Den Volkstrauertag erneuern!

17. November 2018

Den Volkstrauertag gibt es in Deutschland bereits seit den 1920er Jahren und bis heute wird der Gedenktag in vielen Orten an Denkmälern mit Kranzniederlegung und Totengedenken begangen. Trotz dieser langjährigen Traditionen verliert der Volkstrauertag durch die schwindende Zeitzeugengemeinschaft an Bedeutung und wird von der Öffentlichkeit in seinen Ritualen kaum noch verstanden. Um dem entgegenzuwirken, soll der Volkstrauertag ab diesem Jahr in einer neuen zeitgemäßen Ausrichtung veranstaltet werden. Diese Neuausrichtung wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V gemeinsam mit einer Initiativgruppe, in der zahlreiche staatliche, kommunale, kirchliche, gewerkschaftliche und andere gesellschaftliche Institutionen vertreten waren, intensiv beraten.

Es ist der Wunsch der Initiatoren und Unterstützer, möglichst viele gesellschaftliche Kräfte ins Gespräch zu bringen und in die Planung einzubinden, damit in einem breit angelegten gesellschaftlichen Konsens an der Neugestaltung der Gedenkfeier teilgenommen wird. Dadurch soll der Volkstrauertag auch in Zukunft in einer zeitgemäßen Ausgestaltung die Erinnerung an die Vergangenheit aufrechterhalten und ein Zeichen für grundlegende gemeinsame gesellschaftliche Werte sowie die Förderung des Friedens setzen. Dazu soll mit einem differenzierten Opferbegriff, der unter anderem Gefallene, Gefangene, Vertriebene, NS-Verfolgte, Widerstandskämpfer umfasst, die Bandbreite des Totengedenkens zum Ausdruck gebracht werden.

Die Erinnerung am Volkstrauertag als Friedens -und Gedenktag ist auch Reaktion auf Fragen der Gegenwart und muss den Menschen in einer unübersichtlich empfundenen Welt Orientierung geben. Um die inhaltliche und formale Gestaltung des Volkstrauertages auf die genannten Ziele auszurichten, wurden in der Initiativgruppe Anregungen für die Akteure ausgearbeitet, wie ein zeitgemäßer, den Anforderungen der Gegenwart gewachsener Gedenktag aussehen könnte.

Es wird z.B. empfohlen, die Redner in Bezug auf die Erweiterung der gesellschaftlichen Perspektive aus einem breiteren Umfeld auszuwählen. Gerade die junge Generation soll stärker in die Gestaltung einbezogen werden, ihre Beiträge zu einem festen Bestandteil der Gedenkfeiern werden. Weiterhin soll der Volkstrauertag offen sein für neue Formen der Darstellung, Musik und Theater.
Auch die Rituale müssen in Frage gestellt werden. So soll bei Zeremonien der militärische Charakter nicht im Fokus stehen, und Uniformierte, Nicht-Uniformierte, Erwachsene und Jugendliche sollen gemeinsam auftreten.

Die Initiatoren und Unterstützer wollen mit diesen und anderen Empfehlungen Anregungen für die Gestaltung eines den Anforderungen gewachsenen Volkstrauertages geben, ohne diese als starres Regelwerk zu verstehen. Die Planung und Ausführung der Gedenkfeiern ist auch immer von den örtlichen Begebenheiten und handelnden Personen abhängig.

Weitere Informationen zum Volkstrauertag finden Sie hier

 

 

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