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Söder auf Putin-Besuch in Moskau
Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte Ljublino
29. Januar 2020

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wollte in dieser Woche die deutsche Kriegsgräberstätte Ljublino bei Moskau besuchen. Doch der russische Präsident Wladimir Putin machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Söder hatte geplant, nach dem Gespräch mit dem Moskauer Oberbürgermeister Sergey Sobjanin nach Ljublino zu fahren, um dort auf der Kriegsgräberstätte einen Kranz niederzulegen. Das Gedenken an die deutschen Soldaten gehörte fest zum Programm des bayerischen Ministerpräsidenten. Doch dann hieß es aus dem Kreml: "Warten Sie im Hotel bitte auf den Anruf aus der Präsidialverwaltung, der Termin mit dem Präsident kann sich verschieben." Da bekannt ist, wie wenig sich Wladimir Putin an verabredete Zeiten hält, war das Risiko für Markus Söder dann doch zu groß, zum Soldatenfriedhof zufahren.

Schon als Student für den Volksbund gesammelt

"Schon als Student und dann auch als junger Soldat bin ich für die Kriegsgräberfürsorge mit der Sammelbüchse unterwegs gewesen", erinnerte sich der bayrische Ministerpräsident, "es ist mir ein Herzensanliegen, diesen Friedhof mit den vielen deutschen Gefallenen zu besuchen." Doch die sich ständig verändernde Terminsetzung aus dem Kreml machte dies unmöglich, was Markus Söder ausdrücklich bedauerte und schließlich die Botschaft und den Volksbund um Hilfe bat. Der Militärattaché der Deutschen Botschaft, General Horn legte dann - sozusagen für den bayrischen Ministerpräsidenten - gemeinsam mit Hermann Krause, dem Leiter des Moskauer Büros des Volksbundes den Kranz nieder. Markus Söder hätte sich mit dem Besuch der Kriegsgräberstätte in guter Gesellschaft befunden: 1975 besuchten der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Bundespräsident Walter Scheel den Friedhof, 1983 legte Willi Brandt einen Kranz nieder, 1995 Helmut Kohl und 2005 der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Kriegsgräberstätte in Ljublino war der erste Friedhof, den die Sowjetunion damals zuließ. Neben Deutschen, es handelt sich vorwiegend um Kriegsgefangene, liegen dort Ungarn, Polen, Rumänen, Italiener, Franzosen und auch Japaner.

Hermann Krause