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Tausende gedenken in Dresden der Opfer des Bombardements
Bundespräsident Steinmeier fordert auf zur Verteidigung der Demokratie
17. Februar 2020

Die Bombardierung Dresdens liegt 75 Jahre zurück. Für viele Deutsche ist dieses Ereignis - auch wenn es nicht mehr persönlich, sondern nur noch mittelbar über Familienbiographien oder Erzählungen geteilt wird - bis heute ein Trauma. Die zahlreichen Gedenkveranstaltungen, die an diesem Wochenende in der sächsischen Stadt veranstaltet wurden, helfen die grauenvollen Ereignisse zu überwinden. Ebenso wichtig war es den Veranstaltern, die Erinnerung an die Ursachen und die Vorgeschichte bewusst zu machen, damit die Geschichte sich nicht erneut wiederholt.

So formulierte es auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er nahm den Jahrestag der Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber zum Anlass, im Kulturpalast einen Appell zur Verteidigung der Demokratie zu formulieren. Der Angriff auf die Stadt erinnere ihn an die Zerstörung des Rechtsstaates und der Demokratie in der Weimarer Republik, an Antisemitismus und Rassenwahn. Er sagte: "Ich befürchte, diese Gefahren sind bis heute nicht gebannt." Auch in Deutschland sei wieder zu beobachten, wie Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das öffentliche Leben vergiften würden. Und weiter: "Wir alle müssen, so erbittert der politische Streit in der Sache auch sein mag, Diskussionen mit Vernunft und Anstand führen und die Institutionen unserer Demokratie schützen." Die Rede des Bundespräsidenten im Wortlaut lesen Sie hier: www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2020/02/200213-Dresden-Gedenken-Bombardierung.html

Schon am Vormittag des 13. Februar wurden auf mehreren Friedhöfen der Stadt Kränze niedergelegt. Hier richtete auch der Volksbund durch seinen Landesverband Sachsen gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) ein "Stilles Gedenken" im Rahmen einer Kranzniederlegung auf dem Alten Annenfriedhof aus.

Ministerpräsident Michael Kretschmer legte in Anwesenheit der Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags, Andrea Dombois (CDU, zugleich Landesvorsitzende des Volksbunds in Sachsen), Vertretern der Bundeswehr, einiger Landtagsfraktionen, der Stadt und zahlreiche Bürger einen Kranz nieder und sagte: "Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, weil sich Geschichte dann nicht wiederholt, wenn wir sie kennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen."

Dass die Worte des Bundespräsidenten und des sächsischen Landesoberhaupts leider aktueller denn je sind, zeigen die Aktivitäten extremistischer Strömungen von links und rechts.

So waren mehr als 1.000 Neonazis aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und der Slowakei nach Dresden zu einem so genannten "Trauermarsch" angereist, gegen die glücklicherweise mehr als 2.000 Menschen gegenhielten, ein Großaufgebot der Polizei trennte beide Lager.

Von linksextremen Akteuren wiederum kam es im Anschluss an die Veranstaltung zu Vandalismus auf dem Annen-Friedhof: Nachdem zuvor versucht wurde, eine Jesusskulptur zu stehlen sowie Kupferteile und Wasserhähne abzubauen, warfen nun Unbekannte mehrere Grabkränze in einen Müllcontainer.Der Gedenktag in Dresden, aber auch die Vorkommnisse im Umfeld machen nachdenklich und fordern uns erneut zum Engagement auf. Zeigen sie doch wie schwer es ist, die Verletzungen der Kriege zu heilen, und statt Hass, Versöhnlichkeit und Friedenswillen zu generieren. Der Volksbund bemüht sich um dieses Engagement, indem aller Opfer von Krieg und Gewalt gedenkt. Er gedenkt an diesem Jahrestag in Dresden der deutschen Opfer, ohne hierbei Ursache und Wirkung zu verwechseln. Die Bombardierung Dresdens, kostete nach Erkenntnissen einer unabhängigen Historikerkommission mehr als 25.000 Opfer. Die meisten Opfer waren Zivilisten.