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Über 60 Gestaltungs-Vorschläge für Friedenspreis
Wettbewerb mit internationaler Beteiligung: Jury-Entscheidung fällt in Kürze
08. Januar 2021

Wie soll er aussehen, der Deutsche Friedenspreis, den der Volksbund 2021 erstmals verleihen wird? Mehr als 60 Vorschläge kamen im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem europäischen Ausland und aus den USA. Jetzt ist die fünfköpfige Jury gefragt.

Neben einigen Agenturen haben sich Künstlergruppen, Schülerinnen und Schüler und zahlreiche Einzelpersonen beteiligt. Einige Vorschläge sind auch schon als dreidimensionale Objekte in der Bundesgeschäftsstelle des Volksbundes in Niestetal eingegangen. „Viele Bewerbungen kamen kurz vor Fristende am 31. Oktober – also ‚auf dem letzten Drücker‘“, berichtet Dr. Dirk Richhardt, der die Vorschläge gesammelt hat. „Das zeigt, dass viele bis zur letzten Minute daran gearbeitet haben.“

Mit der Eingangsbestätigung und einem Dankschreiben erhielten die Teilnehmer die Information, dass die Entscheidung der Jury wegen der Pandemie auf 2021 verschoben werden musste. Sie soll nun im Januar den Sieger küren und auch die Nächstplatzierten benennen. Spätestens am 10. Februar wird der Volksbund das Ergebnis bekannt geben.

Den Deutschen Friedenspreis lobt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gemeinsam mit der Stiftung „Gedenken und Frieden“ aus. Er soll ein Zeichen dafür sein, dass Frieden und Demokratie in Europa mit Erinnern und Gedenken verbunden sind.

Vom Wert der Erinnerungskultur für Frieden heute und in Zukunft

Daniela Schily, Generalsekretärin des Volksbundes, erklärte dazu: „Der Volksbund hat sich seit mehr als 100 Jahren mit den Folgen der beiden Weltkriege auseinandergesetzt. Er will als Träger einer verantwortungsbewussten und zeitgemäßen Erinnerungskultur an einer friedlichen Zukunft ohne Kriege mitwirken. Daher wollen wir mit diesem Preis Menschen würdigen, die sich mit dem Wissen um den Wert dieser Erinnerungskultur für den Frieden in der Gegenwart und der Zukunft einsetzen“.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird künftig jährlich verliehen. Die Preisträger werden von einer hochkarätig besetzten Jury gekürt.

Einmalig gefragt sind die fünf Mitglieder der Jury, die jetzt im Rahmen des Gestaltungswettbewerbs entscheidet. Zu ihr gehört zum einen der Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, der stellvertretende Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Gedenken und Frieden“. Von 1980 bis 1993 war er leitender Mitarbeiter der Berliner Festspiele und von 1992 und 1999 für die künstlerische Leitung der Jüdischen Kulturtage Berlin zuständig. Von 1997 bis 2001 führte er den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde Berlin. 1994 übernahm er das Amt des Geschäftsführenden Direktors der Stiftung „Topographie des Terrors“ und 2006 das Dekanat des Fachbereichs „Holocaust Studies“ am Touro College Berlin. Mitglied im Kuratorium der Stiftung ist er seit 2008.

Mit Prof. Dr. Dieter Pohl gehört der Jury auch ein Experte für Zeitgeschichte an. Zu den Stationen seiner beruflichen Laufbahn zählt das Institut für Zeitgeschichte in München und seit 2010 der Lehrstuhl für Zeitgeschichte mit besonderer Berücksichtigung Ost- und Südosteuropas an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er ist Mitglied des Büros des Internationalen Komitees für die Geschichte des Zweiten Weltkrieges, Mitherausgeber mehrerer Publikationen und seit 2009 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, der den Volksbund berät.

Außerdem gehören zur Jury der Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan, die Generalsekretärin Daniela Schily und Dr. Heike Dörrenbächer, Leiterin der Abteilung Gedenkkultur und Bildung. Diese Abteilung ist beim Volksbund auch für den deutsch-französischen Comic-Wettbewerb verantwortlich.


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