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80 Jahre Invasion auf Kreta

Griechen und Deutsche diskutieren über Krieg und Versöhnung

Kassel, Chania, den 12. Mai. Mit einer komplett neuen Ausstellung gibt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge dem Soldatenfriedhof Maleme auf Kreta einen neuen Charakter und ein neues Gesicht. Die Eröffnung war für Mai 2021 geplant – 80 Jahre nach der Invasion deutscher Truppen auf Kreta im Rahmen der „Luftlandeoperation Merkur“.  

Wegen der Pandemie muss die Ausstellungseröffnung auf den Sommer verschoben werden. Doch auf den Austausch will der Volksbund nicht verzichten und lädt deshalb zu einer Podiumsdiskussion mit internationalen Partnern ein. „Vor 80 Jahren – der Kriegstoten auf Kreta gedenken“ ist das Thema der digital übertragenen Diskussion im Rahmen der Reihe „Erinnerungskulturen im Gespräch“. Jedes Jahr stellt der Volksbund – gemeinsam mit den jeweiligen Botschaften – erinnerungskulturelle Themen in Europa zur Debatte.
 

Wissenschaft trifft Kultur 

In der Orthodoxen Akademie in Chania diskutieren – teils vor Ort, teils zugeschaltet: die Historikerin Prof. Dr. Loretana de Libero (Führungsakademie der Bundeswehr Hamburg / Universität Potsdam und Bundesvorstand des Volksbundes), die Historikerin Dr. Anna Maria Droumpouki (Selma Stern Zentrum Berlin-Brandenburg), der Dokumentarfilmer und Dozent Michael Havas aus Prag und die kretische Dokumentarfilmerin und Galeristin Vicky Arvelaki. Die Historikerin und Kuratorin der neuen Dauerausstellung auf der Kriegsgräberstätte Maleme, Dr. Corinna Kuhr-Korolev (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) wird die Debatte moderieren.

Ein Impulsreferat zu deutsch-griechischen Begegnungen auf Kreta hält Dr. Alexandros K. Papaderos (Gründungsdirektor a.D. der Orthodoxen Akademie). Eine historische Einführung mit dem Titel „Krieg, Besatzung und Erinnerung“ gibt Dr. Anna Maria Droumpouki. Abschließend wagt das jüngst gegründete Deutsch-Griechische Jugendwerk einen Ausblick auf bilaterale Bildung und Begegnung. 
  
Grußworte sprechen der Deutsche Botschafter S.E. Dr. Ernst Reichel, der Generalsekretär des Volksbundes, Dirk Backen, und Katerina Karkala-Zorba (Studienleiterin an der Orthodoxen Akademie). Während der Diskussion (17 Uhr MEZ, 18 Uhr OESZ) haben Zuschauer die Möglichkeit, online zu kommentieren und Fragen zu stellen. Den Link zum Livestream und alle weiteren Informationen finden Sie hier.  
 
Für den 23. Mai plant die Deutsche Botschaft Athen – den Pandemie-Auflagen entsprechend – ein Stilles Gedenken in kleinem Rahmen mit Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte Maleme.
 

Zum Hintergrund  

Maleme auf Kreta ist eine von zwei deutschen Kriegsgräberstätten in Griechenland und einer der meistbesuchten Soldatenfriedhöfe des Volksbundes. Das liegt nicht nur an der Beliebtheit der griechischen Insel bei Touristen. Durch seine wichtige strategische Lage war Kreta im Zweiten Weltkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe. „Operation Merkur“ hieß eine der ersten Luftlandeaktionen der deutschen Wehrmacht. Am 20. Mai 1941 griffen Fallschirmjäger-Einheiten die Insel an. Das griechische Festland war bereits von nationalsozialistischen Truppen und ihren Verbündeten besetzt. Partisanen leisteten erbitterten Widerstand, den die deutschen Besatzer von Beginn an mit drakonischen Strafen und Vergeltungsmaßnahmen beantworteten. 

Die Zahl der Opfer wird auf mehrere Tausend geschätzt, mehr als 40 Dörfer wurden zerstört. Viele Kreter wurden inhaftiert, misshandelt und zur Zwangsarbeit verschleppt. Auf deutscher Seite kamen mehr als 3.000 Soldaten bei der Invasion der Insel ums Leben, weitere 1.000 starben während der Besatzungszeit. Ihre Gräber, insgesamt 4.468, liegen auf dieser Kriegsgräberstätte. Sie wurde 1974 eingeweiht und ist heute ein Ort der Trauer und der Mahnung.

Text: Diane Tempel-Bornett (Pressesprecherin) / Christiane Deuse

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