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Kriegsgräberfürsorge: Ruf nach verlässlicher Finanzierung

Volksbundpräsident Wolfgang Schneiderhan warnt vor Verfall der Friedhöfe

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 13. November in der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2026 den Etat des Auswärtigen Amtes beraten. Inge Gräßle, Berichterstatterin für den Einzelplan 05, sagte: „Der Volksbund bekommt für die Fürsorge deutscher Kriegsgräber im Ausland eine Erhöhung von 2,5 Millionen Euro.“ 
 

 

Wolfgang Schneiderhan dankte in einem Statement für die Wertschätzung der Arbeit, betonte aber zugleich, dass dies nur einen Teil des derzeitigen Defizits ausgleichen würde – zumal auch die Erhöhung für 2025 nur einmalig war und nicht verstetigt wurde. Es gäbe ein strukturelles und vor allem anwachsendes Defizit. 
 

Sinkende Einnahmen

Aktuell unterstützen noch knapp 68.000 Mitglieder die Arbeit, dazu kommen Spenden, die immer noch deutlich mehr als die Hälfte der gesamten jährlichen Einnahmen von rund 54 Millionen Euro ausmachen. Die Summe dieser freiwilligen Zuwendungen geht aber zurück, weil die überwiegend ältere Spendergeneration die Gesellschaft nach und nach verlässt. 

Zugleich wachsen die Ausgaben stetig, einerseits durch steigende Energiekosten, aber auch, weil die Löhne in Osteuropa – dort wo viele Kriegsgräberstätten liegen – inzwischen deutlich höher ausfallen. Zu den gestiegenen Betriebskosten kommt ein signifikanter Investitionsstau von derzeit deutlich über 20 Millionen Euro dazu. Das betrifft auch die 23 Kriegsgräberstätten in Westeuropa, die vor zwei Jahren von der UNESCO unter den Schutz des Weltkulturerbes gestellt wurden.
 

Sparen allein reicht nicht

Im Klartext, so Schneiderhan, bedeutet das nicht anderes, als dass die Kriegsgräberstätten zunehmend verfallen. Man bemühe sich zwar intensiv, die Kostenspirale durch Optimierungsmaßnahmen zu dämpfen, aber das ließe sich nicht beliebig fortsetzen. Was fehle, sei eine belastbare und verlässliche Finanzierung dieser dem Grunde nach staatlichen Aufgabe, die der Volksbund wahrnehme, für die Zukunft.

An 16. November wurde mit dem Volkstrauertag der Toten der Weltkriege, aber auch aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Dazu sagte Präsident Schneiderhan: „Es ist der Volkstrauertag dieses Landes, das in seiner Geschichte leider großes Leid über die Welt gebracht hat und im Gegenzug selbst viel Leid erfahren hat.“
 

Arbeit „aktuell und zentral wichtig”

Neben der zentralen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag gab es unter anderem Veranstaltungen in der Berliner Lilienthalstraße und an der ehemaligen Hinrichtungsstätte Plötzensee, aber natürlich auch in so gut wie allen deutschen Städten und Gemeinden. Damit werde deutlich, wie aktuell und zentral wichtig die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. weiterhin sei und sein werde.
 

Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit