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Rück- und Ausblick und großer Dank
Volksbund 2020/21: Von durchkreuzten Plänen und neuen Vorhaben
22. Dezember 2020

Abgesagt? Das gilt für vieles 2020, aber längst nicht für alles, wie der Rückblick auf die Volksbund-Arbeit der vergangenen zwölf Monate zeigt. Dank Ihrer Unterstützung haben wir unter schwierigen Bedingungen kleine und große Veranstaltungen gestemmt. Und wir haben auch abseits prominenter Bühnen – etwa auf den Kriegsgräberstätten im Ausland – Pläne in die Tat umgesetzt.

In zehn Ländern hat sich im Jahr 2020 etwas getan – von Frankreich bis Russland, von Estland bis Italien. Neue Wege und Treppen in Russkoje (Kaliningrader Gebiet) gehören ebenso dazu wie die Kupfereindeckung der Krypta im belgischen Lommel und die Nach- und Neubeschriftungen auf Kriegsgräberstätten. Tausende von Namen hat der Volksbund wieder für die Zukunft sichtbar gemacht oder erhalten. 8.266 Neubeschriftungen waren es etwa in Charkow in der Ukraine, 7.853 im russischen Sebesh. Das gehört zu den Kernaufgaben des Volksbundes und ist und bleibt nur dank Ihres Mitgliedsbeitrags, Ihrer Spende möglich.

Von Frankreich bis Polen

Öffentlich – wenn auch teilweise in ungewohnter Form – waren Einbettungen im brandenburgischen Halbe, in Gravelotte in Frankreich und Stare Czarnowo (früher Neumark) in Polen. Am Timmendorfer Strand statt von Danzig aus gedachte der Volksbund der Kriegsopfer der Ostsee. Jüdisches Gedenken stand beim Symposium zum 20-jährigen Bestehen des Riga-Komitees im Fokus – in Berlin (statt in Lettland) – und außerdem bei einer Stolperstein-Aktion für das Volksbund-Vorstandsmitglied Hermine Lesser.

Internationale Jugendbegegnungen in Zeiten von Corona? Immerhin hat der Volksbund 2020 13 Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmenden möglich gemacht – zwei von ihnen sogar im Ausland: im dänischen Oksbøl und im belgischen Lommel. Das neue Jugendformat des Volksbundes, das Projekt PEACE LINE, hatte dagegen keine echte Chance, hinterließ aber gleichwohl Spuren. Virtuelle Veranstaltungen und „Mosaiksteine“ gehören dazu. Der Startschuss für die internationalen Gedenkrouten soll jetzt im Juni 2021 fallen.

75 Jahre Weltkriegsende und eine deutsch-englische Rede

Zentrale Bedeutung hatte das Kriegsende vor 75 Jahren: Ergänzend zu Gedenkveranstaltungen in Berlin am 8. Mai veröffentlichte der Volksbund knapp 50 Videostatements vor und nach diesem Jahrestag. Auch das Kriegsende in Asien am 2. September 1945 war Thema – in einer Diskussionsrunde in Luxemburg zu 75 Jahren transatlantisch-europäischer Partnerschaft.

Und dann kam er: Seine königliche Hoheit, der Prinz von Wales. Der Volksbund hatte dafür gesorgt, dass Prinz Charles am Volkstrauertag als Gedenkredner im Bundestag über die deutsch-britische Freundschaft sprach. Schwergewichtiges Symbol dazu war der Metallkranz mit 1.000 Mohnblumen und Vergissmeinnicht. Während landauf, landab nahezu alle Veranstaltungen wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, fanden in Berlin fast alle statt – wenn auch in kleinem Rahmen. Schönes Beispiel dafür und eine Premiere war der Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Und auch das gehört zur Bilanz 2020: eine Sonderausgabe der Mitgliederzeitschrift „Frieden“ als Dankeschön für Unterstützung in schwierigem Jahr. Zentrales Thema: der Volkstrauertag.

Einen Rückblick in Bildern zeigen wir hier vom 27. Dezember 2020 an.

2021: neue Ausstellungen in fünf Ländern

Neu konzipierte Ausstellungen bilden im kommenden Jahr einen Schwerpunkt: Im Rahmen des Projekts „19 für 19“ eröffnet der Volksbund eine im französischen Niederbronn-les-Bains, eine im niederländischen Ysselsteyn (mit neuem Besucherzentrum) und eine im italienischen Monte Cassino. In Maleme auf Kreta und im lettischen Bikernieki bei Riga sind ebenfalls Eröffnungen geplant. Außerdem steht ein großes Bauprojekt an: Auf der französischen Kriegsgräberstätte Mont-de-Huisnes beginnt die Sanierung der Gruftanlage.

Neu ist auch das Drei-Jahres-Thema „Helden – Täter – Opfer“, das 2021 den deutschen Überfall auf die Sowjetunion vor dann 80 Jahren in den Mittelpunkt rückt. Gedenkveranstaltungen sind unter anderem in Moskau und Kiew geplant. Und auch der Start einer PEACE LINE-Route soll in dem Zusammenhang stehen. Von 2018 bis 2020 hatte die Volksbund-Arbeit unter dem Oberthema „Europa, der Krieg und ich“ gestanden.

Wenn Unterstützung besonders wichtig und wertvoll ist

Egal, ob der Blick zurückgeht oder nach vorn: Über all dem steht der Dank für Ihre Unterstützung, die die Arbeit des Volksbundes in weiten Teilen erst möglich macht. Das gilt auch und besonders in Zeiten wie diesen. Und wir starten optimistisch in das neue Jahr und hoffen, dass möglichst viele geplante Projekte Wirklichkeit werden. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind dabei unverzichtbar.

Rück- und Ausblick in komprimierter Form für 2020 und 2021 finden Sie hier.


Digitale Spendendose

Erstmals hat der Volksbund – auch mit Blick auf die Pandemie-Beschränkungen während der Haus- und Straßensammlung – eine digitale Spendendose auf den Weg gebracht, die weiter im Umlauf ist und bleibt. Telefonisch und per Überweisung können Sie den Volksbund ebenfalls unterstützen. Der gemeinnützige, über 100 Jahre alte Verein finanziert seine Arbeit etwa zu zwei Dritteln aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Christiane Deuse
Redakteurin
+49 (0) 561-7009-281