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Gemeinsames Gedenken und anschließend eine spannende Diskussion
03. September 2020

Dies waren zwei ganz unterschiedliche Veranstaltungen, die jedoch beide die gute Zusammenarbeit des Volksbundes mit Partnern aus Luxemburg und den USA kennzeichneten. Internationale Projekte zu realisieren ist in diesen Zeiten nicht ganz leicht.

Im Vorfeld musste aufgrund der Corona-bedingten Reisebeschränkungen die Veranstaltung immer wieder umgeplant werden. Letztlich konnte ein kleiner Kreis von Delegierten der Partner gemeinsam auf den beiden benachbarten Kriegsgräberstätten gedenken sowie in der malerischen und geschichtsträchtigen Kulisse der Abtei Neumünster zusammen auf einem Panel diskutieren - wenn auch mit den nötigen Sicherheitsabständen.

Diese Begegnung schaffte wichtige Verbindungen - genau 75 Jahre nach dem globalen Endpunkt des Zweiten Weltkriegs, der endgültig erst in Asien mit der Kapitulation Japans endete.

Denn die Grenzschließungen trafen die Grenzregion mit vielen Pendlern und binationalen Familien besonders hart. So alltäglich die nachbarschaftlichen Beziehungen übe die offene Grenze hinweg sind, zeigte sich in der Corona-Krise doch, dass das europäische Konzert der größeren und kleineren Nachbarländer keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Sensibilität und Wissen um die gemeinsame leidvolle Geschichte unbedingt notwendig ist - - damit die Erinnerung daran nicht trennt, sondern verbindet.

Luxemburg wurde wie auch Belgien und die Niederlande vor gut 80 Jahren von Deutschland überfallen und annektiert. Jeder Widerstand der Luxemburger gegen die Germanisierungspolitik wurde erbarmungslos unterdrückt. Zu Kriegsende brachte die deutsche Ardennen-Offensive schwere Zerstörungen über den Norden des Landes, sie bedeutete für die US-Streitkräfte zugleich große Verluste. Viele der Angehörigen entschieden sich, dass die Gefallenen nicht in die USA umgebettet werden sollten. So ist die eindrucksvoll an einem Hang gelegene amerikanische Kriegsgräberstätte bis heute eine der meistbesuchten Gedenkorte.

Daher war es der Volksbund-Delegation wichtig, vor Ort die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die über viele Jahre mit den Luxemburger ebenso wie den US-Partnern gewachsen sind, zu würdigen. Luxemburg schloss 1952 als erstes Land mit Deutschland einen Kriegsgräber-Abkommen.

Die beiden nahe des Flughafen gelegenen provisorischen Gräberfelder der US-Armee wurden durch die American Battle Movement Comission (ABMC) bzw. den Volksbund zu Kriegsgräberstätten ausgebaut, aus über 150 Sammelgräbern wurden die deutschen Toten nach Sandweiler umgebettet.

Erst 2019 wurde ein nicht identifizierter Gefallener der letzten Kriegstage bestattet – unter der Anteilnahme vieler Menschen aus der Gemeinde.

Der Landesverband Schleswig-Holstein übernahm die Patenschaft für den deutschen Friedhof in Sandweiler und richtet gemeinsam mit der Gemeinde und der Botschaft jedes Jahr den Volkstrauertag aus. Regelmäßig pflegen Jugendliche und Bundeswehr-Soldaten bei internationalen Begegnungsprojekten den Friedhof. Als besonderes Beispiel für die Versöhnung steht Edmund Faber. Der Luxemburger Trompeter intoniert seit Jahren auf zahlreichen Gedenkveranstaltungen die verschiedenen Totensignale, so auch bei den gestrigen Kranzniederlegungen.