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Vielfalt soll in Pomezia jungen Baumbestand sichern

Volksbund gibt deutschem Friedhof in Italien ein neues Gesicht – großer Dank an alle Spenderinnen und Spender

Es ist ein Bild des Jammers: ausgedünnte Baumkronen, die kaum noch Nadeln tragen. Der Volksbund muss in Pomezia erstmal einen weiteren großen Teil der Pinien entnehmen, die bisher das Bild der deutschen Kriegsgräberstätte prägten, bevor er nachpflanzen kann. Das ist für 2027 geplant.
 

Ein Spendenaufruf hat im vergangenen Jahr so viel Geld eingebracht, dass die Baumriesen alle ersetzt werden können. Dabei zieht der Volksbund mit der Gemeindeverwaltung an einem Strang: Bei einem Besuch in Pomezia einigten sich beide Seiten kürzlich auf einen Fahrplan.

 

Klimawandel schwächt Bäume

Die Kommune kennt das Problem, denn es betrifft die ganze Region um Rom: Als Folge des Klimawandels schwächen Hitze und Trockenheit selbst Pinien. Schädlingen wie der Schildlaus haben sie keine Abwehrkräfte mehr entgegenzusetzen und so sterben die Baumriesen nicht nur in dieser Stadt.

2025 hatte der Volksbund dort schon 84 Bäume entnehmen lassen, nachdem ein Rettungsversuch mit Insektiziden gescheitert war. Jetzt sind weitere 100 Pinien betroffen.
 

Zersägen statt fällen

In Absprache mit der Kommune sollen sie bis zum Jahresende entnommen werden. Dabei zersägen Experten jeden Stamm Stück für Stück von oben nach unten. Ein Kran hebt die Stücke jeweils an und legt sie jenseits der Gräberfelder ab –  ein sehr aufwändiges Verfahren, das nötig ist, um keinen Schaden auf den Gräberfeldern anzurichten.

Im Frühjahr entsteht ein Pflanzplan. Jobst Walter, Referatsleiter Pflege, und Stefan Halbhuber, als Sachgebietsleiter zuständig für Italien, haben schon eine Vorauswahl getroffen. Auf einer vorgegebenen Liste der Kommune haben sie 15 Arten angekreuzt: von Eukalyptus-, Gingko-, Tulpen- und Götterbaum über Robinien bis zu Eichen und Linden.

 

Jeder Baum wird ersetzt

Diese Vielfalt soll verhindern, dass künftig Schädlinge, die einer Baumart besonders zusetzen, noch einmal großen Schaden anrichten können. Bewusst pflanzt der Volksbund Bäume nach, die ähnlich stattlich werden wie Pinien, damit der Charakter des Friedhofs Pomezia erhalten bleibt. 185 bis 200 Hochstämme sollen es sein.

„Wir inszenieren das Zusammenspiel und schauen dabei weit in die Zukunft“, sagt Jobst Walter, „damit über Jahrzehnte ein harmonisches Bild entsteht“. 
 

Vier Jahre Pflege inbegriffen

Ist der Pflanzplan mit der Gemeinde abgestimmt, folgt die Ausschreibung. Der Auftrag soll mindestens für vier Jahre auch die Pflege umfassen, um die Firma erst dann aus der Verantwortung zu entlassen, wenn die jungen Bäume Wurzeln geschlagen haben und gedeihen.

Damit die Hochstämme in den ersten Jahren möglichst effektiv gegossen werden können und beim Mähen keinen Schaden nehmen, will der Volksbund Kunststoffringe um die Baumscheiben legen.

 

Biologischer Pflanzenschutz

Auch an anderer Stelle setzt er auf Vielfalt: Hecken umschließen auf dem Friedhof sechs ovale „Inseln“. Auf diesen rund 850 Quadratmetern Fläche sollen künftig möglichst viele heimische Wildkräuter und -blumen wachsen – Nahrungsquelle für Insekten und damit indirekt auch für Vögel, die wiederum Schädlinge im Zaum halten.

Jobst Walter dankt der Gemeindeverwaltung für die gute Zusammenarbeit bei diesem Projekt, vor allem aber im Namen des Volksbundes allen Spenderinnen und Spendern, die einen neuen Baumbestand für Pomezia mit ihrer großzügigen Unterstützung möglich gemacht haben!

Cassino auch schon betroffen

Auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Cassino, das rund 150 Kilometer südlich von Pomezia liegt, weisen auch schon erste Pinien starke Schäden auf. Der Volksbund hofft auf einen kalten Winter, damit sich die Schildlaus weniger schnell vermehrt und die kranken Bäume sich vielleicht noch erholen. Wenn nicht, müssen auch sie entnommen werden. 


Mehr lesen Sie hier:
Pinien in Pomezia: Baumriesen fallen Schildlaus zum Opfer (September 2025)

 

Der Volksbund ist …

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 5.500 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich knapp 50.000 Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 

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