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Im Gedenken verbunden: von Remembrance Day bis Volkstrauertag

Veranstaltungen im ganzen Land erinnern an Opfer von Krieg und Gewalt

Wenn am Sonntag zum Volkstrauertag halbmast gehisst und in allen Teilen der Republik der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird, ist diesem Stillen Feiertag bereits eine Woche des internationalen Gedenkens vorausgegangen. Die Kanadische und die Französische Botschaft luden in Berlin zum gemeinsamen Erinnern. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. richtet die zentrale Gedenkstunde im Deutschen Bundestag aus. 

 

Traditionell begehen die Briten am Sonntag vor dem 11. November den Remembrance Day. Diente der Tag zunächst der Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, schloss man schon bald die Opfer aller Kriege mit ein. In Berlin findet alljährlich eine offizielle Gedenkveranstaltung des Vereinigten Königreiches statt: auf der britischen Kriegsgräberstätte an der Heerstraße in Charlottenburg. Dort ruhen Tote des Zweiten Weltkrieges. Für die Veranstaltung zeichnet jedes Jahr ein anderes Mitglied des Commonwealth verantwortlich.

 

Kanadische Botschaft lud ein

Auf Einladung der Kanadischen Botschaft kamen am 9. November Diplomaten und Militärattachés des Commonwealth sowie Frankreichs, der USA, Indiens und weiterer Länder auf den Friedhof im Westen der Hauptstadt. Angehörige des Landeskommandos Berlin und des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf nahmen ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil.

Neben der Commonwealth War Graves Commission waren verschiedene Veteranenverbände zugegen. Den Volksbund vertraten Tore May vom Bundesvorstand und Dominik Tomenendal, Leiter des Referats Erinnerungskultur und Netzwerkarbeit.

 

 

Gedicht gegen das Vergessen

Nach der Kranzniederlegung richteten Evelyne Coulombe, die stellvertretende Leiterin der Kanadischen Botschaft in Berlin, und Brigadegeneral Horst Busch, der Kommandeur des Landeskommandos Berlin, Ansprachen an das Publikum.

Mahnend erinnerte das Gedicht „In Flanders Fields“ an die in Belgien gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Die Erinnerung dürfe niemals erlöschen, auch wenn auf den Feldern bereits wieder roter Mohn blühe. An die Veranstaltung auf dem Friedhof schloss sich ein ökumenischer Gottesdienst in der St. Georg Kirche an.

Am französischen Ehrenmal

Frankreich gedenkt seiner gefallenen Soldaten direkt am 11. November – jenem Tag, an dem 1918 der Waffenstillstand von Compiègne unterzeichnet wurde. Aus diesem Anlass lud der französische Botschafter Francois Delattre am Dienstag zu einer Veranstaltung am französischen Ehrenmal in die Julius-Leber-Kaserne. Hier hatten die französischen Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg bis Mitte der 1990er Jahre ihr Hauptquartier.

Als Gast aus Paris hielt der französische Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten Benjamin Haddad eine Gedenkrede. Für das Landeskommando Berlin nahm Brigadegeneral Horst Busch an der Gedenkveranstaltung teil. Dr. Gundula Bavendamm war als Mitglied des Volksbund-Bundesvorstands zugegen, begleitet von Dominik Tomenendal. Während Schülerinnen und Schüler die Nationalhymnen beider Länder vortrugen, übernahm ein Bläserensemble der Bundeswehr die musikalische Gestaltung.
 

Gedenken in den Regionen

Veranstaltungen zum Volkstrauertag finden in zahlreichen Städten und Gemeinden in ganz Deutschland statt. Über Angebote in Ihrer Region können Sie sich hier informieren. Auch die lokalen Tagezeitung geben einen Überblick über Gedenkstunden in Ihrer Nähe.

Die zentrale Gedenkstunde im Deutschen Bundestag überträgt die ARD am Sonntag live ab 13.30 Uhr. Die Hauptrede hält der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella. 


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Traurig sein, um zu lernen – Volkstrauertag für Kinder erklärt
 
 

Der Volksbund ist...

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 10.000 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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