Im April-Heft der Volksbund-Mitgliederzeitschrift begleiten wir Armin Scharlach und Tomas Termote bei ihrem Tauchgang zu einem U-Boot-Wrack des Ersten Weltkrieges. Einer der Schwerpunkte dieser Ausgabe: Seekriegsgräber. (© Armin Scharlach / Tomas Termote)
FRIEDEN aktuell: Tauchgang und Streifzug durch Ausstellungswelt
Neue Ausgabe der Volksbund-Zeitschrift mit zwei Schwerpunkten
Sichtbar machen, was der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. tut – das ist die wichtigste Aufgabe seiner Mitgliederzeitschrift. Das gelingt in der neuen FRIEDEN auf besondere Weise: mit einer Bildreportage von einem Tauchgang im Ärmelkanal und mit Porträts der aktuellsten Ausstellungen im Umkreis von 1.000 Kilometern.
Die Ausgabe setzt so stark auf Fotos, wie keine in der jüngeren Vergangenheit. Manche sind seitenfüllend wie der Blick in die Kathedrale von Lichfield. Andere kommen als Miniserie daher und zeigen zum Beispiel das Torpedorohr eines U-Boot-Wracks von allen Seiten. Allein das lohnt, das Heft aufzuschlagen und durchzublättern.
FRIEDEN als E-Paper
Das geht neuerdings auch virtuell: Seit zwei Ausgaben steht die FRIEDEN als E-Paper zur Verfügung. Ergänzte Links weisen weit über die 48 Seiten des Heftes hinaus.
Sie führen zu Videos, zu weiteren Kapiteln der Volksbund-Arbeit, zu Service-Angeboten oder auch nur vom Inhaltsverzeichnis direkt in einen Artikel. Wer mit der Maus über die Seiten fährt, entdeckt also weit mehr, als das gedruckte Heft bietet.
Die „Frierende”
Wir starten auf dem Golm, wo die „Frierende” dringend Hilfe braucht. Kunst auf Kriegsgräberstätten ist hier das Stichwort. Von da geht's nach Ostende und raus aufs Meer (Video dazu s. Textende). Armin Scharlach taucht zum Wrack eines U-Boots. Der Kommandant von SM UB-57: sein Urgroßvater. Er starb 1918, als eine Mine explodierte.
Tomas Termote, ein belgischer Unterwasserarchäologe, hatte den Urkenkel eingeladen. Er identifiziert Wracks vor der belgischen Küste und erklärt im Interview die Faszination seiner Arbeit. Dr. Christian Lübcke zeichnet die Geschichte des Untergangs von SM UB-57 nach. Er ist beim Volksbund der Spezialist für Seekriegsgräber und schließt mit einem dringenden Appell zu ihrem Schutz.
Zweiter Schwerpunkt: Ausstellungen
Von England über Dänemark bis nach Riga im Baltikum und weiter über Kreta und Italien nach Frankreich – so lässt sich die Rundtour skizzieren, mit der wir neue Ausstellungsprojekte vorstellen. Wir zeigen, wie das Team um den „Ausstellungsmacher” Danny Chahbouni arbeitet und wer am Ende alles beteiligt war, wenn die Eröffnung den Schlusspunkt setzt.
Dabei hat jede Ausstellung ihren ganz eigenen Charakter. Die in England ging erstmal auf Reisen, die in Dänemark profitiert von einem mächtigen Nachbarn (FLUGT-Museum) und in Frankreich entstehen gerade kleine an mehreren Orten … (mehr zu Ausstellungen im In- und Ausland).
Australier finden Frieden in Polen
Eine jahrzehntelange verzweifelte Suche ist zu Ende: In Polen zünden Angehörige eines deutschen Soldaten mitten im Wald eine Kerze an. „Unsere Geschichte ist eine, die alle hören müssen, damit sie erkennen, wie wichtig Ihre Arbeit für die Familien der verlorenen Angehörigen ist”, schreibt Natasha Sommer aus Brisbane anschließend.
Es ist die Geschichte ihre Großvaters Walter. Geboren in Breslau, vermisst im Januar 1945 in Polen. Es ist auch eine Geschichte, die zeigt, wie viele Rädchen beim Volksbund ineinander greifen, damit ein Vermisster gefunden, ein Schicksal Jahrzehnte nach Kriegsende geklärt werden kann.
Mitmachen – mitgestalten
Wie finden junge Leute ihren Platz im Volksbund? Welche Möglichkeiten haben sie, die Jugendarbeit mitzugestalten? Ein Interview gibt darauf Antwort. Wir stellen außerdem die neue Handreichung für die Schularbeit vor, in der es um Menschen mit Behinderung geht, und werfen einen Blick auf das Programm der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten auf dem Golm, in Ysselsteyn und in Niederbronn.
Reykjavik ist ein weiterer Schauplatz, denn dort wurden die Gebeine eines deutschen Fliegers bestattet. Das führt direkt zu einer isländischen Familie, der schon während des Zweiten Weltkrieges die deutschen Toten nicht gleichgültig waren.
Freiwillig nach Afghanistan
Gregor Schäfer erklärt im Interview, warum er vor mehr als 20 Jahren die Bundeswehr-Uniform wieder anzog, um in Afghanistan Dienst zu tun, was ihn mit dem Volksbund verbindet und warum er alljährlich in Bönnigheim bei Stuttgart den Volkstrauertag mit ausrichtet.
Als Fundstück aus dem Volksbund-Archiv zeigen wir eine Armbanduhr. Richard Rüba trug sie, als er am 15. Januar 1945 in Luxemburg starb. Als man ihn acht Jahre später umbettete, fand man die Uhr und gab sie der Familie zurück. Seine Schwester, heute 90 Jahre alt, hat sie dem Volksbund anvertraut.
Mit Stiftung Gutes getan
Zum Schluss stellen wir Marion Heide-Münnich vor. Sie gründete einen Stiftungsfonds und unterstützte damit über Jahre vor allem internationale Jugendbegegnungen. Kurz nach Drucklegung dieser Ausgabe ist sie verstorben. Wir sind ihr sehr zu Dank verpflichtet.
Zurück zum Anfang des Heftes: Armin Scharlach hat nicht nur den Tauchgang mit einem Video dokumentiert, sondern die gesamte Spurensuche zu Johannes Lohs, seinem Urgroßvater. Sie führte auch nach Ysselsteyn in den Niederlanden, wo er bestattet ist.
Zum Video
FRIEDEN im April und Oktober
Das PDF und das E-Paper der neuen FRIEDEN finden Sie in der Mediathek, wo die Ausgaben der vergangenen Jahre gesammelt sind. Gerne können Sie die Zeitschrift auch online abonnieren – dann bekommen Sie jedes Heft als PDF per Mail zugeschickt. Ab sofort erscheint sie wieder jeweils Anfang April und Anfang Oktober.
Der Volksbund ist …
… ist ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 5.500 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich knapp 50.000 Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
