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Vor dem Durchbruch am Winterberg-Tunnel

Volksbund forscht mit Spezialtechnik nach verschütteten Soldaten des Ersten Weltkrieges in Frankreich

Fast auf den Tag genau 105 Jahre nach der Katastrophe im Winterbergtunnel am östlichen Ausläufer des Chemin des Dames will der Volksbund mit seinen französischen Partnern die Suche nach verschütteten Soldaten mit Nachdruck fortsetzen. Hochspezialisierte Ortungstechnik und neue Forschungsergebnisse sollen für einen Durchbruch und wichtige Erkenntnisse auf einem der schlimmsten Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges sorgen.
 

Die feinen Sensoren des Georadars hatten endlich angeschlagen: Mit ihrer Hilfe konnten die Spezialisten des Volksbundes zwei Hohlräume im so genannten Winterberg aufspüren. Verstärkt durch neue Erkenntnisse aus Archivrecherchen von Historikern aus Frankreich und Deutschland, zeigte dies bei einer Begehung Anfang April: Die Suche nach im Mai 1917 verschütteten deutschen Soldaten könnte endlich zu den von allen Seiten gewünschten Erkenntnissen führen.
 

Schienen einer Feldbahn

Nach der Ortung der Hohlräume hatten die französischen Behörden schon im April 2021 eine Grabung des Volksbundes tatkräftig unterstützt. Bei diesem Vorstoß mittels Bagger fanden die Experten Schienen einer Feldbahn, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Stollen führen. In diesem tief in den Berg getriebenen Unterstand hatten deutsche Soldaten Schutz gesucht, bevor ein Volltreffer der französischen Artillerie den Eingang verschüttete. Mutmaßlich fanden Dutzende Soldaten des Badischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 111 im Tunnel ihr Grab.

Die Funde eines Helms, eines Bajonetts und eines Mantels mit entsprechenden Schulterklappen bewiesen, dass Wissenschaftler und Georadar-Experten auf dem richtigen Weg sind. Jedoch verhinderten vor einem Jahr nachrutschende Sandmassen die genaue Lokalisierung des Tunneleingangs. Zusätzlich brach die Aufhängung des Bohrers am Bagger mehrfach, was die Weiterarbeit im begrenzten Genehmigungszeitraum im Wald nahe der Ortschaft Craonne verhinderte.
 

Suche auf hohem technischem Niveau

Der Volksbund plant nun vom 3. Mai an mit Unterstützung der Firma „georadarNRW“ eine „horizontale Spülbohrung“. Im Detail: Während der Bohrung in Richtung des vermuteten Tunneleingangs wird das Bohrloch mit Bentonit ausgekleidet und damit verstärkt. Wird der mittels Georadar detektierte Hohlraum erreicht, wird der Bohrer entfernt und eine Kamera eingeführt. Von dieser visuellen Erkundung erwarten der Volksbund und seine französischen Partner neue Erkenntnisse, ob der Hohlraum ein Teil des Winterbergtunnels und damit ein Massengrab ist. Falls diese Methode nicht – wie geplant – umsetzbar sein sollte, sind Bohrungen vom Waldboden aus durch die Tunneldecke geplant.

Schon Anfang April koordinierten Mitarbeiter des Volksbundes mit Vertretern der französischen Behörden und der Präfektur Abläufe und Details der geplanten Untersuchung. Nach einer Ortsbegehung und einer Historiker-Konferenz im Rathaus von Craonne präsentierte Dr. Rainer Brüning aus dem baden-württembergischen Landesarchiv in Karlsruhe die aktuellen Ergebnisse seiner historischen Recherchen zum Winterbergtunnel. Anschließend beantworteten Präfekt Thomas Campeaux, sein Stellvertreter Jérôme Malet sowie Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen zahlreiche Nachfragen von interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern zum Anliegen und Ablauf der bisherigen Untersuchung, aber auch zum weiteren Vorgehen.
 

Entschieden wird in Paris und Berlin

Können und sollen die Toten, sofern man sie findet, geborgen werden? Wenn ja, wo sollen sie beerdigt werden? Wird eine Gedenkstätte am Winterberg gebaut? Die Beantwortung dieser und weiterer Fragen hängt von den Ergebnissen der anstehenden Untersuchung ab. Die Thematik des Winterbergtunnels beschäftigt inzwischen auch den deutsch-französischen Ministerrat. Entscheidungen werden auf höchster politischer Ebene in Paris und Berlin getroffen. Wichtig, so Dirk Backen, ist die Frage, ob sich die Toten tatsächlich im Tunnel befinden und inwieweit die Grablage gesichert ist. Dies soll bei der Untersuchung Anfang Mai nach Möglichkeit eindeutig geklärt werden.

Einen Bericht zur Suchaktion im April 2021 finden Sie hier: „Munitionsfund stoppt Winterberg-Sondierung”
 

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