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Grundstein gelegt: Neues Besucherzentrum auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn
06. Januar 2020

„32.000 Gräber erinnern uns täglich daran, dass Krieg nur Verlierer kennt. Hier in Ysselsteyn lernen wir aus der Geschichte.“ Dass an diesem Satz viel Wahres dran ist, weiß Tarcicia Voigt, Vorsitzende der „Stichting Vrienden van Ysselsteyn" und Leiterin der Jugendbegegnungsstätte sehr genau. Deswegen möchte sie gemeinsam mit dem Volksbund und vielen weiteren Unterstützern ein neues Besucherzentrum für die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn bauen – auf einem der größten Soldatenfriedhöfe der Welt. Den Grundstein legte der Stiftungsvorstand in Anwesenheit des Architekten – und dieser Stein, hat es in sich.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

„Unser Bürgermeister der Gemeinde Venray sagte einmal: ‘In Ysselsteyn beginnt der Weltfrieden‘. Das motiviert uns. Als Mitarbeiter der Stiftung und als Mitarbeiter des Volksbundes. Deswegen lassen wir nicht nur Worte, sondern Taten folgen“, betont Voigt. „In den ersten Stein, den wir heute zusammen verewigen, haben wir eine „Sonde“– einen kleinen Behälter für Dokumente, eingebaut. Auf dem Papier stehen alle Namen unserer Partner, die uns unterstützen. Darauf bin ich sehr stolz.“

Das Gebäude soll rund 2,8 Millionen Euro kosten. Der „Stichting Vrienden Van Ysselsteyn“ ist es gelungen, das neue Besucherzentrum der deutschen Kriegsgräberstätte am Timmermansweg in Ysselsteyn mittels Zuwendungen voll zu finanzieren. Zusammen mit der Bundesregierung, der Gemeinde Venray, der Provinz Limburg dem V-Fonds und einigen „Freunden von Ysselsteyn“ konnten die benötigten Mittel erbracht werden, im September 2020 soll es fertiggestellt sein. 

Mit einem Ausstellungsraum, Büros für Mitarbeiter, einem Klassenraum, Infopoint, mehreren Multifunktionsräumen u.a. für das Archiv sowie einem kleinen Café soll das Zentrum ein Ort der Begegnung und des Gespräches werden, so Voigt weiter: „Die 32.000 Gräber mit gefallenen Soldaten im „Hintergarten“ des Gebäudes sagen uns: „Blijf praten, niet vechten – Redet miteinander – denn Kämpfen und Reden passen nicht zusammen. Das Besucherzentrum muss hierzu beitragen.“

Für die Jugendbegegnungsstätte, aber auch für den Friedhof Ysselsteyn ist das Zentrum eine echte Bereicherung und sinnvolle Ergänzung, erklärt Voigt. Das war unter anderem auch Aufgabe und Ziel des niederländischen Architekten Joost Kanters.  

„Im Geschichtsunterricht lernen Jugendliche viel über den Zweiten Weltkrieg“, sagt Kanters, „aber hier auf der Kriegsgräberstätte entwickeln sie erst wirklich ein Bewusstsein dafür, was der Krieg angerichtet hat. Das Gefühl, das man bekommt, wenn man auf einem Soldatenfriedhof steht und erfährt, welche Biografien hinter den Grabsteinen stehen - das kann man nicht aus Büchern lernen.“

„Die Herausforderung dabei ist“, so der Architekt weiter, „den Friedhof, die beladene Geschichte dieses Ortes und die Besucher, ob jung oder alt, an einen Ort zusammenzubringen. Mein Vorbild dazu war das Historische Museum Berlin. Die Grundsteinlegung ist für mich als Architekt ein ganz besonderer Moment: Der erste Schritt ist getan.“


Karl-Heinz Voigt, Leiter der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn und Schatzmeister der Stiftung, wünscht sich für das Besucherzentrum, „dass die Angehörigen hier einen Ort finden, um sich auszutauschen. Über ihre Trauer - und die Geschichte. Eine Kriegsgräberstätte wie Ysselsteyn verdeutlicht unmissverständlich, wie wertvoll Freiheit ist.“ Zum Videostatement

Simone Schmid
Referentin Kommunikation/Social Media
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