Eins der großen Bauprojekte im vergangenen und im neuen Jahr: die Totenburg in Ägypten. Das Flachdach muss saniert werden. Unser Foto entstand kurz vor dem Jahreswechsel. (© Zineb Ayyadi)
Volksbund-Schwerpunkte: von Oksbøl über Pomezia nach El Alamein
Überblick 2025/2026 zeigt, wofür die Kriegsgräberfürsorge heute im In- und Ausland steht
Oksbøl macht den Anfang auf der Liste und damit ist gleich ein wichtiges Thema gesetzt bei den Schwerpunkten 2025/2026. Was hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. im vergangenen Jahr geschafft und was plant er für das neue? Nicht nur Ausstellungen wie die in Dänemark rücken in den Vordergrund.
14 Länder von Ägypten bis Ungarn sind aufgelistet und außerdem acht Arbeitsfelder von der Angehörigenbetreuung bis zu Vorsorge und Testament. Auch die Stiftung Gedenken und Frieden ist präsent. All das zeigt die enorme Bandbreite der Volksbundarbeit, zumal die Schwerpunkte nur Schlaglichter werfen.
Erster Friedhof nach dem Krieg
Jubiläen lenkten den Blick nach Sandweiler: 70 Jahre ist die Kriegsgräberstätte in Luxemburg alt – die erste nach 1945 eröffnete. 50 Jahre Bergheim im Elsass steht für den letzten in Frankreich eingeweihten Friedhof.
Mit 20 Jahren Golm kam die Jugendarbeit ins Spiel: So lange schon ist auf Usedom engagierte deutsch-polnische Bildungsarbeit zu Hause. An das Kriegsende vor 80 Jahren erinnerte der Volksbund unter anderem mit einer Kampagne.
Grabzeichen für jüdische Soldaten
Zu den Höhepunkten 2025 gehörten außerdem Ausstellungseröffnung und Einweihung eines Gedenkzeichens in Marigny und – ebenfalls in Frankreich – neue Grabzeichen für jüdische Soldaten des Ersten Weltkrieges im Rahmen der „Operation Levi”. Mit einem Konzert unterstützte der Volksbund den ersten deutschen Veteranentag und ebnete den Weg für eine Kooperation mit der Bundespolizei.
2026 eröffnet der Volksbund unter anderem die neue Ausstellung in Cannock Chase in England. Außerdem geht die Sanierung der Totenburg im ägyptischen El Alamein weiter und in Pomezia in Italien werden neue Bäume gepflanzt – für beide Projekte hatte der Volksbund 2025 um Spenden gebeten und dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern für enorme Hilfsbereitschaft! Außerdem entsteht in Lommel in Belgien ein „History Center“, nachdem die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte dort geschlossen werden musste.
Von Sammlung bis Schicksalsklärung
Die Schwerpunkte 2025/2026 zeigen aber auch das Tagesgeschäft, das zum Kern der Volksbund-Arbeit gehört: von der Haus- und Straßensammlung über Anfragen an die Angehörigenbetreuung, Ergänzungen in der Gräbersuche online mit rund 5,4 Millionen Datensätzen, Bearbeitung von Umbettungsprotokollen, Schicksalsklärung …
In Brasov in Rumänien will der Volksbund die Umfriedungsmauer instand setzen und im belgischen Langemark Bronzetafeln nachbeschriften. Für Krasnodar-Apscheronsk (Russland) und Cabiny (Slowakei) beispielsweise sind Namenkennzeichnungen geplant, um einige kleinere Projekte für 2026 zu nennen.
Workcamps und Comic-Wettbewerb
Gesetzt sind für das neue Jahr natürlich internationales Gedenken am Volkstrauertag und am 8. Mai, aber auch Workcamps und der Comic-Wettbewerb, Pflege- und Arbeitseinsätze von Bundeswehr, Reservisten und Freiwilligen, Exhumierungen und Einbettungen. Und auch hier gilt: Diese Aufzählung ist mehr als lückenhaft …
Hier gehts zur ausführlichen Übersicht der Schwerpunkte 2025/2026.
Der Volksbund ist …
… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Knapp 6.000 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
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