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Weltenbrand – vom Kriege zerstört
Szenische Collage zum Ersten Weltkrieg
26. Juli 2018

Vor hundert Jahren brach mit dem Ersten Weltkrieg die so genannte Urkatastrophe über den europäischen Kontinent herein. Sie dauerte vier Jahre. Er war der erste „moderne“ Krieg, in dem weit über zehn Millionen ums Leben kamen – einer von ihnen war der Kriegsfreiwillige Reisiger. Anhand des für seine Generation beinah typischen Lebensschicksals entwickelte das Schauspieler-Trio Michael Bideller, Oliver Hermann, Markus Voigt sowie Erik Schäffler (Regie) und Markus Voigt (Musik) die Szenische Collage „Weltenbrand“.

Das Ensemble, das auch unter dem Label „axensprung“ bekannt ist, gastierte zuletzt bei der vom Volksbund initiierten Ohlsdorfer Friedenswoche in Hamburg mit der neuen Produktion „Revolution!?". Im Vorfeld der beinahe europaweit stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, gibt es zahlreiche weitere Auftritte dieser Künstlergruppe. Termine sowie weitere Infos dazu finden Sie unter www.weltenbrand14.de.

Die Realität des Grauens

WELTENBRAND – ist mehr als Geschichte des Kriegsfreiwilligen Reisiger. Basierend auf dem Roman „Heeresbericht“ (1930) in dem der Autor Edlef Koeppen seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg verarbeitet, erzählt das Stück die Geschichte des jungen Reisiger, der wie so viele euphorisch in den Krieg gezogen ist. Erst begeistert und mit Pflichtgefühl, dann mit zusammengebissenen Zähnen und schierer Verzweiflung ist er der irrsinnigen Maschinerie des Krieges ausgesetzt. Reisiger gerät in den zermürbenden Kriegsalltag im Schützengraben, in sinnloses Trommelfeuer, Kavalleriemassaker und Gasangriffe, wird verletzt, kehrt freiwillig zurück und erlebt, eingeholt von der Realität des Grauens und der Zerstörung, ernüchtert den Zerfall jeder Moral.

Beeindruckende(s) Schauspiel(er): Michael Bideller, Markus Voigt und Oliver Hermann (v.l./ Foto: Mächtle)

Die Szenische Collage arbeitet mit zeitgenössischen Zitaten und Fotos, vertonten Gedichten August Stramms, Bildern von Otto Dix und einer Ebene aus Geräuschen sowie Musik. All das verbindet diese Geschichte zu einem zeitlosen und intensiven Theatererlebnis. Am Beispiel der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern wird so auf beklemmende Weise klar, was Krieg mit dem Einzelnen macht. Damals wie heute.

Die Szenische Collage „Weltenbrand“ ist ein Versuch, das Unbegreifliche dieser europäischen Katastrophe fassbarer zu machen; die Annäherung an eine Generation, „die vom Kriege zerstört wurde, auch wenn sie den Granaten entkam“. (Erich Maria Remarque)

Textquelle: www.weltenbrand14.de

Wichtiger Nachtrag:

Dank einer Zuwendung der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalens bietet auch der entsprechende Volksbund-Landesverband mehrere Aufführungen des Stückes an. Dazu gibt es folgende Termine für das laufende Jahr 2018:

26. September in Münster, Volkshochschule

5. Oktober in Moers, Geschwister-Scholl-Schule

6. Oktober in Düsseldorf, Christuskirche

20. Oktober in Petershagen, Altes Amtsgericht

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Volksbund-Landesverband Nordrhein-Westfalen unter der Telefonnummer 0201-84237-0.

Maurice Bonkat
Redakteur
+49 (0) 561-7009-281