Die Kriegsgräberstätte St.-Laurent-Blangy in Frankreich: Ort eines dreisten Raubzuges
Metalldiebe reißen 25 Grabplatten aus den Verankerungen
Deutsche Kriegsgräberstätte St.-Laurent-Blangy in Frankreich: rund 150.000 Euro Schaden
Schwere Schäden haben Metalldiebe auf dem nordfranzösischen Friedhof St.-Laurent-Blangy im Département Pas-de-Calais angerichtet: Mit einem Trennschleifer zerschnitten sie 22 bronzene Namenplatten, rissen sie aus den Verankerungen und nahmen sie mit. Drei weitere Platten wurden dabei schwer beschädigt. Experten schätzen den Schaden auf rund 150.000 Euro.
Der Friedhofsverwalter des Volksbundes, Bastien Ledieu, und sein kleiner Pflegetrupp machten die schreckliche Entdeckung am Morgen: Auf beiden Seiten des schmalen Weges waren bronzene Namenplatten zerschnitten und mit roher Gewalt aus den Betonfundamenten herausgerissen worden. Von den 60 Kilo schweren Tafeln, auf denen die Namen von Verstorbenen verewigt sind, fehlt noch jede Spur.
Materialwert gering
Drei weitere Platten wurden bei dem Raubzug schwer beschädigt, Experten des Volksbundes schätzen den Schaden auf rund 150.000 Euro. Der Wiederverkaufswert für die Diebe ist relativ gering – er dürfte bei rund 330 Euro pro Platte liegen.
Die Behörden im Arrondissement Arras, Region Hauts-de-France, ermitteln mit Hochdruck. Gleichzeitig wurden die Kontrollen erneut verschärft, schließlich sind die verbliebenen 66 Platten zu schützen. Ihr kulturhistorischer Wert ist immens. Der Volksbund wird künftig Material verarbeiten, das für Metalldiebe keinen Nutzen hat, den ästhetischen Anforderungen an die Namenplatten aber genügt.
Medienecho und Spendenaktion
Mittlerweile haben in Frankreich Tageszeitungen, Radiosender und auch der Fernsehsender France 3 über den dreisten Diebstahl berichtet. Bürgermeister, Gemeindepräsidenten und der Geschäftsführer der Tourismusregion Arras haben nun zu einer Spendenaktion aufgerufen, um den Volksbund bei der Wiederherstellung der Platten zu unterstützen.
Rund 25.000 Tote in Gemeinschaftsgrab
Auf der Kriegsgräberstätte St.-Laurent-Blangy ruhen 7.069 Kriegstote des Ersten Weltkrieges in Einzelgräbern und 24.870 in einem großen Gemeinschaftsgrab. Ihre Namen sind auf den Tafeln verzeichnet. Auch 11.587 unbekannte Tote sind dort bestattet.
Französische Militärbehörden ließen den Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy in den Jahren 1921 und 1922 als Sammelfriedhof für deutsche Kriegstote aus dem südlichen Teil des Frontabschnittes bei Arras anlegen. Die Mehrzahl der unbekannten Toten aus dem Bereich nördlich und östlich von Arras wurde ebenfalls hier beigesetzt.
Künstler Walter Bud
Auf der Kriegsgräberstätte ist der deutsche Maler und Grafiker Walter Bud begraben. Der 1890 geborene Bud, ein begabter Künstler, verlor sein Leben am 11. Mai 1915 in der Zweiten Flandernschlacht bei Ypern.
Spenden für St.-Laurent-Blangy
Helfen Sie dabei, den Schaden, den die Diebe in St.-Laurent-Blangy angerichtet haben, zu beheben und die Namenplatten so schnell wie möglich zu ersetzen! Der Volksbund ist als gemeinnütziger Verein dringend auf Spenden angewiesen – für unvorhergesehen Ausgaben wie diese gilt das besonders! (Sollten am Ende mehr Spenden eingehen als für neue Platten nötig sind, werden wir sie für Erhalt und Pflege deutscher Kriegsgräberstätten einsetzen.)
Im Auftrag der Bundesregierung sucht der Volksbund Kriegstote im Ausland, birgt sie und bestattet sie würdig. Er pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen.
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