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Auf politische Bildung folgt Engagement: Pflegeeinsatz in Polen

Deutsch-polnisches Gedenken zum Abschluss mit mehr als 70 Schülerinnen und Schülern

Wenn jemand nach einem Seminar zur politischen Bildung nach Polen fährt, um Kriegsgräber zu pflegen, ist das Volksbund-Engagement auf fruchtbaren Boden gefallen: Zehn Soldaten aus Schönwalde in Brandenburg leisteten in Groß Nädlitz (polnisch: Nadolice Wielkie) ganze Arbeit. Damit beginnen wir eine Miniserie zu Pflegeeinsätzen im Frühjahr/Sommer 2026.
 

Die Gruppe gehört zur Einsatzunterstützungsstaffel 32 des Einsatzführungsbereichs 3 und hatte den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und seine Arbeit im Herbst am Standort Schönwalde/Holzdort kennengelernt. Im Rahmen der politischen Bildung, die der Volksbund für die Bundeswehr anbietet, hatte der Bundeswehrbeauftragte für Berlin und Brandenburg, Oberstleutnant a.D. Ralf Illauer, dort ein Seminar gehalten. 
 

Einbettung vorbereitet

Das hatte Interesse an freiwilligem Engagement für den Volksbund geweckt. Das Ergebnis: eine fast zweiwöchige Reise nach Groß Nädlitz, 15 Kilometer östlich von Breslau (polnisch: Wrocław) gelegen.

Auf dem dortigen deutschen Soldatenfriedhof sind rund 23.000 Kriegstote bestattet. Dort sollte eine Einbettung für Tote vorbereitet werden, die Umbetter im Volksbund-Auftrag in den vergangenen Monaten exhumiert hatten. Unter der Leitung von Hauptmann Stefan Förster fällte die Gruppe Bäume, schnitt Hecken, beseitigte Laub, legte Wege frei und entfernte Unkraut. 
 

Zweiter Einsatzort: Rattwitz

An einem Tag arbeiteten die Soldaten am polnischen Mahnmal für die Opfer des Arbeits- und Erziehungslagers Rattwitz: Dort schnitten sie zusammen mit polnischen Gemeindearbeitern Bäume und Hecken, reinigten Wege und besserten Wildschäden aus.
 

Deutsch-polnisches Gedenken

Am Mahnmal in Rattwitz begann am letzten Tag des Pflegeeinsatzes auch die Gedenkveranstaltung: Vertreter der Gemeinde, des deutschen Generalkonsulats Breslau, des Volksbundes und mehr als 70 Schülerinnen und Schüler kamen zusammen, um gemeinsam mit den Bundeswehrangehörigen der Toten zu gedenken und Kränze niederzulegen. Anschließend fand das Gedenken auf dem deutschen Soldatenfriedhof einen würdigen Abschluss.

In Erinnerung bleiben die sichtbaren Ergebnisse gemeinsamen Arbeitens und starke Eindrücke aus zwei ereignisreichen Wochen. Dazu gehörten auch ein Besuch im deutschen Generalkonsulat und eine Tagesfahrt mit Stadtführung nach Breslau – mit historisch-politischem Hintergrund.

Der Volksbund ist ...

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 5.500 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich knapp 50.000 Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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