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Und 80 Jahre danach?

Kriegsgräberstätten sind heute, mehr als 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wichtiger denn je. Für uns Nachgeborene sind sie bedeutende Erinnerungsorte und Orte internationaler Begegnung.

In der Reihe „Und 80 Jahre danach?“ fragen wir Menschen, was sie heute mit dem 22. Juni 1941 verbinden. 
Thomas Kutschaty ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW. Seit mehr als 10 Jahren ist er Vorsitzender des Landesverbandes NRW im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Er hat mehrere Berührungspunkte zum Krieg in der Sowjetunion.

Welche persönliche Geschichte /welches Erlebnis verbindet Sie heute mit dem Krieg gegen die Sowjetunion?
Einer meiner Großväter hat als Soldat im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion gekämpft und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er gehörte zu den Kriegsheimkehrern, die nie über ihre Erlebnisse gesprochen haben. Als ich ihn hätte fragen wollen, war es bereits zu spät.
Durch den Volksbund habe ich viele Berührungspunkte mit dem Krieg in der Sowjetunion, allein schon deshalb, weil der Volksbund in den Nachfolgestaaten heute noch intensiv nach gefallenen deutschen Soldaten sucht und viele Kriegsgräberstätten gebaut hat.
In allernächster Nähe meines Wohnortes befinden sich Gräber sowjetischer Kriegstoter. Spaziergänge führen mich gelegentlich auf den Terrassenfriedhof in Essen-Schönebeck. Dort sind mehrere hundert sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bestattet. Im Namen des Volksbundes habe ich dort bereits mehrmals Kränze niedergelegt.

Wo nahm Ihr Engagement den Anfang und was bedeutet es heute für Sie?
Ich bin 2012 zum Vorsitzenden des Landesverbandes NRW im Volksbund gewählt worden. Seitdem verfolge ich dessen Arbeit in Osteuropa und versuche sie von Nordrhein-Westfalen aus zu unterstützen.
Kriegsgräberstätten sind heute, mehr als 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wichtiger denn je. Für uns Nachgeborene sind sie bedeutende Erinnerungsorte und Orte internationaler Begegnung. Bei Workcamps und Gedenkveranstaltungen kommen Menschen aus unterschiedlichen Ländern miteinander ins Gespräch, lernen sich kennen und schätzen. Sie reflektieren über Geschichte, Gegenwart und Zukunft und knüpfen internationale Freundschaften. Dadurch sind Kriegsgräberstätten ein wichtiges Element der internationalen Verständigung und Friedensarbeit.
 

Welche Botschaft möchten Sie für die Zukunft weitergeben?
Die entsetzlichen Geschehnisse während dieses Krieges, die Millionen Todesopfer, das Leid der Zivilbevölkerung und der Hinterbliebenen, der systematische Völkermord an der jüdischen Bevölkerung wirken bis heute nach: ganz persönlich bei den nur noch wenigen Veteranen und bei deren Nachkommen, aber auch im jeweils nationalen, kollektiven Bewusstsein. 
Die aktuellen Krisen zeigen uns, dass der Friede, den wir Jahrzehnte lang genießen durften, nicht selbstverständlich ist. Um den Frieden zu erhalten, müssen wir aktiv aufeinander zugehen und uns mit der jeweils nationalen Erzählung über den Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Nur wenn wir das Leid der ehemaligen Gegner und ihrer Nachkommen anerkennen, kann Frieden gelingen.  

 
 

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