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Rotary-Clubs unterstützen den Volksbund
Interview mit Prof. Dr. Dietrich Korsch
07. Juni 2019

Wenn der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge anlässlich seiner Jubiläumswoche am 23. Juni zum großen Aktionstag auf den Königsplatz lädt, kann er mit starker Unterstützung rechnen. Die fünf Rotary-Clubs Kassel, Kassel-Wilhelmshöhe, Baunatal, Kaufungen-Lossetal und Kassel-Hofgeismar haben sich für diesen Sonntag, an dem auch das 2. Altstadtfest in Kassel stattfindet, bereit erklärt, den Volksbund bei der „Tafel der Begegnung“ tatkräftig zu unterstützen. Sei es, indem sie als interessierte und informierte Gesprächspartner für Gäste zur Verfügung stehen, sei es, indem sie selbst gebackenen Kuchen an den langen Tischen auf dem Königsplatz servieren.

Im Gespräch mit dem Volksbund sagt Prof. Dr. Dietrich Korsch, Präsident des Rotary Club Kassel, wie es zu diesem Engagement kam und welche Motivation dahinter steckt.

HARALD JOHN: Herr Professor Korsch, warum unterstützen Sie den Volksbund?

DIETRICH KORSCH: Als uns Daniela Schily, die Generalsekretärin des Volksbundes, das Jubiläumsprogramm für diesen Sommer vorstellte, wurde deutlich, welche Nähe wir zum Volksbund haben. Einige unserer Mitglieder haben in den fünfziger Jahren prägende Erfahrungen mit dem Volksbund gemacht. Und uns ist klar geworden, dass wir eine große Schnittmenge haben, was das Interesse betrifft. Die Internationalität ist für Rotary maßgeblich, und das gilt ja auch für den Volksbund.

FRAGE: Und wie unterstützen Sie den Volksbund?

KORSCH: Die fünf rotarischen Clubs aus Kassel und der Region sind der Einladung, am „Tag des Friedens“ zu helfen und zu unterstützen, gerne gefolgt. Zurzeit planen wir den personellen Einsatz an der „Tafel der Begegnung“. So werde ich beispielsweise eine Themeninsel zum Thema Freundschaft anbieten.

FRAGE: Freundschaft zwischen Menschen? Oder Völkern?

KORSCH: Beides, Freundschaft ist schließlich ein deutlich vielschichtigerer Ausdruck als etwa Kumpanei. Freundschaft meint: Verbundenheit trotz Distanz, Offenheit, Begegnung. Man spürt im Auge des Gegenübers, dass sich etwas tut. Freundschaft funktioniert nur über den Blick.

FRAGE: Haben Sie eine bestimmte Botschaft, die Sie auf dem „Tag des Friedens“ transportieren wollen?

KORSCH: Ja, es geht uns um die zentrale Bedeutung von internationaler Freundschaft. Wir haben verstanden, dass der Fokus des Volksbundes auch in Zukunft die Arbeit für Frieden und ein gemeinsames Europa ist. Und wir alle sollten demütig und dankbar sein, dass wir in so einer langen Friedensperiode leben können.

Prof. Dr. Dietrich Korsch ist Professor i.R. für Evangelische Theologie der Universität Marburg. Der RC Kassel wurde am 10. November 1950 als erster Club in Nordhessen gegründet und hat zur Zeit 78 Mitglieder.