Nachricht
Online Srebrenica gedenken: Webseite ist fertig
Deutsch-französisch-bosnisches Jugend-Projekt: Junge Erwachsene präsentieren virtuelle Gedenkstätte
03. November 2020
  • Jugend

Das kreative Engagement zahlt sich aus: Mit Hilfe von modernen Online-Plattformen und eines Webdesigners erstellten junge Erwachsene eine Gedenk-Webseite und erinnern damit an den Genozid in Srebrenica vor 25 Jahren, dem 8.000 bosnische Muslime in Europa zum Opfer fielen. Die Begegnung begann mit einem Treffen der deutschen Teilnehmenden in Berlin und ging virtuell und trinational im September und Oktober weiter. Jetzt ist die Webseite online. 

Videos schneiden, Fotos machen, Podcasts aufnehmen, Texte schreiben  die jungen Europäerinnen und Europäer ließen ihrer Kreativität bei der gestalterischen Auseinandersetzung mit dem historisch relevanten Thema freien Lauf. Da öffentliches Gedenken und Geschichtswahrnehmung bekanntlich eng miteinander verbunden sind, präsentierten die Teilnehmenden die Ergebnisse des Projekts stolz in einer Online-Vernissage, in der die Besucherinnen und Besucher ihnen Fragen über ihre kreativen Medienarbeiten stellen konnten.

Die virtuelle Gedenkstätte manifestiert nicht nur die Erinnerung an die Opfer des Genozids in Srebrenica, sondern bietet den Angehörigen auch einen dauerhaften und zeitlosen Ort der Trauerverarbeitung und des Gedenkens. 

Spurensuche und ein Mosaik des Gedenkens

Abgesehen von der intensiven virtuellen Beschäftigung mit dem Völkermord, gingen die jungen Erwachsenen auch in der realen Welt auf Spurensuche. Mit Handykameras, Stiften und Papier erforschten sie lokale Geschichte  jede und jeder da, wo er oder sie zu Hause ist: Denkmale, Stolpersteine, Gedenktafeln und Straßennamen erinnern in vielen Stadtbildern an Personen, Opfergruppen und Ereignisse, die mit Verfolgung und Diskriminierung zu tun haben, und nehmen so einen besonderen Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein ein. Mit ihren Smartphones erkundeten die Teilnehmenden verschiedene Erinnerungsorte und teilten Bilder und Eindrücke im Anschluss mit der Gruppe. So ist ein Mosaik des Gedenkens entstanden. Ziel hierbei war es, lokale Geschichte auf internationaler Ebene zu kommunizieren und auf sie aufmerksam zu machen.

Beteiligt an dem trinationalen Projekt waren neben dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Partnerorganisationen "Une Terre Culturelle" und "Association Gwennili" aus Frankreich, die deutsch-französische Jugendorganisation und die Jugendinitiative für Menschenrechte in Bosnien und Herzegowina (YIHR BiH). Einen ersten Bericht veröffentlichte der Volksbund am 17. September 2020 hier.                     

Und hier gehts zur Gedenk-Webseite "We remember Srebrenica".

Text: Gülsüm Sapuk, Workshop-Teilnehmerin und Volksbund-Mitarbeiterin

Digitale Spendendose


Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist ein über 100 Jahre alter gemeinnütziger Verein. Einer seiner Leitsätze: "Erinnern für die Zukunft". Erstmals hat er zum Volkstrauertag 2020 eine digitale Spendendose auf den Weg gebracht. Doch nicht nur online können Sie den Volksbund unterstützen, sondern auch telefonisch und per Überweisung. Der Verein finanziert seine Arbeit vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.volksbund.de/helfen.