurs des Theodor-Fliedner-Gymnasiums nahmen auch Schüler des Freien Christlichen Gymnasiums und Jugendliche vom Jugendrotkreuz Nordrhein an der Veranstaltung teil.

Der Oberbürgermeister bedankte sich für das Engagement der Jugendlichen und betonte, wie wichtig der Einsatz für die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention ist. Er machte deutlich, dass sich nicht alle Kinder frei entfalten können, weder früher noch heute. Sein Vater beispielsweise sei im Zweiten Weltkrieg gerade noch zu jung gewesen, um als minderjähriger Flakhelfer eingezogen zu werden. Er persönlich erinnert sich daran, welche Entfaltungsmöglichkeiten die Europäische Union bietet, z.B. durch die Reisefreiheit oder die Währungsunion. Weil die Kinderrechte jedoch nicht überall selbstverständlich gelebt werden und auch heute viele Kinder an Kriegsschauplätzen leben und als Soldaten kämpfen müssen, bekräftigte er seinen persönlichen Friedenswunsch mit einem eigenen Handabdruck für die Aktion Rote Hand.

Das Werk des Leistungskurses entstand während der Vorbereitung auf eine Kursfahrt. Ende Mai wird der Kurs für mehrere Tage nach Flandern fahren und Orte des Ersten Weltkrieges, die Kriegsgräberstätte in Lommel und die EU-Stadt Brüssel besuchen. Im Rahmen der Vorbereitung beschäftigten sich die Schüler*innen u. a. mit der Biografie von Hermann Dänner, der im März 1945 ums Leben kam, während er als minderjähriger Soldat in der Wehrmacht kämpfte. Sein Grab ist auf der Kriegsgräberstätte in Lommel. Abschluss der Unterrichtseinheit war der Bezug zur Gegenwart – dabei setzte der Leistungskurs ein Zeichen für den Frieden und Kinderrechte, als alle ihre Handabdrücke neben der Friedenstaube verewigten.
Der Volksbund unterstützt die Aktion Rote Hand seit vielen Jahren. Die Aktion findet insbesondere um den 12. Februar statt, dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Wir danken Günter Haverkamp für das Engagement und die Organisation des Empfangs beim Oberbürgermeister in Düsseldorf.

Text: Jana Moers
Fotos: Niloufar Ahmadzadeh