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Neue Ausstellung weitet den Blick

Kriegsgräberstätte Maleme auf Kreta: Volksbund verändert Perspektive nicht nur mit der Installation Zeitfenster

Kassel / Kreta, den 24. Oktober. Sie verleiht der Kriegsgräberstätte Maleme einen anderen Charakter: Die moderne Dauerausstellung, die der Volksbund am 24. Oktober 2021 auf Kreta offiziell in kleinem Rahmen eröffnet, weitet den Blick und schafft neue Perspektiven. Damit setzt sie auch ein Zeichen für internationale Versöhnung.

Kreta verbinden die meisten Menschen mit Meer, Urlaub, Sonne und Erholung. Doch die schöne Mittelmeerinsel hat eine dramatische Geschichte. Davon zeugt die Kriegsgräberstätte Maleme als letzte Ruhestätte für 4.468 deutsche Soldaten. Die meisten von ihnen starben bei der Invasion im Rahmen der „Luftlandeoperation Merkur“ im Mai 1941.

Maleme ist eine von 19 ausgewählten Kriegsgräberstätten, an denen der Volksbund das Lernen aus der Geschichte – gerade an diesen Orten der Trauer und Mahnung – besonders unterstreicht. Die neue Ausstellung, die gemeinsam mit der Dresdner Agentur kursiv und der Kuratorin Corinna Kuhr-Korolev entwickelt wurde, orientiert sich an neuesten Erkenntnissen der Gedenkstättenpädagogik. Sie erklärt historische Hintergründe, erläutert das militärische Geschehen und thematisiert auch die Darstellung der Besatzungsverbrechen.

 

Facetten der Geschichte zeigen

Maleme ist eine von zwei deutschen Kriegsgräberstätten in Griechenland. Die NS-Propaganda bezeichnete die Eroberung der Insel als Erfolg, obwohl vor allem die Fallschirmjägertruppe massive Verluste erlitten hatte. Der Volksbund will mit der Ausstellung an diesem symbolischen Ort auch die vom nationalsozialistischen Deutschland ausgegangene Gewalt benennen. Dabei geht es nicht darum, ein schematisches Täter-Opfer-Narrativ zu schaffen, sondern die Facetten des Geschehens sichtbar zu machen und den Blick auf unterschiedliche Sichtweisen und Erinnerungskulturen zu öffnen.

Die Ausstellung ist dreisprachig (Griechisch, Deutsch und Englisch) und mehrstufig aufgebaut, sodass ein schneller Überblick genauso möglich ist wie intensives Eintauchen in die Thematik. Mit Texten, Fotos, Dokumenten und Exponaten rückt der Volksbund unter anderem 16 Biographien in den Fokus. Es sind Lebensgeschichten, die stellvertretend für alle Gruppen stehen, die an Kriegshandlungen und Besatzung auf Kreta beteiligt waren oder unter ihnen gelitten haben.

 

Zeitfenster in die Vergangenheit

Eine künstlerische Installation – das Zeitfenster – projiziert ein historisches Foto auf das heutige Panorama der Bucht. Der Anblick unzähliger Fallschirme am Himmel vergegenwärtigt so das historische Geschehen und baut eine Brücke in die Gegenwart. Im Gebäude im Eingangsbereich behandeln fünf Themenblöcke chronologisch und multiperspektivisch die Kapitel Invasion und Kriegsparteien, Besatzungsherrschaft, Geschichte des Friedhofs, Erinnerungskultur und Versöhnungsarbeit.

Der Volksbund und seine Partner legten dabei besonderen Wert auf ansprechende Gestaltung und fundierte Vermittlung. In Vitrinen ausgestellte Gegenstände wie Feldpostbriefe und Proviantfunde, die wissenschaftliche Kontextualisierung, multimediale Inhalte wie Filminterviews mit griechischen Zeitzeugen und deutschen Schülern, private Film- und Fotoaufnahmen von Kriegsteilnehmern unterschiedlicher Nationen und zentrale militärische Dokumente bringen Interessierten das historische Geschehen und seine Folgen nahe. Das Friedhof-Namenbuch mit den Lebensdaten der Toten sowie den Grablagen dokumentiert das Morden und Sterben der Zeit auf allen Seiten. Daran zu erinnern, aus der Geschichte zu lernen und für eine friedliche Zukunft zu arbeiten – das ist Sinn und Auftrag der Ausstellung und das Herzstück der Friedensarbeit des Volksbundes.

 

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