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Volksbund geht gestärkt in die Zukunft
Bundesvertretertag in Kassel beschließt Ausbau der Jugend- und Bildungsarbeit
30. November 2019

Neben der traditionellen Aufgabe, deutsche Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkrieges im Ausland zu pflegen und Angehörige zu betreuen, rücken die Stärkung und der Ausbau der Jugend- und Bildungsarbeit in den Fokus der zukünftigen Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Das ist eine Erkenntnis des Bundesvertretertages des Volksbundes, der am Samstag in Kassel stattgefunden hat. 52 Mitglieder, darunter der Bundesvorstand, die Vorsitzenden der Landesverbände sowie ehrenamtliche Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet beschlossen im 100. Jahr des Bestehens des Volksbundes eine Satzungsänderung, die die Organisation für die zukünftigen Herausforderungen rüsten soll. Präsident Wolfgang Schneiderhan informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch, dass die Bundesregierung eine Titelzweckerweiterung für den Volksbund genehmigt hat, die künftig auch eine Verantwortung für die Gedenk- und Bildungsarbeit des Volksbundes enthält.

Mit PEACE LINE durch Europa

Generalsekretärin Daniela Schily stellte das PEACE LINE-Projekt vor, bei dem Jugendliche in diesem Frühjahr Europa und seine wechselvolle Geschichte mit zwei Weltkriegen und der Trennung in Ost und West erfahren können. Auf drei Routen, die wichtige Orte der Erinnerung wie Auschwitz, Verdun oder Dachau verbinden werden, werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes authentische Orte besuchen, bekommen vertiefte Einblicke in die Geschichte und lernen die jeweiligen Erzählungen ("Narrative") der Gastländer kennen.

Deutsch-israelisches Treffen

Als Vertreter des Bundesjugendausschusses wurde Ansgar Salzwedel in den Bundesvorstand gewählt. Zu den Projekten der Jugend- und Bildungsarbeit zählen im kommenden Jahr unter anderem ein Jubiläumscamp in Riga, eine deutsch-polnisch-französische Jugendbegegnung in Lambinowice sowie ein deutsch-israelisches Treffen.

Große Resonanz der Medien

Präsident Wolfgang Schneiderhan, dessen Arbeit mit langem Applaus gedankt wurde, blickte zurück auf ein sehr positives Jahr mit dem Besuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Kassel beim Empfang der Volksbund-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie einem Aufruf der Verfassungsorgane, die in sieben Tageszeitungen und mit einer Auflage von fünf Millionen Exemplaren die Arbeit des Volksbundes würdigen und zur Unterstützung durch Politik und Gesellschaft aufriefen. Nach dem Jubiläumsjahr, welches unter dem Motto "Europa, der Krieg und ich" stand, wird das Leitthema der Jahre 2021-2023 unter dem Oberbegriff "Helden, Täter, Opfer" lauten und in Ausstellungen, Veröffentlichungen und bei Veranstaltungen zum Ausdruck kommen.

Text und Fotos: Harald John