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Patenschaft für ein Soldatengrab
Volksbund-Mitglied übernimmt die Pflege für ein Grab auf dem Friedenshügel in Flensburg
06. Mai 2019
  • Schleswig-Holstein

Auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Flensburg im Oktober 2018 berichtete Kreisgeschäftsführer Michael Riedel unter anderem über einen Arbeitseinsatz der Reservistenkameradschaft Flensburg auf dem Friedhof Friedenshügel.

Hartmut Wedehase, langjähriges Mitglied und Förderer des Volksbundes, meldete sich daraufhin spontan und bat, die Möglichkeit zu prüfen, die Patenschaft für ein Grab auf diesem Friedhof übernehmen zu dürfen. Er würde gerne das Grab des Gefreiten Johann Süss zukünftig pflegen.

Nach Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung erhielt Herr Wedehase mit gewissen Auflagen die Genehmigung dazu. Vor Ostern ist er dann zur Tat geschritten und hat den Stein gereinigt und die Beschriftung wieder leserlich gemacht.

Zu diesem Grab gibt es die folgende Geschichte: 
Am 09. Mai 1945 gibt das Oberkommando der Wehrmacht bekannt: „Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Auf Befehl des Großadmirals Dönitz hat die Wehrmacht den aussichtslos gewordenen Kampf eingestellt.“ Am Tag darauf, dem 10. Mai 1945, es ist Himmelfahrt, tagt an Bord des Tenders GAZELLE ein Kriegsgericht. Angeklagt ist der Gefreite Johann Süss, der das Anheizen eines Kriegsschiffes verweigert hatte und nur noch nach Hause wollte. Für das Gericht ist er deshalb ein „gefährlicher Hetzer“, der mit seinem Verhalten die „Manneszucht in der Wehrmacht“ untergraben hat. Nach kurzer Sitzung steht das Urteil fest: Todesstrafe!

Am 11. Mai um 06:55 Uhr steht Johann Süss auf dem Richtplatz am Tremmeruper Weg. Er verzichtet darauf, sich die Augen verbinden zu lassen und schaut seinen Kameraden vom Exekutionspeleton direkt in die Augen. Zwei Minuten später erfolgt der Befehl „Feuer“. Nachdem ein Sanitäter den Tod festgestellt hat, wird der Leichnam an Ort und Stelle verscharrt und erst viele Jahre später, im März 1952, auf die Kriegsgräberstätte am Friedenshügel umgebettet.

Obwohl sich der Volksbund vornehmlich um die Gräber der Gefallenen im Ausland kümmert, unterstützt der Kreisverband diese Initiative sehr. Wer es Herrn Wedehase gleich tun möchte, kann sich gerne an Herrn Michael Riedel wenden (Tel.: 0461/22639 o. 0178/6165840 oder eMail an kv.flensburg@volksbund-sh.de).