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Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Moskau
19. November 2019

„Unsere Friedhöfe sind Mahnung, dass die Blutspur, die der Faschismus hinterlassen hat, nie vergessen werden darf.“ Dies sagte der Leiter des Moskauer Büros Hermann Krause bei einer Kranzniederlegung auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Ljublino in Moskau. Zuvor hatte der neue Botschafter in Moskau, Geza Andreas von Geyr in seiner Rede an die Verantwortung für den Frieden erinnert, auch angesichts der vielen heutigen Kriege und Konflikte. Unter den ca. 150 Teilnehmenden waren Veteranen, Vertreter der Präsidentenadministration, Militärattachés, viele geladene russische Gäste, aber auch Eltern mit ihren Kindern. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es bitter kalt war, spielte das Wetter diesmal mit.
Der Friedhof in dem Moskauer Stadtteil Ljublino war einer der ersten Gedenkstätten in Russland. 1975 besuchten Walter Scheel und Außenminister Hans-Dietrich Genscher erstmals diese Kriegsgräberstätte. Und 1977 reiste erstmals eine Gruppe von Angehörigen auf den Friedhof und durfte dort Blumen niederlegen. Seitdem ist viel geschehen. Das 1992 mit der russischen Regierung abgeschlossene Kriegsgräberabkommen hat die heutige Arbeit des Volksbundes erst möglich gemacht. So wurden seitdem 22 Friedhöfe in Russland errichtet, auf denen ca. 450.000 deutsche Soldaten ruhen. Noch immer werden jedes Jahr in Russland sterblichen Überreste von rund 10.000 deutschen Soldaten gefunden. „Dass der Volksbund deutsche Soldaten in Russland in Würde bestatten darf, ist nicht selbstverständlich. Wir wissen dies zu schätzen.“ sagte Krause in seiner Rede. „Dass die ausgestreckte Hand zur Versöhnung angenommen wurde, ist ein Zeichen von Großherzigkeit und von der Fähigkeit des russischen Menschen zu vergeben. Diese wunderbare Tugend kann man nicht hoch genug  einschätzen. Versöhnung über den Gräbern funktioniert nur, wenn beide Seiten es wollen und können. In Russland geschieht dies zum Glück und zum Wohl unserer beider Völker.“