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Europa, der Krieg und ich
Ausstellungseröffnung im Zentrum Innere Führung
07. Juni 2019

Es war ein besonderer Rahmen und vor allem auch ein passender Ort für die feierliche Eröffnung der Volksbund-Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“: Denn das  „Zentrum Innere Führung“ ist eine Dienststelle der Bundeswehr in Koblenz, die sich unter anderem um die Politische Bildung verdient gemacht hat. Dazu gehört auch das Wissen um die beiden Weltkriege, deren Folgen und Ursachen. Hier vermittelt die Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“, die anlässlich des 100-jährigen Volksbund-Jubiläums neu konzipiert wurde, wichtige Eindrücke anhand von zahlreichen authentischen Ausstellungsstücken, die auch ein kritisches Licht auf die eigene Volksbund-Geschichte werfen.

Auf Einladung des Kommandeurs Generalmajor Reinhardt Zudrop freute sich Volksbund-Generalsekretärin Daniela Schily sehr über die Gelegenheit, die Ausstellung gerade in den Räumen des Zentrums Innere Führung präsentieren zu können: „Einen besseren Platz kann man sich für eine solche Ausstellung kaum vorstellen. Hier wo der Blick in die Vergangenheit dazu genutzt wird, in die Zukunft zu schauen, hier wo demokratische Kultur geschmiedet wird, hier wo der kritische Diskurs eine große Rolle spielt – hier ist ein guter Platz für eine solche Ausstellung.“

 

Kein Verschweigen

Tatsächlich verknüpft das neue Ausstellungskonzept, welches den Besucher durch konkrete Anschauungsobjekte sowie authentische Einzelbiografien stärker involviert, die große Weltpolitik mit den wichtigsten Ereignissen der Volksbund-Friedensarbeit in den vergangenen 100 Jahren. Weitere Informationen zur Ausstellung und vieles mehr finden Sie auch auf unserer Jubiläumsseite: www.100-jahre-volksbund.de/mediathek

Dabei werden auch die dunklen Seiten keineswegs außer Acht gelassen: „Dass der Volksbund in der Zeit des sogenannten Dritten Reiches selbst zu einem willfährigen Propagandainstrument geworden ist, beschämt uns noch heute. Verschweigen dürfen wir es nicht“, sagte Generalsekretärin Schily, die sich auch ausführlich im folgenden TV-Interview äußerte. Bitte klicken Sie hier.

Zugleich betonte Daniela Schily, dass Volksbund und Bundeswehr seit ihrer Gründung eine wichtige Partnerschaft pflegen, die sich auch ganz konkret in der Unterstützung von Workcamps, Veranstaltungen, der Sammlung, freiwilligen Arbeitseinsätzen und vielem mehr in vorbildlicher Weise zeige. Dies werde auch durch die Ausstellung verdeutlicht.

 

Ähnlich sah es auch der gastgebende Kommandeur, Generalmajor Reinhardt Zudrop, der zugleich zahlreiche Ehrengäste begrüßte, darunter Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Rheinland-Pfälzischen Landtages, mehrere Landräte, die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs, den Präsident des Bundesarchivs, Dr. Michael Hollmann, sowie Generalarzt Dr. Bruno Most und viele mehr.

Erinnern und Mahnen

 „Seit vielen Jahren arbeiten wir vertrauensvoll mit dem Volksbund in Koblenz zusammen. Dafür möchte ich an dieser Stelle direkt meinen tiefen Dank aussprechen. Es ist uns auch sehr wichtig, (...) die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges wachzuhalten, damit nie wieder persönliche und nationale Egoismen in derartiges Verderben und Chaos führen. (...) Bei Veranstaltungen wie der heutigen wird immer wieder eines schnell deutlich: Krieg ist kein weit entferntes Phänomen, sondern kann sehr rasch real werden“ sagte Reinhardt Zudrop. Zugleich dankte der Generalmajor dem Volksbund für seine internationale Friedens- und Versöhnungsarbeit, die eine zukunftsweisende Auseinandersetzung mit der Geschichte befördere: „Dieses Erinnern und Mahnen hat sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Aufgabe gemacht und dafür sind wir sehr dankbar. Setzen Sie Ihre gesellschaftspolitische wertvolle Arbeit fort!“

Auch der rheinland-pfälzische Volksbund-Landesvorsitzende Martin Haller (MdL) lobte das Ausstellungskonzept – und verdeutlichte zugleich dessen Hintergrund: „Die Ausstellung zeigt in beeindruckender Weise, dass der Volksbund immer neue Herausforderungen und Aufgaben erfolgreich bewältigt hat. Diese Veränderungen kamen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der historischen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Dass dabei noch immer das Schicksal der Toten im Vordergrund steht und damit auch heute noch die Menschen berührt werden, ist die eigentliche Leistung des Volksbundes. Diese Leistung ist Ansporn für uns bei der täglichen Arbeit, weit über den Landesverband Rheinland-Pfalz hinaus.“

Die Ausstellung „Europa, der Krieg und ich“ ist noch bis zum 10. Juni, täglich von 15 bis 18 Uhr im Zentrum Innere Führung /Koblenz geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Auch außerhalb dieser Zeiten sind Gruppen nach vorheriger Anmeldung willkommen: Tel: 0261-1336890, bv-koblenz-trier@volksbund.de

Ansprechpartnerin: Bettina Hörter, Volksbund-Geschäftsführerin BV Koblenz-Trier

Das Foto zeigt (von links) den Volksbund-Beauftragten für Rheinhessen-Pfalz, Bruno Schwarz, den Bezirksgeschäftsführer Rheinhessen-Pfalz, Ulrich Johann und Bezirksverbands-Mitarbeiterin Martina Ruckteschler.