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NATO-Einsätze: gemeinsames Gedenken in Fréthun

Volksbund-Eindrücke am Denkmal bei Calais für die in Auslandseinsätzen Gefallenen und Verwundeten

Weil das Denkmal in Frankreich steht, lautet seine offizielle Bezeichnung „Mémorial de l’OTAN”. Es wurde auf Initiative des französischen Gendarmen Willy Breton, der mehrere Auslandseinsätze geleistet hat, 2012 in dessen Heimatstadt Calais errichtet. Christoph Schwarz war als Bundeswehrbeauftragter für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beim jährlichen Gedenken dabei:
 

Die in den Auslandseinsätzen der NATO gefallenen oder verwundeten Soldatinnen und Soldaten stehen hier im Mittelpunkt. Als Gedenkort ist er noch wenig bekannt. International ausgerichtet ist der Trägerverein „Fédération du Mémorial de l'OTAN”, der sich auf nationale Veteranen-Vereinigungen stützt und Repräsentanten in den Mitgliedsstaaten hat. Deutschland ist durch Christophe Böckling von Verein Veteranenkultur vertreten. 
 

Kooperation mit Veteranen

Der Volksbund bezieht alle deutschen Gefallenen in sein Gedenken ein und fühlt sich aus diesem Grund den Veteranen der Bundeswehreinsätze eng verbunden. Das kommt auch in entsprechenden Kooperationsvereinbarungen zum Ausdruck.

Außerdem hat er 2019 Marcel Kolb zum Sonderbeauftragten für die Zusammenarbeit mit der „Fédération du Mémorial de l'OTAN” ernannt. Seitdem vertritt Kolb den Volksbund bei der jährlichen Gedenkveranstaltung als Redner und bei der Kranzniederlegung. In diesem Jahr war er beruflich verhindert und darum mit einer Videobotschaft auf Französisch dabei.
 

Kampfflugzeuge und Kavallerie

Das ermöglichte mir als seinem Stellvertreter an diesem Tag Einblicke in eine Gedenkkultur, die sich nicht nur in Facetten, sondern eher grundlegend von der deutschen unterscheidet: Es beginnt mit dem Überflug zweier „Rafale”-Kampfflugzeuge als Demonstration staatlicher Souveränität und setzt sich fort mit der Präsenz zweier Angehöriger des Kavallerie-Regiments der „Garde Républicaine” zu Pferd in historischen Uniformen mit blank gezogenem Säbel – Zeichen einer über viele Epochen der Geschichte als ungebrochen empfundenen Tradition.

Viele Repräsentanten und Träger der Zivilgesellschaft – wie Schüler unterschiedlicher Schulstufen – sind einbezogen und stehen für die französische Staatsräson, die mit großer Selbstverständlichkeit auch nach außen projiziert wird.
 

Ungebrochenes Traditionsverständnis

Die Ungebrochenheit des Traditionsverständnisses spiegelt sich auch im Vergleich mit den Veteranenverbänden unserer Nachbarländer wieder. Hierzulande begann die Organisation der Veteranen erst, als sich die Bundeswehr an internationalen Auslandseinsätzen beteiligte. Sowohl vom Grad der Organisation als auch von der Ausformung eines spezifischen Selbstverständnisses ist diese Kultur noch im Entstehen beziehungsweise im Aufbau begriffen.

Der Volksbund begleitet diese Entwicklung aktiv und mit Interesse. Der Termin für das internationale Gedenken in Fréthun im kommenden Jahr ist schon notiert.

Text: Christoph Schwarz, Oberstleutnant a.D.,
Bundeswehrbeauftragter in Baden-Württemberg
 

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