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„Wald der Erinnerung“: Ein Ort der Trauer und des Trostes

Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan gedenkt der in Auslandseinsätzen ums Leben gekommen Soldaten

Im Operativen Führungskommando der Bundeswehr bei Potsdam ist am Freitag der Einsatztoten der Bundeswehr gedacht worden. In diesem Jahr stand die Wiedererrichtung des Ehrenhains aus Mali im Vordergrund. Damit begann traditionell das Volkstrauertags-Wochenende in der Hauptstadt. 
 

Präsident Wolfgang Schneiderhan legte einen Volksbund-Kranz im „Wald der Erinnerung“ in der Henning-von-Tresckow-Kaserne nieder. Die Anlage ist nicht nur den Einsatztoten der Bundeswehr gewidmet, sondern auch ein Ort der Trauer für Familien aller Bundeswehrangehörigen, die im Dienst ihr Leben ließen. Am Bundeswehr-Ehrenmal iin Berlin am Sonntag morgen war der Volksbund ebenfalls durch den Präsidenten vertreten.
 

„Ort der Mahnung und  Verpflichtung“

Generalleutnant Alexander Sollfrank blickte in seiner Ansprache auf elf Jahre „Wald der Erinnerung“ zurück: „Hier ist ein Ort der Mahnung und der Verpflichtung entstanden.“ An den Bäumen und vor den Ehrenhainen könnten Bundeswehrangehörige und Hinterbliebene ihr ganz persönliches Andenken an die Verstorbenen pflegen.

Gemeinsam mit Angehörigen gedachte Sollfrank der Toten bei der Eröffnung des wiedererrichteten schlichten Ehrenhains, der beim Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali entstanden war. Diese afrikanische Mission dauerte von 2013 bis Ende 2023.
 

Eine der gefährlichsten Missionen

Der Einsatz, der hauptsächlich im Rahmen der UN-Stabilisierungsmission MINUSMA und der europäischen Trainingsmission EUTM Mali stattfand, galt als einer der gefährlichsten Einsätze der Bundeswehr.

Die Truppen wurden nach mehr als zehn Jahren wegen der schwierigen Sicherheitslage und politischer Entwicklungen abgezogen. Fünf niederländische Soldaten und fünf Angehörige der Bundeswehr verloren in Mali ihr Leben.

 

Damit leben, ein Kind zu verlieren

Der Vater eines getöteten Soldaten, der am 26. Juli 2017 mit einem „Tiger“-Hubschrauber bei einem Aufklärungsflug über Mali abgestürzt war, zitierte Liedzeilen aus „Der Gute Kamerad“. Er fragte: „Wie kann man damit leben, ein Kind zu verlieren?“

Dies sei nur möglich durch die gemeinsame Trauer mit Freunden und Bekannten, so der Vater. Aber auch durch Besuche im „Wald der Erinnerung“, der ein „Ort des Trostes und der Trauer“ für ihn geworden sei.

 

Christliche und jüdische Gebete

Im Anschluss an die ergreifende Rede wurde der Ehrenhain von einem katholischen Geistlichen gesegnet. Gemeinsam sprachen er, ein protestantischer Pfarrer und Vertreter der jüdischen Gemeinde zahlreiche Gebete.

Schließlich – für die einen Trost, für die anderen Trauer – stimmte ein Trompeter das Lied „Der gute Kamerad” an: „Will mir die Hand noch reichen / Derweil ich eben lad / Kann dir die Hand nicht geben / Bleib du im ew’gen Leben / Mein guter Kamerad!”

Angehörigen am Bundeswehr-Ehrenmal

Auch das Ehrenmal der Bundeswehr am Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist traditionell ein Ort, an dem Angehörige von verstorbenen Soldatinnen und Soldaten mit hochrangigen Vertretern der Streitkräfte der Toten gedenken – vor allem derer, die in den vergangenen zwölf Monaten ums Leben gekommen sind. Generalinspekteur Carsten Breuer sprach als Vertreter des Bundesverteidigungsministers. 

Mehr als 3.400 Namen sind im „Buch der Erinnerung“ im Ehrenmal verzeichnet. Wolfgang Schneiderhan gedachte der Verstorbenen mit einem Volksbund-Kranz, der in der Halle des Ehrenmals niedergelegt wurde.

Zentrale Gedenkstunde live in der ARD

Nachtrag: Die zentrale Gedenkstunde im Deutschen Bundestag am Volkstrauertag übertrug die ARD live. Die Hauptrede hielt der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella.

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Der Volksbund ist …

… ein gemeinnütziger Verein, der im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland sucht, birgt und würdig bestattet. Mehr als 10.000 waren es im vergangenen Jahr. Der Volksbund pflegt ihre Gräber in 45 Ländern und betreut Angehörige. Mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten erreicht er jährlich rund 38.000 junge Menschen. Für seine Arbeit ist er dringend auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.
 
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Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit