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Niedrigwasser der Donau gibt Wehrmachtssoldaten und Motorrad frei

Volksbund exhumiert im Flussbett in Budapest zwei Tote

Dem historisch niedrigen Wasserstand der Donau ist zu verdanken, dass in der Innenstadt von Budapest ein Wehrmachtsmotorrad – vermutlich eine DKW NZ 350-1 – zum Vorschein gekommen ist. Bei der Bergung stießen die Experten auch auf die Gebeine zweier Soldaten. Gabor Kohlrusz, Umbetter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., exhumierte die Toten und fand zwei gut erhaltene Erkennungsmarken.
 

Auf der Budaer Seite des ungarischen Parlaments bargen Mitarbeiter des Instituts und Museums für Militärgeschichte – der ungarische Volksbund-Partner – das Wrack. Dabei fanden sie auch deutsche Tellerminen 35 zur Panzerabwehr. Der Kampfmittelräumdienst war im Einsatz, zeitweise musste das Ufer gesperrt werden.

Weil der Hafenschlamm mit Gasöl vermischt ist, sind Motorrad und Erkennungsmarken gut erhalten. Beide Marken sind vollständig. Normalerweise wurde im Todesfall eine Hälfte bei dem Soldaten belassen. Die andere Hälfte wurde an die Wehrmachtsauskunftstelle geschickt, die die Angehörigen benachrichtigen ließ. Die Familien dieser Toten warteten offenbar vergeblich auf offizielle Nachricht.
 

Für Kriegseinsatz entwickelt

Die DKW-Modelle NZ 250 und NZ 350 galten damals als besonders robust und zuverlässig. Darum gab es ab 1944 eine speziell für den Einsatz im Krieg entwickelte Version: NZ 350-1.

Bestattet werden die exhumierten Toten bei nächster Gelegenheit auf der deutschen Kriegsgräberstätte Budaörs vor den Toren der ungarischen Hauptstadt.
 

Kriegsgrab Schiffswrack

Der Volksbund rechnet damit, dass auch Schiffswracks aus Flüssen auftauchen, aus denen Kriegstote zu bergen sein könnten. Was dann passiert, schildert Arne Schrader, Leiter der Abteilung Kriegsgräberdienst und Internationale Beziehungen: „Zuständig sind immer erst die nationalen Experten – in Ungarn ist das unser bewährter Partner, das Institut und Museum für Militärgeschichte, das an das Verteidigungsministerium angegliedert ist. Wenn sie feststellen, dass es sich um deutsche Kriegstote handelt, verständigen sie uns.”

Sollte es sich um einen großen Einsatz handeln, würde der Volksbund das Team in Ungarn mit freiwilligen Umbettern unterstützen, die er mit Hilfe der Eva Mayr-Stihl Stiftung ausgebildet hat. „Übrigens haben wir auch die Umbetter des ungarischen Verteidigungsministeriums ausgebildet”, ergänzt Arne Schrader.
 

Angehöriger vermisst?

Wer noch einen Angehörigen vermisst, kann in der Gräbersuche Online“ recherchieren – die Datenbank des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit mehr als 5,4 Millionen Datensätzen ist in dieser Form weltweit einmalig.
 

Der Volksbund ist …

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 5.500 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich knapp 50.000 Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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