Gegen das Vergessen

Landesfeier zum Volkstrauertag in Oldenburg

29. November 2019

Schüler*innen der Fachschule für Sozialpädagogik der Berufsbildenden Schule Ammerland mit ihrem Beitrag zum Thema Darum Europa

Nahezu 200 Gäste verfolgten die Landesfeier im Alten Landtag

Der Landesvorsitzende Prof. Dr. Axel Saipa hält die Begrüßungsansprache

Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann hält die Gedenkansprache

Kranzniederlegungen am Theodor-Tantzen-Platz und in der Peterstraße | Bilder: © Joachim Puppel

Oldenburg. Rund 200 Gäste, darunter Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta und Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, nahmen am Vortag des Volkstrauertages an der zentralen Gedenkstunde des Landes Niedersachsen im Alten Rathaus teil.

Neben Personen aus Politik und Kirche, aus Organisationen und Verbänden  nahm eine Abordnung der Bundeswehr und der Reservisten teil.  Die gemeinsame Gedenkstunde von Landtag, Landesregierung und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gastierte bereits zum zweiten Mal im Bezirksverband Weser-Ems. Seit 2014 findet die Landesfeier zum Volkstrauertag nicht mehr – wie in den Jahrzehnten zuvor – nur in Hannover statt.

Die Erinnerung an die Toten der beiden Weltkriege und die Opfer der NS-Zeit standen im Mittelpunkt der Gedenkstunde. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann begrüßte die Gäste in Oldenburg und bezeichnete die Stadt als weltoffen. Der Stellenwert der Erinnerung an die Gräueltaten der NS-Zeit sei sehr hoch. „Die Anschläge der vergangenen Monate und der deutliche Anstieg antisemitischer Übergriffe zeigen aber, wie wichtig es sei, dass die Zivilgesellschaft nicht wegschaue“, so Krogmann weiter. Der Landesvorsitzende des Volksbunds, Prof. Axel Saipa, betonte, es werde nicht nur an Kriegstote erinnert, sondern an alle Opfer von Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft weltweit.  

Als Festrednerin konnten die Veranstalter die renommierte Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann gewinnen. Gemeinsam mit ihrem Mann, Jan Assmann, hat die Professorin für Anglistik und Ägyptologin in den vergangenen Jahrzehnten zum Thema Kulturelles Gedächtnis geforscht. In ihrer Ansprache würdige Assmann die Bemühungen und Anstrengungen des Volksbundes in der Erinnerungsarbeit und bezeichnete das Jahr 2019 als ein ganz besonderes – weil vor genau 100 Jahren der Volksbund ins Leben gerufen wurde.

Ein besonderer Höhepunkt war die Darbietung von Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Ammerland. Für die angehenden Erzieher*innen der Fachschule für Sozialpädagogik war es im Alten Landtag nach 2018 bereits der zweite Auftritt anlässlich des Volkstrauertages. Sie hatten ein beachtliches Vokalstück zum Thema „Darum Europa“ einstudiert und im Wechsel Begriffe postuliert, mit wichtigen Botschaften für ein friedliches Miteinander. Die Begriffe zu Themen wie Krieg, Begegnungen, Grenzen oder Frieden sind sicherlich im Gedächtnis der Besucherinnen und Besucher geblieben und sorgen so für eine nachhaltige Auseinandersetzung.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Sängerinnen und Sängern sowie Musikerinnen und Musikern des Staatstheaters Oldenburg, die mit ihren musikalischen Einlagen einen würdigen Rahmen verliehen.

Im Anschluss wurden Kränze am Denkmal der Oldenburgischen Infanterieregiments 91 auf dem Theodor-Tantzen-Platz und am Mahnmal für alle Opfer des Nationalsozialismus in der Peterstraße niedergelegt.

Hintergrund 100 Jahre Volksbund:
Der Volksbund feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Am 16. Dezember 1919 gründete sich die Initiative, um nach deutschen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu suchen, deren Gräber zu pflegen und den Angehörigen Orte des Gedenkens zu geben. Zuvor hatten sich die Regierungen im Versailler Vertrag verpflichtet, dass die Grabstätten aller Soldaten "mit Achtung behandelt und instandgehalten" sowie Informationen über die Toten ausgetauscht werden. Der Volkstrauertag wurde künftig zum zentralen Gedenktag für die deutschen Kriegsopfer. Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Reichstag statt.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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