Pressemitteilung
Hermann Krause wird neuer Büroleiter in Moskau
WDR-Korrespondent engagiert sich beim Volksbund
19. Februar 2019

Zum 1. März 2019 wird Hermann Krause die Leitung der Repräsentanz des Volksbundes Deutsche  Kriegsgräberfürsorge in Moskau, zuständig für Russland, Weißrussland und Ukraine übernehmen.

Damit konnte der Volksbund einen wirklichen Kenner des Landes gewinnen: Hermann Krause war insgesamt 17 Jahre Korrespondent für die ARD in Moskau. Er berichtete über die Perestroika, den Putsch gegen Gorbatschow (1991), die Geiselnahme in Beslan (2014) und immer wieder über blutige Konflikte: Nagorny Karabach (1990), die Tschetschenienkriege (1994/2000) und den Krieg in der Ost-Ukraine (2014).

Aussöhnung ist eine Herzensangelegenheit

Für den Leiter des ARD-Hörfunk-Studios stand dabei immer das deutsch-russische Verhältnis im Vordergrund: „Für uns ältere Korrespondenten, die wir die Sowjetunion noch erlebt haben, ist die Aussöhnung zwischen Deutschland und Russland eine Herzensangelegenheit“, sagt Krause. Deshalb freut sich der gebürtige Duisburger auf seine Tätigkeit. „Gerade in meiner neuen Funktion kann ich jenseits der aktuellen Verstimmungen neue Verbindungen knüpfen, die dann auch vielleicht bis in die Politik hineinwirken.“ Seiner Ansicht nach  waren Russen und Deutsche selten so eng miteinander verbunden. „Viele haben Verwandte oder Freunde in Deutschland, reisen nach Berlin oder Köln, so dass es intensive Kontakte gibt. Auf dieser Ebene herrscht tiefe Freundschaft. Die Menschen verstehen sich besser denn je.“

Die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge in Russland bekannt zu machen, sieht Krause als eine seiner wichtigsten Aufgaben. „Kaum jemand in Russland weiß von der Arbeit des Volksbundes. Jedes Jahr werden noch tausende Gebeine deutscher Soldaten gefunden, exhumiert und auf den großen Friedhöfen des Volksbundes bei Wolgograd oder St. Petersburg beigesetzt. Und noch immer kommen Verwandte, um zu sehen, wo ihre Väter oder Großväter eine letzte würdige Ruhe gefunden haben.“

Auf Gedenkveranstaltungen mit Veteranen, aber auch mit Jugendlichen beider Nationalitäten, gehe es darum, so Krause weiter, trotz der schwierigen Vergangenheit ein freundliches Miteinander zwischen Russen und Deutschen  zu entwickeln.

Hermann Krause, der über die Abrüstungspolitik Michail Gorbatschows ausführlich berichtete, sieht es als großen Fehler an, dass die USA und anschließend Russland aus dem INF-Vertrag ausgestiegen sind. „Wenn man über die großen Kriegsgräberfriedhöfe, die der Volksbund im Laufe der Jahre in Russland angelegt hat, geht, dann wird einem der Wahnsinn des Krieges mehr als deutlich. Sich gegenseitig mit Raketen zu bedrohen, das kann doch nicht unsere Beziehung zu Russland ausmachen. Deshalb ist die friedensstiftende Arbeit des Volksbundes in Russland so wichtig“.

Bei Fragen: Diane Tempel-Bornett

Diane Tempel-Bornett
Pressesprecherin
+49 (0) 561-7009-139